Access - Zugangsgesellschaft
Ein Auszug aus Auftrittsmenschen - Autor: Marten Wiersma, Seite 531
Um Ulrich Bröckling zu zitieren:
„Der kreative Imperativ nötigt zur permanenten Abweichung; seine Feinde sind Homogenität, Identitätszwang, Normierung und Repetition. Nur Unangepasste verfügen über Alleinstellungsmerkmale. Schöpferisch sein erfordert deshalb unentwegt Anstrengung. Jeder hat nicht nur kreativ zu sein, sondern kreativer als die anderen. Um in diesem Wettkampf zu bestehen bedarf es keine besonderen Begabung oder Ausbildung, sondern einer inneren Einstellung, die man einnehmen kann oder nicht. … es ist eine Haltung dem Leben gegenüber. Einige Menschen entscheiden sich, kreativ zu leben, andere nicht. Aber es ist eine Entscheidung. Entweder entscheidest Du Dich den ausgetretene Pfade zu folgen, oder Du entscheidest Dich, Deinen eigenen Weg zu gehen. Die frohe Botschaft hat eine brutale Kehrseite: Wenn alle die Wahl haben, sich gut zu verkaufen, dann haben jene, für die sich niemand interessiert, es nicht anders gewollt.“
Der Soziologe Ulrich Bröckling wagt seine Ausführungen nicht zu treffen ohne Referenzbezug, sodass an die Fußnoten in sein Buch „Das unternehmerische Selbst“ ebenda verwiesen wird. Will sagen, die mit Gedröhn zu Gehör gebrachte Posaunenklänge sind keine Soli; sie sind orchestral hörbar.
Wer Beispielsweise „Access“ von Jeremy Rifkin liest vernimmt dieselbe Klangteppich unter dem symphonischem Oeuvre des Proteischen Selbst inmitten der mittlerweile eingebürgerten Hoheitsbegriff einer Zugangsgesellschaft.