14.12.2015
Fax-Spam gibt's immer noch
Es war die Geißel der 1980-er und 1990-er Jahre, ja bis ins aktuelle Jahrtausend hinein: Unverlangt erhaltene Faxsendungen, die einem das Faxgerät verstopften oder - gerne nachts oder am Wochenende - den Papiervorrat leerten. Meist mit Werbung für irgendetwas, was man bestimmt nicht haben wollte. Weil das die Geräte bisweilen für wichtige Sendungen blockierte, aber auch wegen des teuren Thermodruck-Papiers richtig Geld kostete, gab es zahlreiche (mäßig erfolgversprechende) Tipps, wie man sich dagegen wehren kann, bis hin zur Klage vor Gericht.
Mit dem Aufkommen der E-Mails und der abnehmenden Bedeutung von Faxsendungen verlagerten sich diese unerwünschten Werbesendungen auf den E-Mail-Verkehr, und der Begriff Spam wurde fester Bestandteil des allgemeinen Wortschatzes. Fax-Spam schien auszusterben, zumal die einzelne Sendung ja teurer war als die zigtausendfach versandten E-Mails.
Doch der Fax-Spam ist nicht tot – es gibt sie immer noch, die unerwünschten Werbefaxe. Das musste ich heute feststellen: Normalerweise bleibt mein Faxgerät ausgeschaltet, es sei denn, ich will ein Papierdokument auf diesem Weg verschicken (wenn zum Beispiel eine Unterschrift nötig ist) oder ich erwarte eine Nachricht von den wenigen Leuten, die nach wie vor aufs Fax setzen (zum Beispiel Arztpraxen). Heute wartete ich auf eine Sendung und war deshalb auf Empfang.
Und dann kamen gleich drei Seiten – allerdings keine Werbung im eigentlichen Sinne. Sondern religiös (naja) motivierte Post, auf eng beschriebenen Seiten, kaum verständlich und natürlich auch, wie früher schon, ohne Absenderkennung.
Irgendwo auf dieser Welt scheint es noch Leute zu geben, die versuchen, über Faxgeräte ihre wie auch immer geartete Botschaft zu verbreiten. Auch an Faxnummern, die eigentlich in keinem Verzeichnis stehen. Fast schon ein bisschen rührend.
Und jetzt schalte ich das Faxgerät aus.
(Thomas Wiegold)












