Wobei ich ja das Geräusch von Regen an der Windschutzscheibe total entspannend finde 😇
seen from South Africa

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seen from Kyrgyzstan
Wobei ich ja das Geräusch von Regen an der Windschutzscheibe total entspannend finde 😇
@isfies
Die Wettervorhersage passt / The weather forecast fits
18. August 2019
Gelungene hyperlokale Wolkenloch-Vorhersage mit windy.com
Im Zeitalter der Magie und Wunder gibt es natürlich auch einen Link zum “Malizia II tracker with Greta on board”. Ich bin neugierig genug, um mir das ansehen zu wollen, und entdecke windy.com. Was man alles nicht kennt!
Ich sehe das Boot auf einer Weltkarte, die bisherige Route wird wie eine Leine als gelbe Linie hinterhergezogen. Drumherum gibt es allerdings einen erstaunlich großen Informationsreichtum. Links ein Info-Fenster mit “Last seen”, GPS-Daten, Geschwindigkeit, Richtungswinkel, Temperatur, zurückgelegte Seemeilen, Strecke bis zum Ziel, 24-Stunden-Seemeilen. Noch besser sind die Live-Wetterdaten. Windrichtungen und Geschwindigkeiten sind für den ganzen Planten animiert dargestellt, echtzeitnah. Man sieht, wo es gerade regnet, die Temperaturen, die Wolkendichte und – wie machen die das nur? – die Höhe der Wellen.
Klickt man auf “mehr”, wird es fachkundlich und etwas speziell (“Als Wettervorhersagemodelle nimmt die Webseite unter anderem GFS, NEMS, ICON, AROME, METEOBLUE und ECMWF”, Wikipedia). Da taucht z.B. plötzlich “Seegang” in 3 Varianten auf. Man sieht Animationen, die wie Gischt aussehen. Gehe ich auf “Wassertemperatur”, bin ich erstaunt, dass Malizia II von gut und gerne 20° warmem Wasser umgeben ist, etwas weiter südlich rund um die Azoren sind es wohl 25. Weitere Optionen betreffen “Windwellen” und “Strömungen”. Zur Luft über Wasser und Erde kann man sich z.B. Luftdruck, Aerosol, NO2, CO-Gehalt, Staubgehalt anzeigen lassen. Das ist alles mehr, als ich mir angucken kann.
Für einen Laien entpuppt sich schließlich die Satellitenperspektive als am einfachsten begreifbar. Ich kann mir da endlich in Ruhe ansehen, wie die Wolken nach Europa reinfliegen. Derzeitig, am Sonntag, dem 18.8.2019, fliegen sie in einem relativ dünnen Fetzenband vom Atlantik (auf der Höhe Spaniens) über Lissabon nach Norden, quer über den Golf von Biskaya, über West- und Mittelfrankreich nach Deutschland rein. Die Lage ist klar: Deutschland ist entlang einer schräg verlaufenden, ziemlich fransigen, löchrigen Linie zweigeteilt. Grob gesagt, ist in Norddeutschland alles bedeckt, in Süddeutschland brutzelt ihr den ganzen Tag unter der Sonne. Ich zoome etwas näher heran, Frankfurt ist markiert, und ungefähr dort verläuft die schräge Linie.
Jetzt gibt es noch zur weiteren Steigerung der Anschaulichkeit eine Replay-Funktion. Damit sehe ich den Wettertrend der letzten 3 Stunden im Rückspiegel. Und während nun der Himmel vor meinem Fenster wie schon den ganzen Morgen asphaltgrau aussieht, stelle ich die These auf, dass in Kürze höchstwahrscheinlich die Wolken aufbrechen werden. Mal draußen schnuppern: Die Luft ist feucht, sehr warm. Meine prophetische Einbildungskraft schmeckt Südantlantik, mit einem Hauch Karibik.
