Rosenkrieg im YouTube- Land
In diesem Text berufe ich mich auf Artikel 27 GG
„Alle deutschen Kauffahrteischiffe bilden eine einheitliche Handelsflotte“
Warum ich das tue spielt keine Rolle, aber es ist schon ziemlich dramatisch erstmal das Grundgesetz zu zitieren wie das Platinbox gemacht hat.
Wenn also mein Intro hiermit geklärt ist und ich durch diesen maritimen Einstieg auch meine Fans von der Küste besänftigt habe, kann es ja losgehen.
Da war ja ziemlich was los auf Youtube. Und ohne nähere Expertise könnte man die Situation als Battle Royale bezeichnen. Frei nach dem Motto, dass jemandem beim Let’s Play von irgendwelchen prä-pubertären Ballerspielen langweilig geworden ist und der Wunsch aufkam, doch auch mal ein Alle- gegen- Alle im echten Leben –nun ja: zumindest im Internet- zu veranstalten.
Grob sind die beteiligten Akteure: Die Airsofthelden (stellvertreten durch Nick), Platinbox und Stone.
Nick von den Airsofthelden gebührt die Ehre der Nennung an erster Stelle, da ja in dieser ganzen Keilerei nicht mit, sondern nur über ihn und seine Kollegen geredet wird.
Die anderen beiden Leute könnte man kennen, da sie sich vor allem im Youtube- Land herumtreiben, ohne das Airsoft anscheinend nicht mehr funktioniert.
Sei es wie es sei, denn um die Personen an sich soll es nur indirekt gehen, sondern um das hochtrabende Wort der Diskursanalyse.
Im Klartext bedeutet dies, dass man sich zwei (möglicherweise konträren) Meinungen ansieht und die Präsentation dieser Meinungen unter die Lupe nimmt.
Grundlage dafür sind zwei Videos welche von Platinbox und Stone hochgeladen wurden.
Letzterer quasi mit einem- neudeutsch- Reaction Video.
Und das ganze wird jetzt schon sehr Meta- Ebene. Wer also darauf hofft, dass ich mich groß und breit mit den Vorwürfen und Gegenvorwürfen befasse, dem empfehle ich das Leitmotiv von Peter Lustig:“ Abschalten“
Natürlich muss auch auf den Inhalt eingegangen werden, aber da dies immer von Subjektivität geprägt ist und ich mich beim besten Willen auch nicht gänzlich davon frei machen kann, sind meine Aussagen zum Inhalt der Videos eher mit einer gewissen Distanz zu sehen.
Ich will in der ganzen Geschichte jedem die Möglichkeit einräumen auch meine Aussagen in Frage zu stellen und anderer Meinung zu sein, denn davon lebt der Diskurs nun mal.
Um das ganze einfacher zu gestalten, sollen deswegen die Videos separat voneinander betrachtet werden und abschließend ein Fazit gezogen werden.
Am Ende soll man hoffentlich das wesentliche aus den Videos erfahren haben, sowie mit allen nötigen Problempunkten vertraut sein.
Denn nach dem Konsum beider Videos kann ich sagen: beide sind zu lang, lassen sich inhaltlich locker um die Hälfte kürzen und nerven ziemlich.
Wer also bisher darum herum gekommen ist, dem biete ich diesen Text quasi als Service an um sich wertvolle Lebenszeit zu sparen. Und wer keine Lust hat auf die ganze Meta- Ebene, der kann direkt beim letzten Kapitel einsteigen.
