Wer schreibt hier eigentlich und wer bin ich?
Ehrlich gestanden, frage ich mich das früh morgens auch öfters mal. Spätestens jedoch nach dem Kaffee und einer ersten Runde mit meinen Hunden fällt es mir wieder ein.
Ich lebe auf dem Land, 36 km vom Meer entfernt, am Rande der Stadt, zwischen Baumschulen, umringt von Feldern und Wäldern. Die Luft hier ist klar und weitgehend staubfrei. Wenn’s an der Küste stürmt, bekommen wir auch immer gehörig eine steife Brise mit.
Mein Büro ist meine Arbeitsstelle und Firma zugleich. Hier läuft alles zusammen. Von hier aus arbeite ich für verschiedene, bundesweit verteilte Unternehmen. Mal ist meine Auftragslage so hoch, dass ich bestimmte Aufträge ablehnen oder an andere VAs weiterleiten muss, mal sind meine Aufträge so überschaubar, dass ich auch Zeit habe, liegen gebliebene Aufgaben zu erledigen. Meist sind dann auch genügend Ressourcen fürs Recherchieren vorhanden. Ich kann mich über Langeweile nicht beklagen. Für mich existiert sie nicht, – ich wünsche mir liebend gerne noch etwas mehr Zeit. Wenn wirklich mal viel davon übrig ist, dann bilde ich mich weiter, denn es befriedigt mich, wenn ich dazu lernen kann.
Und dann gibt es ja auch noch die zweite Firma, die ich mit meinem Mann betreibe. Eine Eventgastronomie, die ebenfalls bundesweit aktiv ist. Ich bin hauptsächlich im administrativen Bereich tätig. Wenn mein Mann zu bestimmte Veranstaltungen unterwegs ist, führe ich die notwendigen Gespräche mit Veranstaltern. Ich suche neue Veranstaltungen und schreibe neue Veranstalter an. Ich bereite das nächste Event vor, suche Aushilfen und führe Einstellungsgespräche. Feste Mitarbeiter werden von mir geordert und notwendige Arbeitspläne erstellt. Ich bewerbe die jeweiligen Veranstaltungen in den sozialen Medien, halte die Kommunikation mit unseren Kunden aufrecht und noch vieles mehr.
Ich finde trotzdem immer wieder einmal auch den notwendigen Freiraum nur für mich. Dann fahre ich quasi runter und lese ein Buch, spiele Schach, arbeite im Garten, fahre zum Meer und renne mit meinen Hunden am Strand herum oder lasse einfach die Seele baumeln.
Mein Zuhause ist meine Arbeit und Urlaub zugleich
Ich bin schon etliche Jahre nirgendwo mehr gewesen. Ich brauche keinen Urlaub, irgendwie regelt sich das hier ganz von allein. Schon allein dadurch, dass ich nach 36 km am Meer stehe und den Wellen beim Tanzen zuschauen kann.
Die Tatsache, dass man hier das schnelle Autofahren völlig vernachlässigt, ist Indikator dafür, wie tiefenentspannt man im Norden wird. Die Landschaft ist viel zu schön, als dass ich sie einfach links liegen lassen kann. Ich sauge sie beim Autofahren wie ein Schwamm auf und erfreue mich daran. Mag man sich als Stadtmensch nicht vorstellen können, – konnte ich mir früher auch nicht. Daher bereue ich es nicht, in den Norden gezogen zu sein.
Wenn das Business läuft und wir die notwendigen Penunzen erwirtschaften können, dann gehts mir einfach gut und ich bin zufrieden.
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