dies hier ist, wie unschwer im Titel zu lesen ist, ein offener Brief zur WoC 2.
Adressaten sind natürlich die Veranstalter, Organisatoren, leitende Personen Beteiligte, Gäste der OP aber auch grundsätzlich all die Leute die sich für die Thematik interessieren. Ganz gleich ob sie am Event teilgenommen haben oder nicht.
Ich möchte gleich von vornherein deutlich machen, dass ich in diesem offenen Brief mit meiner Tradition breche in Beiträgen auf diesem Blog auch einen Wert auf einen unterhaltenden Charakter zu legen.
Vielmehr geht es mir darum grundsätzliche Gedanken zum Event und zur momentanen Diskussionskultur zu äußern.
Aus diesem Grund richtet sich eben dieser Text eben an ein sehr breites Spektrum an Leuten.
Konkreter Anlass für die momentane Situation war ursächlich natürlich die World of Conflict selbst. Auf dieser Veranstaltung ist nicht alles so gelaufen wie es hätte sein sollen. Das ist ja das Kredo seitens der Gäste und der verantwortlichen Personen, ganz gleich welche speziellen Funktionen sie nun hatten.
Bei diesem Stand will ich es auch persönlich belassen, denn da ich nicht selbst anwesend war finde ich es unangebracht, wenn ich mich selbst weiter an Spekulationen oder Gerüchten beteilige.
Wobei ich es aber nicht belassen möchte, ist den Nachgang der OP unkommentiert stehen zu lassen.
Auch hier gibt es quasi einen Punkt an dem man einhaken kann, selbst wenn man nicht auf der OP gewesen ist. Dieser ist zweifellos die offizielle Ankündigung eines Statement- Videos mit der darauf folgenden Aufforderung Fragen zur Veranstaltung zu stellen.
Dieses Video ist nun gestern, den 8.7.2019 erschienen nachdem bereits vorher mehrer Statements seitens Charly von “Jackets to Go” veröffentlicht wurden.
Ich selbst habe mir alle Fragen durchgelesen, sowie die Zusammenfassung von Joey Pix. Insgesamt fand ich, trotz einiger Redundanzen, die zusammengefassten Fragen relativ gut und repräsentativ für die über 200 Kommentare die unter der entsprechenden Aufforderung veröffentlicht wurden.
Bevor ich nun hier weiter schreiben kann gilt es einige Dinge zu erläutern, damit der geneigte Leser über einige Prämissen bescheid weiß.
1. Stone und Schnippsel haben zu mir nicht unbedingt das beste Verhältnis.
2. Grundsätzlich freue ich mich, wenn Leute Veranstaltungen auf die Beine stellen, da es das Angebot für die Spieler erhöht.
3. Ich war selbst nicht auf dem Event
4. Mir geht es nicht darum wie das Event organisiert wurde, sondern lediglich darum, wie die “Nachbesprechung” gelaufen ist.
Um die Statements der beteiligten Personen in einen besseren Kontext einordnen zu können, sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Stimmung in den Foren und Netzwerken ohnehin etwas aufgeheizt und gespalten war.
Denn es ist aus meiner Sicht verständlich, wenn gefrustete Spieler ihrem Ärger irgendwo Luft machen wollen. Es ist auf der anderen Seite ebenso verständlich, wenn andere Spieler, die trotz aller Widrigkeiten des Events das beste daraus gemacht haben, die Anstrengungen der Verantwortlichen loben.
Aus meiner Perspektive ist es relativ augenscheinlich, dass die Gäste der OP schwerlich einen Überblick über alle Vorgänge haben und die Perspektive der Orga nur sehr unzureichend einnehmen können. Umgekehrt gilt dies aber auch für die Veranstaltungsleitung und Organisation selbst, dass der Blickwinkel der Teilnehmer auch häufig nicht wirklich klar ersichtlich wird.
Für die Statement- Videos halte ich diese grundsätzliche Diskrepanz der Blickwinkel auf das Event für entscheidend.
Ein professioneller Umgang mit diesen verschiedenen Blickwinkeln ist es, dass man sich gegenseitig ernst nimmt und, egal wie abwegig manche Geschichten auch sein mögen, ein gewisses Maß an Verständnis zeigt; oder zumindest offen dafür ist.
Diesen professionellen Umgang hat meiner Meinung nach eher wenig stattgefunden. Von Seiten der Spieler ist es unrealistisch absolute Perfektion zu verlangen, da dies auf Veranstaltungen gleich welcher Art ohnehin kaum möglich ist. Von Seiten der WoC- Verantwortlichen ist es aber ebenso unrealistisch zu verlangen, dass jeder Spieler den totalen Überblick über alle Vorgänge auf einer Veranstaltung hat.