Kausal für das ganze Heck- Meck war das Video von Platinbox mit dem netten Titel „Mein Problem mit den Airsoft Helden und deren Dark Emergency und Co.“. Soweit so unspektakulär. Und um mal die Hard Facts zu nennen: Das Video dauert 23 Minuten- davon sind zwei Minuten und 40 Sekunden Einführung und positive Randnotizen. Würde mich jetzt nicht überraschen, da ja der Titel bereits erwähnt, dass es sich um ein Problem drehen wird. Wobei man dann bei der Länge des Videos und der Aufteilung des Dings in 10% Einführung und Smalltalk und 90% Kritik schon nach knapp drei Minuten leichte Bedenken bekommt, dass es eventuell nicht nur ein Problem geben könnte wie im Titel genannt. Dass im Titel ferner keine sprachlich korrekte Aufzählung mit Nutzung von Kommata, sondern eine doppelte Verwendung des Wortes „und“ stattfindet: geschenkt. Nicht geschenkt, sondern sehr interessant ist der frühe Verweis von Platinbox auf eine Umfrage, welche mit dem Video verbunden ist. Auf diese werde ich später nochmal kommen. Im Groben wird aber nach dem Smalltalk erläutert, dass von den Zuschauern erfragt werden soll, ob sie mit der Leistung der Airsofthelden zufrieden sind. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich noch gut 20 Minuten Kritik vor mir habe.
Und während der durchschnittliche Zuschauer eventuell voller Vorfreude über die Möglichkeit der Beteiligung seine Stimme abgeben will, mache ich mir Sorgen, dass man nach 20 Minuten Kritik wohl kaum noch von einer unbefangenen Meinung sprechen kann. Ich komme später nochmals auf die Umfrage zurück. Keine Sorge. Minute 7 ist auch in einer gewissen Hinsicht interessant, da dieser Zeitpunkt einen Schnitt in der Sprachwahl markiert. Wer das Video gesehen hat, wird sich erinnern, dass Platinbox am Anfang des Videos sagte er wolle „niemanden haten oder Hate- Speech, was auch immer das nun genau sei“ betreiben. Zum einen will ich mich hier anbieten um die Wissenslücke zu füllen, aber eventuell ein ander‘ mal, zum anderen will ich aber darauf hinweisen, dass es doch sehr paradox ist, auf der einen Seite niemanden haten zu wollen, aber auf der anderen Seite von eben jenen Leuten beziehungsweise deren Leistung- Zitat: „angekotzt“ zu sein. Insgesamt fällt auf, dass die Sprache deutlich bildlicher wird. Während im Video zuerst davon die Rede ist, dass die Spieler 120 Euro zahlen müssen, ist später davon die Rede, dass eben jene Leute „bis auf’s Letzte ausgepresst werden“. Weiterhin ist sprachlich hervorzuheben, dass immer mehr eine „Wir- Die“- Konstellation aufgebaut wird. Das „Wir“ repräsentiert wohl die Spielerschaft und „Die“ sind die Airsofthelden beziehungsweise die Orga auf dem Platz. Zum einen ist diese Art der Sprache ein Symptom welches häufig bei Hate- Speech zu finden ist, aber das will ich Platinbox nicht unterstellen. Es ist dennoch auffällig. Da die positiven Aspekte der Spieler, welche es zweifellos gab, sowie deren „abschätzige“ Behandlung seitens der Orga sehr in den Vordergrund gerückt werden, auf der anderen Seite aber eben analog lediglich die Fehler der Airsofthelden thematisiert werden. Ansätze dieses Bild differenzierter zu betrachten sind maximal eine Randnotiz. So fehlt bei der Betrachtung auch das grob asoziale Verhalten von vielen Spielern, welche die Sanitäranlagen sabotieren (um es höflich auszudrücken), sturzbetrunken sind und andere Leute belästigen sowie offen gewaltbereit sind.
Durch das Auslassen dieser Leute ist es nur leider so, dass der Eindruck entsteht, Platinbox hat sich mit diesen Leuten bereits abgefunden und ignoriert diese einfach, oder es passt ihm einfach nicht in seine Argumentation. Das wäre genug Stoff um eine Grundsatzdebatte anzufangen, aber darum soll es nicht gehen. Dennoch ist es erwähnenswert, da das Phänomen des sogenannten „Framing“ dafür sorgt, dass die Wortwahl und Ausdrucksweise entscheidend dafür sein kann, wie der Rezipient über ein gewisses Thema denkt. Assoziationen sind hier das Zauberwort.