Faktisch fliegen die Wolken mit hoher Geschwindigkeit von Süd nach Nord über mir hinweg. Da ich sowieso keine rechte Lust habe, mit meiner dringenden Arbeit zu beginnen, beschließe ich, den Liegestuhl dorthin zu ziehen, wo gleich die Sonne kommen müsste. Kopfhörer, Musik, Augen zu – ich döse ein (“Never seen skies like this …” singt jemand, klar ist das kein Zufall) – und nach etwa 1o Minuten der Hitzestoß durch die plötzliche Sonne, kurz darauf wieder bedeckter Himmel, schließlich das ersehnte große Wolkenloch.
Ich gehe ins Haus, als es mir zu heiß wird. Mache mir etwas später ein Schwarzbrot mit Butter und dann sehe ich raus, es regnet wieder. Das hatte ich so nicht vorhergesehen. Ich gehe deshalb zurück an den Rechner, noch mal Replay des Wolkenbands und bin begeistert: Ich sehe da a) mein gehabtes Wolkenloch, b) wie es wieder zuzieht und c) sehe ich, dass bald darauf wieder die Sonne scheinen wird. Tatsächlich, während ich dies schreibe, strahlt es draußen wieder.
Der Himmel hat schon lange alle seine mythische Faszination verloren. Danach blieb nur die Ästhetik von Wattebäuschen vor blauem Hintergrund, Pinselstrichen in rot, orange und dunkelgrau etc. Was jetzt kommt, ist eine erneut andere Sicht auf die einstigen lyrischen Paradethemen Sonne, Meer, Wind und Wolken. Der Blick ist heute technisch aufgeklärter, durchsetzt mit Metaphern der Wetterkarten-Animationen, und von zunehmenden Gefahrenbewusstsein betroffen. Und dazu nun die Anschauung, wie das hyperlokale Wetter mit den globalen Winden verbunden ist, über tausende Kilometer das gleiche Wetterband.
Das habe ich doch alles gewusst?! Ja, natürlich, ungefähr. Es aber so zu sehen und als so prognostizierbar zu erleben, fasst mir ans Herz. Ein klein wenig.
Zur Sache: windy.com ist Technologie aus Europa, ein tschechisches Unternehmen, gegründet von dem Kiter und Hobby-Piloten Ivo Lukačovič. Die Firma gehört überraschenderweise noch keinem US-Konzern. Zur Chronologie kurz, bescheiden und interessant hier der Firmenblog. Es gibt auch eine Smartphone-App.
(Fritz Iff)
Was die Wissenschaft von der Wirklichkeit trennt ist die Wettervorhersage.
Ich-Erzähler
Beim Blick in diesen Wolken-Himmel braucht man keine Wettervorhersage mehr / looking into this cloudy sky you don't need a weather forecast anymore
Ein Tag im Juli 2018
Unwetter halten sich nicht immer an die Wettervorhersage
Morgens gegen 9 Uhr schaue ich in die Wetter-App: Sie verspricht mir über den Tag etwa 22 bis 25 Grad Lufttemperatur, ab Mittags sind leichte Wolken zu sehen, 40 - 50 % Regenwahrscheinlichkeit mit einer erwarteten Niederschlagsmenge von 0,5 - 1 mm ab etwa 15 Uhr. Ab 17 Uhr wird eine Gewitterwahrscheinlichkeit von etwa 50 % angezeigt.
Die Jungs und ich fahren ins Freibad, gegen 10 Uhr sind es knapp 25 °C. Wir baden und picknicken im Freibad.
Gegen 12 Uhr zieht es sich zu, es sieht aus, als wäre ein Gewitter im Anzug. Dann rollt die dunkle Wand innerhalb weniger Minuten näher, und der Himmel explodiert. Regen kommt als Sturzbach herunter. Um uns herum blitzt und donnert es. Gewaltig. Wir finden einen Unterstand im Freibad. Ich versuche, den aktualisierten Wetterbericht auf dem Smartphone abzurufen, aber sowohl Vodafone als auch O2 Netz sind ausgefallen. Ein Smart Home, das es mir erlauben würde, zu prüfen, ob die Fenster zu Hause geschlossen sind, habe ich noch nicht - wegen des ausgefallenen Mobilfunknetzes hätte das hier aber sowieso nicht funktioniert. Ich bleibe daher etwas unruhig, ob ich wirklich die Fenster geschlossen habe.
