[...] Eigentlich ist das nicht so schwer: Man kann die Ungerechtigkeiten, die die Palästinenser in den besetzten Gebieten erleben, benennen, ohne dem israelischen Staat seine Daseinsberechtigung abzusprechen. Man kann die Islamisten im Gazastreifen für ihren Terror kritisieren, gleichzeitig aber auch die Unverhältnismäßigkeit anprangern, mit der Israels Führung den Gazastreifen angreift. Wer überzeugt davon ist, dass Menschenrechte für alle gleichermaßen gelten, darf auch nicht wegsehen, wenn die Rechte der Palästinenserinnen und Palästinenser verletzt werden. Auch sie haben, wie die Israelis, selbstverständlich einen Anspruch darauf, unversehrt zu bleiben und selbstbestimmt und in Frieden zu leben. Viele von ihnen wollen genau das – und sie werden in diesen Tagen zu oft ausgeblendet.