Wer also hört, dass die Orga Leute „auspresst“, Freiwilligen lediglich „Fraß“ zur Verfügung stellt und man das Gameplay „in die Tonne kloppen kann“, der wird wohl nach diesem Video die Airsofthelden hauptsächlich negativ im Gedächtnis behalten. Und das ist auch ein zentrales Problem, was das Video von Platinbox hat. Bereits ab der Hälfte des Videos ist keine objektive Kritik mehr vorhanden. Vielmehr kann es ab dann zu einem puren Meinungsvideo deklariert werden. An einem solchen ist auch nichts auszusetzen- schließlich hat Platinbox am Anfang selbst festgestellt, dass unsere Verfassung die freie Meinungsäußerung zulässt. Leider beißt es sich mit den beiden selbst gesteckten Zielen seines Videos. Niemanden zu „haten“ und die Leute zum Nachdenken bringen. Zwar kann man die Äußerungen wohl kaum als wirklichen Hass bezeichnen, aber konstruktive Kritik am Veranstalter trifft es auch nicht mehr auf den Punkt. Und die Leute zum Nachdenken bringen ist auch etwas schwierig, wenn man mit tendenziösem Sprachgebrauch eine negative Konotation mit dem Diskussionsgegenstand (hier: die Airsofthelden) erreicht. Endgültig mit dem Bild des unvoreingenommenen Rezipienten abschließen kann man, wenn Platinbox davon spricht, dass jeder, der abweichende Meinung zur der eigenen bezüglich der Ressourcen der Airsofthelden hat, sich selbst belügen würde oder sehr naiv sei. Dies ist aber quasi die Kirsche auf der Sahnehaube in einer Reihe von Fehlern, welche nicht passieren dürfen, wenn man mit Kritik Leute zum Nachdenken anregen will.
Wir sind übrigens gerade bei Minute 13 und 20 Sekunden.
Immer noch 10 Minuten vor uns Hurra.
Häufig ist es ja so, dass man über Fehler in der Präsentation hinwegsehen kann, sofern der Inhalt stimmt.
Nur leider wurden in der Präsentation solche gravierenden Fehler gemacht, dass, wie oben beschrieben, die Ziele des Videos nicht mehr erreicht werden können.
In der Schule würde dies eine Themaverfehlung bedeuten, egal ob der Rest der Arbeit nun den Ansprüchen genügt.
Und auch die Umfrage, welche ja bereits am Anfang erwähnt wurde genügt den Ansprüchen nicht. Selbst wenn wir ein vorbildliches Video hätten, welches objektiv und konstruktiv ist, bleiben dem Rezipienten lediglich die Möglichkeiten „zufrieden“ und „unzufrieden“. Eine andere Möglichkeit wie zum Beispiel „Zufrieden, aber…“ oder „Unzufrieden, bis auf…“ fehlen komplett. Dabei ist doch den meisten Airsoftspielern, sowie Platinbox vermutlich selbst auch sehr wohl bewusst, dass bei Events immer Verbesserungen möglich sind und Perfektion auf Großveranstaltungen wohl kaum erreicht werden kann.
Auch die Nutzung der Daumen für die Umfrage ist eher ein schlechter Kompromiss.
Denn schließlich bedeuten Bewertungen von Videos, unabhängig ob positiv oder negativ, dass der YouTube- Algorithmus das Video als relevanter einstuft und somit mehr Leuten als Vorschlag liefert. Ergo mehr Klicks für den Youtuber.
Auch wenn ich es eigentlich bezweifle: man könnte ihm den Vorwurf machen, mit dem Video lediglich Promo für seinen Kanal zu machen. Ob dies nun der Wahrheit entspricht oder nicht, sei schlussendlich dahingestellt.
