7% Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft 1923 und 1924
Im Jahr 1917 wurde die Württembergische Elektrizitäts-Gesellschaft als oHG gegründet. Diese wurde 1920/21 von dem bereits 1906 in Mannheim-Rheingau gegründeten Energieversorger Neue Rheingau-AG übernommen. Anlässlich der Übernahme firmierte die AG in Württembergische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft um und verlegte ihren Sitz nach Stuttgart. Die Hauptaufgabe der Gesellschaft war die Nutzbarmachung von Wasserkräften, vor allem der alpinen Wasserkraftwerke in Bayern und Österreich. Zudem beteiligte sich die Firma am Bau der Zugspitzbahn.
Die Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft begab im Jahr 1923 und 1924 je eine 7%ige England-Anleihe über das Londoner Bankhaus J. Henry Schroder & Co. mit einem Volumen von 120.000 Pfund Sterling (1923) und 90.000 Pfund Sterling (1924). Die Anleihe von 1923 wurde bereits 1926 durch ein Umtauschangebot bis auf einige Reststücke zurückgezahlt. Die Anleihe von 1924 wurde bis 1945 kriegsbedingt nur noch teilweise bedient und 1954 durch die Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft auf privater Basis geregelt und bar abgelöst.
Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft (Wurtemberg Electrical Company) 7%ige Anleihe von 1923, Schuldverschreibung über 25 Pfund Sterling ausgestellt am 1. Oktober 1923 in Stuttgart
7% Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft 1923 Serie I
Steckbrief der Anleihe
Emittent: Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft, Stuttgart (Wurtemberg Electrical Company, Stuttgart)
Emission: 7%ige Anleihe von 1923, hypothekarisch an erster Stelle sichergestellt (7% Loan 1923, secured by first mortgage)
Wertpapiertyp: Inhaberschuldverschreibung (Debenture to Bearer)
Ausgabebetrag: 120.000 Pfund Sterling
Verwendungszweck: Stärkung der Betriebsmittel
Laufzeit: 1. Oktober 1923/ 1. Oktober 1948
Zinsfuß: 7%
Zinszahlungen: in London in Pfund Sterling, in Hamburg in Reichsmark zum Kurs auf London
Zinstermine: 1. April/ 1. Oktober
Stückelung: 2½, 5, 10 und 25 Pfund Sterling
Tilgung: Ab 1. Oktober 1928 innerhalb von 20 Jahren durch Auslosung zu 102% oder Ankauf.
Sicherheiten: Abgesichert durch eine erststellige Hypothek.
Umlauf 1926: Rest von 4.752 Pfund Sterling
Börsennotiert: Nein
Platziert: am 1. Oktober 1923 zu 98%
Zahlungsagenten: J. Henry Schroder & Co. in London, Bankhaus Schlubach, Thiemer & Co. in Hamburg und Bankhaus Carl Spängler & Co. in Salzburg
Treuhänder: J. Henry Schroder & Co., London
Verbleib der Anleihe: Die Anleihe konnte bis zum 30. September 1926 in Salzburger Stadtanleihe von 1925 umgetauscht werden. Davon wurde seitens der Bondholder fast vollständig Gebrauch gemacht.
Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft (Wurtemberg Electrical Company) 7%ige Anleihe von 1924, Schuldverschreibung über 5 Pfund Sterling ausgestellt am 1. Januar 1924 in Stuttgart
7% Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft 1924 Serie II
Steckbrief der Anleihe
Emittent: Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft, Stuttgart (Wurtemberg Electrical Company, Stuttgart)
Emission: 7%ige Anleihe von 1924, hypothekarisch an erster Stelle sichergestellt (7% Loan 1924, secured by first mortgage)
Wertpapiertyp: Inhaberschuldverschreibung (Debenture to Bearer)
Ausgabebetrag: 90.000 Pfund Sterling
Verwendungszweck: Stärkung der Betriebsmittel
Laufzeit: 1. Januar 1924/ 31. Dezember 1948
Zinsfuß: 7%
Zinszahlungen: in London in Pfund Sterling, in Hamburg in Reichsmark zum Kurs auf London
Zinstermine: 31. Dezember/ 30. Juni
Stückelung: 2½ Pfund Sterling (1600 Stück, Nos 1-1600), 5 Pfund Sterling (1800 Stück, Nos 1601-3400), 10 Pfund Sterling (2200 Stück, Nos 3401-5600) und 50 Pfund Sterling (1100 Stück, Nos 5601-6700)
Tilgung: Ab 1. Oktober 1928 innerhalb von 20 Jahren durch Auslosung zu 102% oder Ankauf.
Sicherheiten: Garantie des Landes Salzburg und erststellige Hypothek auf das „Bärenwerk“ der Salzburger Aktien-Gesellschaft für Elektrizitätswirtschaft in Salzburg.
Umlauf 1944: 22.500 Pfund Sterling
Börsennotiert: -
Platziert: am 1. Januar 1924 zu 98%
Zahlungsagenten: J. Henry Schroder & Co. in London, Bankhaus Schlubach, Thiemer & Co. in Hamburg (später: Schröder Gebrüder & Co., Hamburg) und Bankhaus Carl Spängler & Co. in Salzburg
Treuhänder: J. Henry Schroder & Co., London
Verbleib der Anleihe: Die Anleihe wurde außerhalb des Londoner Schuldenabkommens von 1953 im Jahr 1954 durch die Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft auf privater Basis geregelt und bar abgelöst.
Hinweise für Sammler
Die 7%igen Debentures der Württembergische Elektricitäts-Aktiengesellschaft von 1923 und von 1924 werden auf dem Markt der „Historischen Wertpapiere“ nur selten und zumeist in Präsenzauktionen angeboten worden (Raritäten-Schlüssel für alle Nennwerte der beiden Emissionen: R10-R9). Sie wurden auch nie als BARoV-Stücke aus dem Reichsbankschatz angeboten.
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Hans-Georg Glasemann
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Bildquelle: HWPH AG (F6/22-2/2018)