Das hierbei schnell Frust aufkommen kann scheint vorprogrammiert zu sein.
So hatte sich beispielsweise Charly von Jackets to Go als einer der Verantwortlichen dazu entschlossen, relativ schnell auf den Fragekatalog einzugehen um die Gemüter zu beruhigen und etwas Klarheit zu verschaffen.
Wenngleich dies häufig dazu geführt hat, dass er zu gewissen Fragen keine Auskunft geben konnte oder wollte.
Das ist besser als nichts, erklärt aber relativ wenig.
Über den Verbleib von Charly und den anderen Verantwortlichen zueinander bleibt ohnehin nur zu sagen, dass das Verhältnis angespannt ist. Aber das ist grundsätzlich deren persönliches Ding und sollte eigentlich auch im persönlichen Rahmen bleiben.
Dahingehend waren auch die Antworten von Charly selbst insoweit professionell, dass er auf den Rest der Verantwortlichen nicht unbedingt eingegangen ist, sondern sich lediglich zu dem geäußert hat, worüber er selbst- zumindest seiner Meinung nach- etwas sagen konnte.
Anders sieht es bei dem eineinhalbstündigen Video von Schnippsel, Stone und dem Bürgermeister Carsten aus.
Bei diesem Statement fühlte ich mich persönlich sehr an einen eskalierenden Thread in einem Forum erinnert.
Auch wenn es vielleicht so klingt, möchte ich das Video nicht per se verteufeln, sondern aufzeigen, warum eine “konstruktive” Bearbeitung des Themas bei diesen Personen etwas paradox ist.
Ohnehin fängt die Problematik, meiner Ansicht nach, noch vor der Veröffentlichung selbst an. Es wurde gesamt, dass man ein Statement gegen das vorherrschende FakeNews- Bingo erarbeite.
Alleine an dieser Begrifflichkeit zeigt sich meiner Meinung nach, wo viele Leute in der Diskussionskultur momentan stehen. FakeNews ist nicht einfach nur ein anderes Wort für “Gerüchte”, “Unklarheiten” oder “Getratsch”, sondern ist ein politischer Kampfbegriff der einem gewissen Antagonisten die bewusste und zielgerichtete Verbreitung von Falschmeldungen mit Ziel von eigener Interessensdurchsetzung unterstellt. Insofern ist dieses Wort in dem Kontext einer Airsoft Veranstaltung schon relativ happig. Aber auch andere gängige Worte, die momentan die Diskussionskultur beherrschen sind sehr zweifelhaft und nicht förderlich eine grundsätzlich konstruktive Atmosphäre zu schaffen. “Hatespeech”, “Hetzen” oder “Trollen” gehen einem relativ schnell über die Lippen, respektive die Finger auf der Tastatur, sind aber grundsätzlich wertende Beschreibungen, wenn es sich nicht erwiesener Maßen um derlei Vorgänge handelt. Denn für diese beispielhaften Begriffe gibt es eben Definitionen, was damit nun wirklich gemeint ist, und das in jüngsten Debatten beispielsweise Hatespeech betrieben wurde sehe ich wirklich nicht.
Vielmehr ist aus meiner Sicht eine Abkehr vom allgemeinen Benimm zu beobachten, aber keine Tendenzen hin zu Äußerungen, welche unter Umständen auch strafrechtliche Relevanz haben können. An diesem Punkt sind wir definitiv nicht.
Dennoch werden derlei Worte allzu schnell gebraucht, um die eigene Argumentation zu untermauern beziehungsweise um sich selbst in einer Art Opferrolle zu bringen.
Dass aus solchen Voraussetzungen konstruktive Debatten nur schwer möglich sind hoffe ich deutlich gemacht zu haben.
Zurück zum Statement von Stone und Schnippsel und meiner Metapher vom eskalierenden Thread:
Grundsätzlich beginnt das Video innerhalb der ersten 60 Minuten relativ gut und es ist auch dahingehend sehr informativ die Sichtweise von dieser Seite zu sehen.
Es werden auch eigene Fehler eingeräumt, was ich immer als ein Zeichen von Größe gesehen habe, da es einen reflektierten und selbstkritischen Umgang mit sich selbst zeigt. Das dies an manchen Punkten geschehen ist, fand ich positiv überraschend. Ebenso kann man den Verantwortlichen natürlich nicht individuelles Fehlverhalten einiger Teilnehmer vorwerfen. Dies wurde ebenfalls deutlich gemacht und ist damit eigentlich vom Tisch.
Allerdings konnte ich während dem Video ab circa einer Stunde Laufzeit einen mehr oder weniger schleichend schärfer werdenden Ton bei den Beteiligten feststellen.