Was auf jeden Fall bleibt, ist, dass diese Umfrage (und schließlich auch das Video) weder repräsentativ ist, noch qualitativen Ansprüchen genügt und im Gegenteil den nachdenklichen Zuschauer in zwei Lager teilt: diejenigen, die mit den Airsofthelden unzufrieden sind und denjenigen, welche sich naiv und blind wie sie sind selbst belügen und der tauben Oma von Platinbox Geschichten vorlesen.
Es ist ein Zeichen von Professionalität, wenn man erst einige Zeit verstreichen lässt bevor man in einen Diskurs einsteigt.
So verschafft man sich Distanz zum Thema, Objektivität und emotionale Gelassenheit. Insofern bin ich sehr glücklich darüber, dass Stone ca zwei Wochen hat verstreichen lassen, bevor er eine Art Antwort- Video auf das Werk von Platinbox veröffentlichte.
Darüber hinaus scheint dies nicht das erste Video zu sein, welches produziert wurde; vorherige Versionen waren allerdings laut Marc Le Roux, wie er sich selbst mit Bauchbinde vorstellt, „zu krass“ und könnten nicht gesendet werden.
Nun gut. Aber sehen wir uns mal zuerst wieder die Hard Facts an.
Wir sehen Marc LeRoux vor einem schwarzen Hintergrund und Karteikarten auf denen deren „WIN“- Logo aufgedruckt ist. Eine Bauchbinde verrät uns seinen Namen und gibt uns die Zusatzinfo, dass es jetzt reichen würde. Was genau bleibt uns diese Bauchbinde allerdings schuldig.
Auf jeden Fall enthüllt man dem Rezipienten den Arbeitstitel des Videos: „Bist du verhaltensbehindert? Wenn ja- dann geh doch mal zum Arzt.“
Gut, wir sind abzüglich des Intros mit dem Logo etc eventuell bei 30 Sekunden Sprechzeit, von wirklich sinnigen Informationen oder Inhalten ganz zu schweigen- schon wird auf einer persönlichen Ebene attackiert.
Was bei Platinbox frühestens nach sieben Minuten festgestellt werden kann erledigt Stone hier also so quasi im ersten Satz.
Nun ja- immerhin ist er ehrlich, denn er sagt ja, dass er „eskalieren“ würde.
Schon ziemlich paradox, wenn das Video die visuelle Ästhetik von einer N24- Doku besitzt, bei dem die Experten meist auch vor dunkle, einfarbige Hintergründe gesetzt werden und somit ja allein schon optisch Seriosität vermittelt werden soll.
Ebenfalls irgendwie etwas fadenscheinig, wenn man anderen Leuten vorwirft unreflektierte Meinungen zu haben, selbst aber mit einer Suggestivfrage eine schwerwiegende Verhaltensauffälligkeit respektive Behinderung unterstellt. Und diese Suggestivfrage ist da nur ein Beispiel von Vielen.
In dem Video von Spiegel in dem Marc anscheinend in seinem Arbeitsumfeld in Anzug und Krawatte gezeigt wurde sah es nicht so aus, als ob er berechtigt wäre derartige Diagnosen zu erstellen.
Insofern könnte man nach 30 Sekunden das Video beenden und sagen „Klappe zu- Affe tot“. Aber Moment, was ist das? Das Video dauert geschlagene 45 Minuten!
Wobei meine Person laut Marc selbst auch sehr kritisch ist, da ich mich ja schließlich hinter der Anonymität des Internets verstecke. Ich nutze nicht meinen echten Namen, ich verpixle mein Gesicht auf Fotos und ich gebe keine Auskünfte zu meinem Wohnort oder meiner beruflichen Tätigkeit.
Laut Marc ist dies ein Problem, da Anonymität destruktiv ist. Begründet wird dies zwar nicht genauer, aber wenn dies der ausschlaggebende Punkt ist, weswegen meine Meinung weniger Wert ist, dann muss ich damit wohl leben.
Allerdings deutet sich dadurch an, worum es hier ebenfalls geht. Nicht nur um Fakten und wem was vorzuwerfen ist, sondern um die Deutungshoheit der Debatte.
