Island 2021 - Tag 15 Teil 1
Herrschaften!
Ein Blick vom Balkon am heutigen Morgen zeigt uns: die Viking Jupiter ist weg! Prima, dann können wir ja heute in die Stadt und ein bisschen bummeln - dachten wir!
Noch während wir die letzten Schlucke Kaffee trinken, hören wir Geräusche aus der Bucht: ding-dong-dong und dazu Lautsprecherdurchsagen. Ich sage nur ein Wort: Kreuzfahrtschiff! Ein neues Schiff ist eingetroffen.
Nach dem Frühstück fahren wir deshalb nicht in die Stadt, sondern ein paar Kilometer in Richtung Süden.
Es gibt viele Spekulationen über den „wahren Standort“ der Werkstatt des Weihnachtsmannes, aber es gibt starke Argumente für Nordisland - und zwar nur rund 10 Kilometer von der Stadt Akureyri entfernt.
Die isolierte Lage bedeutet minimale Ablenkung für den Weihnachtsmann und seine Crew, und das Wetter ist sicherlich kalt genug, um seine Rentiere artgerecht unterzubringen.
Was die Werkstatt dieses Weihnachtsmanns tatsächlich von anderen unterscheidet ist der Besitzer, der als der große Mann im roten Anzug ein wenig zu überzeugend ist.
Selbst bei einem Besuch mitten im Sommer wird man mit festlichem Jubel begrüßt. Hier wohnt der "richtige" Weihnachtsmann in seiner Werkstatt, was seinem Anspruch nur Authentizität verleiht.
Besonder angetan sind wir von den überdimensionalen Haribo-Bonbons, die auf dem Dach montiert sind.
Die Eigentümer Benedikt und Ragnheiður eröffneten 1996 das Weihnachtshaus Jólahúsið.
Es erstreckt sich über zwei Etagen und verkauft alles, was man sich im Zusammenhang mit Weihnachten nur ansatzweise vorstellen kann.
Zu dem umfangreichen Warenangebot gehören Dekorationen, Lebensmittel, Musik, Kunstwerke, Bücher, Spielzeug, Haushaltswaren und Ornamente, die alle irgendwie mit der Weihnachtszeit verbunden sind.
Viele der Produkte sind international und repräsentieren, wie Kulturen auf der ganzen Welt Weihnachten feiern.
Die Ansammlung an Devotionalien erschlägt einen geradezu.
Dazu dudelt Weihnachtsmusik in Dauerschleife: Stille Nacht, Oh Tannenbaum usw. in isländischer Sprache. Leider kein “Last Christmas” - was ich persönlich schon wieder doof finde.
Es gibt viele Souvenirs, die die weihnachtlichen isländischen Traditionen repräsentieren.
Unter anderem gibt es eine Höhle im Erdgeschoss mit einer Skulptur von Grýla - aber Grýla ist ein Kannibalen-Troll, den die Isländer sehr fürchten.
Anstelle eines fröhlichen Weihnachtsmanns hat Island dreizehn, und alle sind Trolle, deren Possen von schelmisch bis bösartig reichen.
Ihre Mutter Grýla ist eine kinderfressende Riesin, deren gigantisches Haustier, die Weihnachtskatze, in dieser Saison nach Kindern jagt. Ich finde diese Saga super!
Es gibt es mehrere Gebäude, außer dem Geschäft selbst. Zudem gibt es einen Turm mit dem angeblich größten Adventskalender der Welt. Seine Fenster sind nummeriert, um die Tage vor dem 25. anzuzeigen.
Die Wände sind mit Märchenbildern bemalt, die von der isländischen Künstlerin Sunna Björk Hreiðarsdóttir geschaffen wurden.
In der Nähe befindet sich Eplakofin oder der Apfelschuppen. Hier können Besucher zuckerglasierte Äpfel kaufen, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Leider ist da gerade geschlossen.
Diejenigen, die mehr süße Leckereien suchen, finden im Svarta Húsið, auch bekannt als „Das Schwarze Haus“, eine große Auswahl.
Dieser Shop verkauft auch eine Reihe von nordischen Produkten, obwohl sie nicht alle weihnachtlich sind.
Das Weihnachtshaus beherbergt natürlich auch den Weihnachtsgarten. Dort gibt es viele, windgeschützte Sitzgelegenheiten.
Der Garten hat eine Miniaturnachbildung einer isländischen Torfkirche, die nachgebaut wurde, um zu zeigen, wie Gebäude im ganzen Land vor der Industrialisierung aussahen.
Es ist auch die Heimat des Wunschbrunnens der ungeborenen Kinder, wo Gäste ermutigt werden, sich für zukünftige Generationen etwas zu wünschen. Das lassen wir schön bleiben - ich bin mehr für die Kinderfresserin zu begeistern.
Natürlich gibt es auch Miniatur-Torf-Häuser für das kleine, unsichtbare Volk.
Selbstverständlich mit eigener Miniatur-Torf-Kirche und eigenem Miniatur-Briefkasten.
Der Hasenbär lädt sich selbst zu einer Hausbesichtigung ein, weil er wissen wollte, wie das kleine, unsichtbare Volk so wohnt.
Jetzt wissen wir es - und sie haben sogar einen Weihnachtsbaum! Natürlich!
Leider spielen sie auch kein “Last Christmas” und von daher darf der Hasenbär dort wieder nicht einziehen.
Hinter dem Weihnachtshaus liegt etwas versteckt ein Toilettenhäuschen. Selbst das ist sehr schön mit Kerzen dekoriert und Weihnachtsmusik spielt darin. Ein Knaller!
Man kann seine Lieben zu Hause überraschen, indem man seine Post aus dem “echten” Briefkasten des Weihnachtsmanns nach Hause schickt. Wer bekommt schon Post direkt aus der Werkstatt des Weihnachtsmannes? Ich kenne keinen!
Gerne hätten wir ein paar Karten an unsere Lieben daheim verschickt, doch leider gibt es hier keine Postkarten zu kaufen. Das ist sehr schade! Diesen Spaß hätten wir gerne mitgemacht.
Unser Fazit: kann man machen - muss man aber nicht...
Immerhin ist der Besuch kostenlos.












