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Geliebtes Kind Phantasy
Ein sehr lesenswerter Gedankenstrang bei Zeitzeugin zu Phantastik und ihrem Wert für unser alltägliches Leben. Was ich dem noch hinzufügen möchte, ist eine weitere Betrachtung der phantastischen Wesen- und Gegebenheiten, derer sich das Genre bedient und deren Bedeutung für unsere Realität. (more…)
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Das Saarland und der französische Franc
Ein Interview mit Rosa Maria Becker (77 Jahre)
Zu unserem Projekt “Geld” haben wir heute die 77 - Jährige Rosa Maria Becker befragt. Frau Becker, welche Veränderungen zog der Wechsel zum Franc mit sich und wie haben Sie das persönlich erlebt?
In unseren Geschäften wurde damals alles teurer. Wir konnten uns nicht mehr so viel kaufen da unser altes gespartes Geld so gut wie nichts mehr wert war. Wir waren zwar immer schon eine sehr handwerklich begabte Familie und haben damals selbst angebaut, sowie unsere Kleider genäht und gestrickt. Doch bist ein Wintermantel fertig war dauerte es manchmal einfach zu lange, so mussten wir das ein oder andere trotzdem kaufen.
Haben Sie an Schmugglerfahrten teilgenommen,um an billigere Ware zu gelangen?
Ja, das haben meine Mutter und ich. Alle 14-Tage oder drei Wochen fuhren wir Mittwochmittags mit dem Bus auf sogenannte „Kaffeefahrten“. Der Bus fuhr dann über die einzelnen Ortschaften im Saarland. Unsere Route war St. Ingbert- Oberwürzbach- Niederwürzbach- Blieskastel und dann nach Zweibrücken. Für den Bus mussten wir uns ein Ticket kaufen, was man mit denen heute in etwa vergleichen könnte.
Wie haben Sie damals in den Geschäften bezahlt?
Wir haben in den Geschäften mit dem Franc bezahlt, die Verkäufer machten uns dann ein Angebot zum Wechsel, welches immer besser war als der Kurs. Deshalb ging eigentlich nie jemand zur Bank.
Gibt es etwas was Sie damals in großen Mengen geschmuggelt haben?Und was war generell beliebt bei den Käufern?
Ich hatte damals, weil ich in Umständen war, vor allem Babykleidung geschmuggelt. Das Gute daran war, dass Schwangere vom Zoll nicht abgetastet werden durften.
Am Meisten schmuggelten daher Frauen Babykleidung oder Spielzeug. Wintermäntel waren auch sehr beliebt. Für die Fahrt zogen sich die Menschen dann dünne Westen an, das war meistens kein Problem, denn im Bus war es warm und er hielt meistens genau vor dem Haus und als sie in Zweibrücken ankamen kauften sie sich dann direkt einen neuen Mantel. Die Verkäufer waren meistens so nett und trennten alle Schilder heraus, so dass der Zoll nicht nachvollziehen konnte, woher der Mantel kam.
Wie haben die Frauen denn die Babykleidung geschmuggelt?
Ich zumindest band mir immer die Strampler und Höschen um den Bauch. Es gab auch Frauen die damit ihr Dekolletee ausschmückten, das war aber selten der Fall.
Hat der Zoll sich immer daran gehalten Schwangere nicht zu kontrollieren?
Nein, das hat er nicht. Manchmal wurden wir auch kontrolliert, wenn wir dann aufflogen mussten wir den Zoll nachbezahlen.
Hat es sich dann überhaupt noch gelohnt die Sachen dort zu kaufen, wenn man Zoll bezahlen musste?
Ja, das hat es. Der Zoll war nicht allzu teuer und somit immer noch billiger als im Saarland.
Hat ihr Mann auch geschmuggelt? Oder nur Sie und Ihre Mutter?
Ja, mein Mann hatte auch geschmuggelt. Er fuhr meistens Samstags nach der Arbeit mit seinem Bruder auf dem Motorrad nach Zweibrücken. Dort hat er mir dann zum Beispiel eine Uhr für meinen Geburtstag gekauft.
Einmal hatte er auch eine Kamera und ein Fernglas geschmuggelt, das war riskant. Die zwei haben sich dann die Kamera und das Fernglas in die Hose gesteckt, da hatten sie Glück, denn der Zoll durfte in Intimzonen schließlich nicht abtasten.
Ist Ihr Mann denn auch mal erwischt worden? Oder Sie selbst?
Ich bin nie erwischt worden, mein Mann jedoch einmal. Er wollte damals Stoff für einen Mantel schmuggeln, den hatte er sich dann in das Hosenbein gesteckt und als der Beamte ihn aufforderte aufzustehen, fiel der Stoff heraus. Doch der Kontrolleur war nett und ließ ihn trotzdem durchgehen.
Gab es noch andere Momente, in denen es äußerst knapp war?
Ja, einmal wollte mein Mann einen Griff für die Tür schmuggeln, den hatte er sich in die Jackentasche gesteckt. Der Zollbeamte wurde stutzig, da die Jacke ganz neu war und wollte den Namen sehen. Da hielt er die Jackentasche zu, zeigte ihm das Schild und sagte:“Morch, Sarrebrueck“. Ich hatte damals Angst und war froh, dass mein Mann so reagiert hat.
Einmal nahm ich meine kleine Tochter mit, der kaufte ich dann neue Schuhe. Auf die war sie ganz stolz und wollte sie dem Kontrolleur zeigen, doch zum Glück hatte er sich nicht für sie interessiert.
Haben Sie denn auch einmal Zoll bezahlt?
Ja, einmal. Da hatte ich mir einen Kinderwagen gekauft, den hatte ich beim Zoll angegeben, denn er war unmöglich ihn zu schmuggeln.