Eiskunstlauf: Der Dopingfall um Kamila Walijewa
In Peking beurteilen gerade drei Sport-Richter den Doping-Fall der russischen Eiskunstläuferin Kamila Walijewa. Betreut wird sie von einer gnadenlosen Schleiferin und einem dopingerfahrenen Arzt.
Als am Sonntag in Peking die Startliste für das Kurzprogramm im Eiskunstlauf der Frauen herausgegeben wurde, schien die russische Welt noch in Ordnung.
Ganz unten, fünf Stellen vor Schluss, fand sich der Name jenes Mädchens, das es in den vergangenen Tagen auf vielerlei Weise geschafft hatte, der Weltöffentlichkeit aufzufallen: Mit einer aufsehenerregenden Leistung im Mannschaftswettbewerb und einem positiven Dopingtest. Kamila Walijewa, 15 Jahre alt.
Recherchen der Sportschau zum Umfeld der jungen Frau legen eine verhängnisvolle Mischung offen - aus einer extrem harten Trainerin und einem Mediziner, der in der Vergangenheit wiederholt bewiesen hat, auch über die Grenzen der Grauzonen hinauszugehen.
Bereits 2014 hatte die ARD über den Einsatz des Edelgases Xenon an hunderten russischen Sportlern aus etlichen Sportarten berichtet. Durch die Methode, sagte damals der Kölner Universitätsprofessor Mario Thevis vom Institut für Biochemie der Sporthochschule, sei "die Produktion von Erythropoetin innerhalb von 24 Stunden um den Faktor 1,6 auf 160 Prozent gesteigert worden". Die Folge: Wenige Monate nach dem ARD-Beitrag wurde das Gas Xenon auf die Verbotsliste der WADA gesetzt. Eine Anwendung an Athleten erfüllte also den Tatbestand des Dopings.












