23. Mai 2026
Deutschland ist keine gültige Eingabe
Wenn man, wie ich, auf der Rückreise von der Insel Föhr ist und sein Auto für die Dauer des Inselaufenthaltes auf dem Festlandsparkplatz am Fährterminal in Dagebüll abgestellt hat, dann kommt der Moment des Parkticket-Bezahlens. Das Parkticket, das ich vor einer Woche gezogen habe, besteht im Wesentlichen aus einem QR-Code, der auf die Webseite verweist, auf der man das Ticket online und – wichtig! – “Ohne App-Installation!” bezahlen kann.
Ich scanne das Ticket und wähle als Bezahlmethode auf der erscheinenden Webseite “Google Pay”. Und weil ich mit meinem Android-Handy ja schon bei Google angemeldet bin, nehme ich an, der Bezahlvorgang werde sich in der Bestätigung der Summe und ggf. einem Fingerabdruck erschöpfen. Weit gefehlt, die Bezahlseite möchte meine Google-Account-Anmeldedaten, ich habe das Passwort allerdings nicht im Kopf und breche deshalb den Vorgang ab.
Zweiter Versuch: Ich starte von vorn, Zahlungsmethode diesmal: die Kreditkarte. Ich gebe Name, Vorname und Kreditkartendaten ein. Die Bezahlwebseite verlangt allerdings auch noch nach einer Rechnungsadresse. Ich gebe also, alle Datenschutzbedenken beiseite schiebend, auch noch meine Adresse ein. Als Land meines Wohnortes wähle ich aus einer Drop-Down-Liste wahrheitsgemäß Deutschland aus. Nach Klick auf “Jetzt bezahlen” erscheint in rot die Fehlermeldung, dass “Deutschland” keine gültige Eingabe sei. Eine zweifache Wiederholung des Prozederes bringt kein anderes Ergebnis.
Die Idee des handygestützen Parkticketbezahlens ist gut, aber an dieser Stelle (in Dagebüll) hat sie so große Tücken, dass ich mich schließlich mit dem Papierticket zum Abfertigungsgebäude begebe, in dem der Bezahlautomat steht. Ich halte das Ticket vor einen Leser, ich schiebe meine physische Kreditkarte in einen Schlitz, die Zahlung wird bestätigt, und abschließend werde ich vom Automaten gefragt, ob ich eine Quittung wünsche. Ich wünsche sie und tippe mit meinem Finger auf die entsprechende Schaltfläche (“Ja”). Der Erfolg bleibt aus, ich tippe wieder und beginne mich zu fragen, ob hier versteckte Kameras zum Behufe niedrigschwelliger Publikumsunterhaltung installiert sein mögen. Auch wenn ich auf “Nein” tippe, passiert nichts. Ich bin in einem abgeschlossenen Zahlungsvorgang mit angehängtem nicht abschließbaren Quittungsprozess gefangen und will gerade richtig sauer werden, als ich auf der linken Seite des Automaten einen an einer Plastik-Ringelschnur angebrachten Plastikstift entdecke. Ich nehme ihn zur Hand, tippe damit auf “Ja”, der Automat spuckt eine 30 Zentimeter lange Quittung aus, und ich darf nun legal diesen Parkplatz verlassen.
Dass an der Ausfahrt das Ticket an keinen Leser mehr gehalten werden muss, sondern das Parksystem sich offenbar den Zusammenhang zwischen Fahrzeugkennzeichen und Tickets nebst deren Bezahlstatus gemerkt hat, fällt am Ende nur noch als Abbinder für diesen Beitrag ins Gewicht.
(axaneco)