Wer darf was, warum und wie äußern. Konkret geht es Marc darum Leute dazu anzuregen „erstmal vor der eigenen Tür zu kehren, bevor sie auf andere zeigen“.
Warum er dies selbst aber nicht tut habe ich bereits oben erwähnt.
Ab Minute 5 wird es konkreter. Marc geht auf Events ein und schildert seine Sicht der Dinge. Dass man hier viel einfach hätte kürzen können habe ich bereits am Anfang des Textes gesagt, aber wenn Marc diesen Umfang für nötig gehalten hat, dann sei es ihm in seiner künstlerischen Freiheit gegönnt.
Da ist auch viel dabei, was meiner Meinung nach irgendwann einfach redundant ist, da man seinen Punkt begriffen hat. Begriffen hat man auch, dass Marc ein Problem mit unterschiedlichen Namen hat, weswegen er auch dem Rezipienten stets wenn er von Platinbox spricht von „Robert, Platinbox, James Fortescue“ berichtet. Stets, dass man nicht vergessen soll, dass sich die Person um den angegriffenen Youtuber hinter Pseudonymen versteckt.
Dafür gibt es mehrere Erklärungen, wobei es für mich zwei gibt die sehr wahrscheinlich sind und möglicherweise aber nicht zwingend beide auf die eine oder andere Weise zutreffen.
Die erste Möglichkeit wäre, dass es Marc wirklich wichtig ist, seinen Punkt über den angeblichen Irrsinn der Anonymität rüberzubringen und durch redundante Nennung aller Aliase von Platinbox dem Rezipienten des Videos dies auch deutlich zu machen.
Die andere Möglichkeit ist, dass die Penetranz der Mehrfachnennungen eine Diskreditierung erreichen soll, in dem Platinbox nicht als eigenständige Person genannt wird sondern lediglich als Konglomerat an unterschiedlichen Namen. Wenn das so wäre könnte man sich weiter die Frage stellen inwiefern dies intendiert ist. Hier sind verschiedene Intensitäten denkbar. Wenig schlimm wäre es wohl, wenn hinter dieser Masche lediglich ein Seitenhieb der etwas nervigen Art steckt. Am anderen Ende der Skala kann man aber auch unterstellen, dass die Intention hinter diesem sprachlichen Konstrukt das Absprechen der Subjektsqualität von Platinbox ist.
Im Klartext soll das heißen, dass Marc damit sagt: „Du bist deine Namen, mehr aber nicht“
Ich will die Bewertung dieser Sache jedem für sich überlassen.
Was ich allerdings anmerken will ist folgendes:
Marc redet sehr viel anhand von konkreten Inhalten und kann auch in der Hinsicht weitestgehend überzeugen. Auf dieser Eben kann ich ihm nicht wirklich widersprechen, da ich ebenfalls bei vielen Punkten seiner Meinung bin.
Was allerdings Marc mit seinem Video für untragbar macht ist die Tatsache, dass er trotz der an sich besseren Argumente dennoch den persönlichen Angriff für nötig befindet. Und zwar in einer Art und Weise die nicht ihm, oder sonst jemandem angemessen sind.
Personen die nichts mit Airsoft am Hut haben und denen ich Ausschnitte gezeigt habe, haben mich gefragt, was das denn für ein Typ sei, der in diesem Alter wegen einem Hobby die Beherrschung verliert.
Über seine Ansichten zu Meinungsäußerungen, reflektiertem Denken und dem Recht auf Anonymität sowie Marcs Verständnis von Journalismus will ich nicht anfangen.
Für mich als einigermaßen neutralen Beobachter stellt sich mir nur wirklich die Frage: warum hat man es nötig „zu eskalieren“, wenn man ohnehin schon die besseren Argumente hat.
Vielleicht liegt es daran, dass Marc selbst sagt, dass sie Journalismus mimen wollen.
Wenn dem so ist, dann muss sich Marc den Vorwurf gefallen lassen, dass es sich bei seiner Arbeit partiell nicht um wirklichen Journalismus handelt, sondern um Infotainment.
