Das himmliſche Leben
Wir genießen die himmliſchen Freuden,
D’rum tun wir das Irdiſche meiden.
Kein weltlich’ Getümmel
Hört man nicht im Himmel!
Lebt alles in ſanftester Ruh’.
Wir führen ein engliſches Leben,
Sind dennoch ganz lustig daneben;
Wir tanzen und ſpringen,
Wir hüpfen und ſingen,
Sankt Peter im Himmel ſieht zu.
Johannes das Lämmlein auslasſet,
Der Metzger Herodes d’rauf paſset.
Wir führen ein geduldig’s,
Unſchuldig's, geduldig’s,
Ein liebliches Lämmlein zu Tod.
Sankt Lucas den Ochſen tät ſchlachten
Ohn’ einig's Bedenken und Achten.
Der Wein koſt’ kein Heller
Im himmlischen Keller;
Die Englein, die backen das Brot.
Gut’ Kräuter von allerhand Arten,
Die wachſen im himmliſchen Garten,
Gut’ Spargel, Fiſolen
Und was wir nur wollen.
Ganze Schüſseln voll sind uns bereit!
Gut’ Äpfel, gut’ Birn’ und gut’ Trauben;
Die Gärtner, die alles erlauben.
Willſt Rehbock, willſt Haſen,
Auf offener Straßen
Sie laufen herbei!
Sollt’ ein Fasttag etwa kommen,
Alle Fiſche gleich mit Freuden angeschwommen!
Dort läuft ſchon Sankt Peter
Mit Netz und mit Köder
Zum himmliſchen Weiher hinein.
Sankt Martha die Köchin muß sein.
Kein’ Muſik ist ja nicht auf Erden,
Die unsrer verglichen kann werden.
Elftauſend Jungfrauen
Zu tanzen ſich trauen.
Sankt Ursula ſelbſt dazu lacht.
Kein’ Musik ist ja nicht auf Erden,
Die unsrer verglichen kann werden.
Cäcilia mit ihren Verwandten
Sind treffliche Hofmuſikanten!
Die engliſchen Stimmen
Ermuntern die Sinnen,
Daß alles für Freuden erwacht.