12. März 2017
Mit Paketen ist alles gut, außer
In der ständigen Redaktionskonferenz streift das Gespräch das Thema Amazon Locker. Das sind von Amazon betriebene Paketstationen, die es jetzt auch in Deutschland geben soll. Ich versuche nachzuschauen, wo in Berlin welche stehen, was sich als überraschend umständlich herausstellt. Eigentlich kann man dazu nur bei Amazon eine neue Zustelladresse anlegen und bei der Gelegenheit nach nahe gelegenen Lockern suchen. Ich hätte lieber eine Übersichtskarte.
Warum das? Eigentlich bin ich in Sachen Paketzustellung hervorragend versorgt. Ich kann mir Pakete ins Büro schicken lassen und wir haben Nachbarn, die sie annehmen (und auch wieder rausrücken). Die nächste Packstation ist 200 m entfernt und die übernächste 800.
Der absolute Hit ist ein Spätkauf in ca. 500 m Entfernung, der auch als DHL-Paketshop fungiert und zwar 24/7! Zum Versenden von Paketen bietet er der arbeitenden Bevölkerung damit natürlich hervorragende Bedingungen.
Quasi sein Gegenteil stellt ein DHL-Paketshop in knapp 2 km Entfernung dar, der Wochentags von 9–18 h und Samstags von 9–12 h geöffnet hat. Er ist von uns aus nur umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, man kann dort schlecht parken und zu allem Überfluss ist er gut ausgelastet, sodass man meistens eine Weile anstehen muss.
An diesen Paketshop werden DHL-Sendungen geliefert, wenn wir nicht daheim sind und kein Nachbar sie annimmt. Oder wenn die Packstation voll ist. Manchmal kann man natürlich Zustelloptionen detailliert angeben. Aber wenn man irgendetwas auf Ebay oder von kleinen Versandhändlern kauft, weiß man oft nicht einmal, welcher Paketdienst liefern wird.
Insofern überlegen wir bei jedem Online-Kauf kurz, welche Versandoption wir wählen. Ich bin am Wochenende nicht im Büro und was dort ankommt, muss ich per Fahrrad oder S-Bahn einmal quer durch die Stadt bewegen. Beide Packstationen befinden sich neben großen Supermarktparkplätzen, sodass man von dort auch sperrige Pakete bequem mit dem Auto abholen kann. Aber falls das Paket für die Packstation doch zu groß oder diese belegt ist, hat man am Samstagmorgen Spaß mit dem Servicewüsten-Paketshop. Dann doch lieber Hermes und hoffen, dass wir im richtigen Moment zuhause sind?
Aufgrund dieser Lage kämen durchaus auch Amazon Locker an S-Bahnstationen entlang meines Arbeitsweges in Betracht. Die scheint es aber bislang noch nicht zu geben. Oder ich finde sie nur einfach nicht.
(Virtualista)












