der fuchs und dr. shimamura
roman von christine wunnicke
erschienen im berenberg verlag
2015
isbn: 978-3-937834-76-4
(von tobias bruns)
ein interessantes leben hatte dr. shimamura... ende des 19. jahrhunderts wurde er kurz nach seiner promotion in die japanische provinz nach shimane geschickt, um die “fuchskrankheit” zu untersuchen, die vor allem in der warmen jahreszeit frauen befällt. eine neurologische krankheit, die durch einen fuchsexorzismus ausgetrieben werden muss. dr. shimamura findet viele neurologische probleme bei denen, die er untersuchen muss, doch einmal findet er einen wahren fall von fuchsbefall bei einem jungen mädchen - eine faszinierende aber auch folgenschwere begegnung... er reist später nach europa, wo freud gerade wirkt und wichtige nervenärzte ihre schriften veröffentlichen. frankreich, deutschland und österreich sind seine stationen. auf der letzten station hat er selbst einen anfall. mit all seinen informationen der modernen nervenkunde europas zurück in das sich erst kürzlich der welt sich öffnende japan macht er dort eine steile karriere als wissenschaftler und klinikleiter. nun ist er ein greis, lebt mit frau, schwiegermüttern und pflegerin zusammen und erinnert sein wechselvolles leben.
es ist keine schöne geschichte die der roman erzählt, sie steuert auch nicht auf einen besonderen höhepunkt hin... man liest sich durchs jetzt und die vergangenheit, genießt das wechselspel der zeitebenen und den interessanten mythos der vom fuchs befallenen frauen - doch auch männer sind nicht gefeit vor dieser folklorischen krankheit. man liest sich durch das leben dr. shimamuras und obwohl an sich keine große spannung herrscht übt der roman eine eigenartige faszination auf den leser aus, man möchte weiterlesen, mehr wissen über diesen doktor, der tatsächlich existierte. die lektüre macht spaß und ist noch dazu äußerst kurzweilig - gerade fängt man an, schon ist man fertig.











