30. November 2020
Scannen an der Packstation
Ich muss ein Paket verschicken. Eine Versandmarke ausdrucken kann ich schon. Aber diesmal möchte ich das Paket statt im Postamt an der etwas näher gelegenen Packstation abgeben. Ich stelle mir die Packstation einsamer vor als ein Postamt am frühen Abend in der Vorweihnachtszeit.
Für die Versandmarke nutze ich die App „Post & DHL“ auf meinem Telefon. Am Ende des Bestellvorgangs bietet mir die App zusätzlich zur Versandmarke einen QR-Code an. Ich nehme an, dass ich diesen Code an der Packstation brauchen werde. Ich tapse auf das Info-Icon neben dem QR-Code und erfahre dort „Zeigen Sie den QR-Code in einer Filiale der deutschen Post, einem DHL Paketshop, an einer DHL-Packstation oder bei einem DHL Zusteller vor. Wir drucken Ihre Versandmarke kostenlos für Sie aus und verschicken Ihre Sendung.“
Na gut, die Versandmarke hab ich jetzt schon, aber ich kann ja noch was drüber kleben, falls ich einen neuen Aufkleber bekomme. Die Sendungsnummer sollte ja identisch sein.
Ich wandere zur Packstation. Ich suche den QR-Code heraus und möchte ihn einscannen. Es ist inzwischen dunkel und der Platz vor Packstation ist sehr begrenzt. Daher brauche ich ich eine Weile, bis ich das Scan-Fenster entdeckt habe. Es sitzt etwa in Höhe meines Oberschenkels. Ich halte den QR-Code hin – und nichts passiert.
Nach drei erfolglosen Versuchen gebe ich auf und wähle die Option „manuelle Eingabe“. Ich gebe den 13stelligen Code auf dem Display ein. Die Paketstation kündigt an, dass sie jetzt das Versandetikett ausdrucken wird und bedankt sich. Es passiert aber nichts. Die Station bleibt still.
Ich bin kurz davor, wieder zu gehen, da fällt mir ein, dass ich den Strichcode von der zu Hause ausgedruckten Versandmarke vor den Scanner halten könnte. Und siehe da – es kommt sofort eine Reaktion: Es piepst. Ich muss noch auswählen, wie groß mein Paket ungefähr ist und schon ploppt links neben mir eine Tür auf. Erleichtert lege ich mein Paket hinein. Die Packstation fragt noch, ob ich einen Beleg wünsche. Dann darf ich gehen.
Ich entschuldige mich bei dem Herrn hinter mir, der wahrscheinlich schon eine Weile gewartet hat. Und bin etwas peinlich berührt, weil ich wahrscheinlich die ganze Zeit leise vor mich hin geschimpft habe.
Welchen Zweck der QR-Code nun tatsächlich erfüllt, habe ich nicht herausgefunden. Ich werde nachforschen.
(Kirsten Schelper)