Innerhalb weniger Minuten sind nun die Wege überschwemmt mit Regenwasser, die Kanalisation läuft über.
Gegen 12:45 Uhr funktionieren die Mobilnetze wieder so leidlich, wir stehen immernoch unter dem Unterstand im Freibad, es schüttet weiterhin. Sichtweite weniger als 10 m wegen heftigen Regens. Die Temperatur ist von 25 °C auf 14 °C gefallen. Meine Wetter-App zeigt mir jetzt eine Unwetterwarnung für die Region, in der seit über einer halben Stunde ein Unwetter tobt. Auch zeigt die App nun eine Niederschlagsmenge von “mehr als 10 mm / Stunde” an. Ja, das kann ich bestätigen. Ich würde sagen, “deutlich mehr” würde es besser treffen. Laut App soll dieses Wetter noch etwa drei bis vier Stunden anhalten.
Gegen 13:30 Uhr nieselt es nur noch leicht, das schlimmste Unwetter scheint vorbeigezogen, und nun erscheint auch die offizielle Unwetterwarnung des DWD über die Katwarn-App auf meinem Smartphone.
Ich schreibe dies hier auf, weil ich es beeindruckend finde, wie schwer es offenbar ist, solche lokal begrenzten Unwetter vorherzusagen, und wie sich die Wetterdienste dabei offenbar täuschen können. Nach meinem subjektiven Eindruck bekomme ich wesentlich häufiger Unwetterwarnungen auf dem Smartphone angezeigt, als dann tatsächliche Unwetter stattfinden - nachvollziehbar, vermutlich sagt sich der Wetterdienst “lieber eine Warnung zu viel, als dass nachher Beschwerden kommen, man sei nicht gewarnt worden”. Umso überraschter bin ich daher, dass hier keine frühere Warnung vorlag.
Die Jungs und ich kommen durchnässt und frierend nach Hause, aber wirklich passiert ist uns nichts - außer einem Schrecken und der Erleichterung, dass dieser Wetterwechsel nicht beim Kanufahren vor ein paar Tagen passiert ist. Auch die Fenster im Haus sind tatsächlich geschlossen.
(Molinarius)
Retro-Forecast: Der Retro-Wetterkanal für Zuhause Ich hab mich mal ein paar Wochen damit beschäftigt, hier vielleicht eine eigene Wetterstation zusammenzubauen. Auslöser war, dass der Service, den ich für mein Home Assistant sein Preismodell gewechselt hat und damit für die weitere Nutzung unbrauchbar wurde. Klar, ich könnte auch einfach jeden Abend die Wettervorhersage schauen und mich darauf verlassen, dass das für die nächsten Stunden genau so eintritt, aber irgendwie ist ja doch cooler, wenn man eine Stelle hat, auf die man schaut und dort immer die aktuellsten Daten findet. Außerdem macht es auch Spaß, wenn man mit APIs rumspielen kann und dann am Ende das Ergebnis bekommt, dass man sich vorstellt. Allerdings hab ich den Plan dann irgendwann verworfen, weil die richtige Position für ein Teil hier nur schwer zu finden ist (idealerweise steht das Ding einfach frei auf dem Rasen und dann wird’s mit der Stromversorgung schon hakelig), außerdem hilft das auch nur, um das aktuelle Wetter zu „sehen“, aber nicht für Vorhersagen. Und ich sag mal so: Für das aktuelle Wetter kann ich auch einfach mal aus dem Fenster schauen. Aber ich bin immerhin ein bisschen schlauer geworden. Weiterlesen ->