Es wurde bis zu diesem Zeitpunkt bereits relativ deutlich, dass es anscheinend persönliche Differenzen innerhalb der Verantwortlichen gegeben hat. Allerdings wurde im Video von Schnippsel und Stone ein grundsätzlich eher offensiver Ansatz gewählt um mit solchen persönlichen Differenzen umzugehen.
Aber nicht nur gegen Charly ist der Ton tendenziell rauer geworden, sondern auch gegen andere Personen und selbst die gesammelten Fragen wurden auf ihren Sinn hinterfragt.
Hier möchte ich auf meinen Punkt oben verweisen, dass es eben mehrere Blickwinkel auf ein Event gibt und der Versuch von gegenseitigem Verständnis ein Zeichen von Professionalität ist, ganz gleich wie abwegig manche Vorstellungen denn sein mögen.
Hierbei möchte ich auch gerne ansprechen, dass zwischen Veranstaltern beziehungsweise Verantwortlichen für ein Event und tatsächlichen oder potentiellen Kunden eine gewisse Vertrauensbasis herrschen sollte.
Die Verantwortlichen sollten darauf vertrauen können, dass die Teilnehmer zu einem reibungslosen Ablauf beitragen, materiell oder immateriell, und die (potentiellen) Teilnehmer sollten darauf vertrauen können, dass sie mit ihren Anliegen ernst genommen werden.
Hierbei kann man natürlich anfangen die Frage zu stellen, wer denn in dieser Konstellation den Vertrauensvorschuss erbringen muss, beziehungsweise wer in der “Bringschuld” ist, aber es ist nicht mein Ansinnen hier irgendjemandem zu sagen was zu tun und zu lassen ist.
Persönlich finde ich es auch eine absolute Frechheit, wenn Teilnehmer bewusst den Ablauf eines Events, die Materialien oder die Nerven der Organisatoren beschädigen. Es ist aber ebenso sehr kritisch, wenn Verantwortliche eben offene Anliegen der Teilnehmer nach dem Sinn oder dem Gehalt hinterfragen.
Es ist eine Sache zu sagen, dass man eine Frage nicht versteht, aber es ist eine andere Sache eine Frage als “augenscheinlich unbegründet oder irrelevant” abzutun. Das schadet eben jenem Vertrauensverhältnis, dass bei Organisatoren egal welchen Events gegeben sein sollte.
Insbesondere gilt dies dann, wenn die Grenzen zwischen dem geschäftlichen/öffentlichen Bereich und dem privaten Bereich verschwimmen.
Im Video wurde von einem angeblichen “Zerstörungsvideo” gesprochen, dass Platinbox in privaten Nachrichten angekündigt hatte. Darin sollten private Unterlagen von Stone veröffentlicht werden, was zweifelsohne nicht in Ordnung ist.
Umgekehrt aber auch selbst die Veröffentlichung von privater Korrespondenz als Beweis für den Wahrheitsgehalt der eigenen Aussagen zu verkünden, schlägt in die selbe Kerbe die man davor kritisiert hat.
Was an diesem Punkt unterm Strich gesagt werden kann ist, dass das Statement- Video von Stone und Schnippsel ab einem gewissen Zeitpunkt sehr polarisierend ist. Ich finde das selbst eher kontraproduktiv, weil es für an sich unbeteiligte Dritte nur noch zwei Lager gibt: man ist für ihn, oder gegen ihn.
Persönlichen Frust über Fehler in der Kommunikation, schlechtes Verhalten einiger Spieler, schleppenden Informationsfluss- das alles ist absolut nachvollziehbar.
Allerdings kann ich selbst nur schwer nachvollziehen, wie man eine konstruktive Debatte führen soll, wenn die geschaffene Ausgangssituation vergleichbar mit den Grabenkämpfen des ersten Weltkriegs sind: ein Graben auf der einen Seite, ein Graben auf der anderen Seite- dazwischen: totes Land.
Natürlich würde ich mich “freuen”, wenn Schnippsel, Stone und Charly (sehr gerne getrennt voneinander) in Zukunft weiter Events organisieren. Wie ich erwähnt habe begrüße ich zusätzliche Angebote für die Spieler.
Ebenso würde ich mich aber auch freuen, wenn speziell Stone sein Temperament, zumindest auf geschäftlicher Ebene, in den Griff bekommt, da ein tendenziell polarisierendes Verhalten eben Reaktionen provoziert.
Und sich dann darüber zu wundern und zu ärgern erachte ich als etwas naiv.
Natürlich ist dies aber auch keine Entschuldigung für die vielen Entgleisungen, welche es bezüglich den Personen allgemein gegeben hat.
Aber es wäre zumindest ein Anfang auf Kraftausdrücke zu verzichten.
Konstruktive Gespräche führen zu wollen funktioniert meistens nur dann, wenn man selbst damit anfängt.
Und da fasse ich mich sogar an die eigene Nase.