Also Unterhaltung mit ein wenig Informationen unterfüttert.
Wenn es also schließlich das ist, um was es in diesem Video geht- Unterhaltung nämlich- dann hat Marc sein eigenes Ziel ebenfalls nicht erreicht: Leute dazu zu bringen vor der eigenen Tür zu kehren bevor sie auf andere zeigen.
Sehr schade, wenn man bedenkt, dass Marc knapp 2 Wochen Vorbereitungszeit hatte. Er hätte als Person die relativ häufig Veranstalter unterstützt sicher einen guten Einblick geben können, wie man Veranstaltungen aus einer anderen Sichtweise betrachtet.
Anstatt dessen fällt er in dieselben Gruben, welche er Platinbox vorgeworfen hat gegraben zu haben.
Inhaltlich ist das ganze Geplänkel eigentlich relativ schnell erklärt.
Abstrakt gesprochen bemängelt Platinbox, dass versprochene oder angeblich erwartbare Leistungen von den Airsofthelden bei deren Veranstaltungen nicht erbracht wurden. Ferner kritisiert er, dass zusätzliches Engagement der Spieler nicht genügen honoriert würde.
Marc widerspricht den Ausführungen und führt an, dass Platinbox sehr viele Variablen außer Acht lässt und Veranstaltungen vergleicht, die in Art und Umfang nicht nebeneinander gestellt werden können.
Letztendlich überzeugen die Argumente von Marc, da es natürlich so ist, dass die Dark Emergency auf die Spieler reagiert hat. Eben jene Spieler, die sich öffentlich auf Veranstaltungen jeder Art mehr Shops wünschen, eine Tombola, Verlosungen- sprich: ein tolles Rahmenprogramm.
Und auch andere von Platinbox kritisierte Punkte sind anderswo schon längst Realität. Ticketwellen und käufliche Zusatzleistungen sind beispielsweise bei Festivals Normalität geworden.
Dies ist einfach ein Phänomen, welches mit einer fortschreitenden Professionalisierung von Veranstaltungen einhergeht. Der Wunsch nach total viel Herzblut und Liebe zum Spieler und gleichzeitig total professionellem Eventmanagement ist zwar verständlich, aber quasi der Traum von der eierlegenden Wollmilchsau.
Keineswegs sollte man aber Platinbox dafür verurteilen, dass er Missstände, welche es in seinen Augen gibt, anspricht. Denn hinter den Veranstaltern stehen auch nur Menschen, die keineswegs perfekt sind und eben Fehler machen können.
Missstände anzusprechen hilft auch den Veranstaltern um sich weiter zu verbessern.
Umgekehrt ist es aber auch von Platinbox vermessen zu sagen, dass man für Betrag xy quasi Perfektion verlangen kann. Denn auch er muss den Veranstaltern zugestehen das Fehler passieren können.
Abstrakt darauf spielt Marc auch an, weswegen er wie gesagt inhaltlich richtig liegt, nur leider mit seinen Äußerungen bezüglich Platinbox so austeilt, dass es schwer fällt den Inhalt in dieser Art und Weise noch wirklich ernst nehmen zu können.
Was bleibt also schlussendlich?
Nun zum einen aus den bisherigen Videos ein interessanter Ansatz für eine Diskussion über die Art und Weise wie man wichtige deutsche Airsoft Events veranstaltet und Betrachtet. Zum anderen aber auch eine vertane Chance, da beide Parteien mehr den Fokus darauf setzen einem ihrer Meinung nach Verantwortlichen die Rübe einzuhauen.
Was ich mir von den Beteiligten wünschen würde; so quasi als Hausaufgabe:
- Eine neue Ausarbeitung ihres Standpunktes
- Verzicht von jeder Art der Beleidigung
- Maximal Länge von 10 Minuten
Aber ich bin weder euer Lehrer, sondern nur jemand, der sich eure Videos ein bisschen genauer angeschaut hat als ihr vielleicht selbst.