Mappen: Thema oder kein Thema – das ist die Frage.
Braucht man ein Mappenthema? Dies ist eine der meistgestellten Fragen die von Bewerbern gestellt wird. Dazu gibt es eine kurze und eine längere Antwort. Hier die Kurze:
Man kann sich für EIN Thema entscheiden oder mehrere Teilthemen. Insbesondere für Kommunikationsdesigner und Mediendesigner kann es hilfreich sein ein Thema oder mehrere Teilthemen zu behandeln, das macht eine Mappe homogen, gibt eine Leitlinie und Ordnung. Gleich, ob es ein Thema oder Teilthemen sind, es sollte immer eine Relevanz zum Studienfach erkennbar sein und möglichst auch ein persönliches Statement darstellen. Die Mappe muss aber nicht unbedingt thematisch aufgebaut sein. Das Wichtigste sind stilsichere Arbeiten, die zum Studienfach passen.
Braucht man ein Mappenthema? Hier die lange Antwort: Das eigentliche und wichtigste Thema sollte die Bemühung darstellen, zielsicher an der Fachrichtung dran zu bleiben. Dies gilt zum größten Teil für Bewerber der Fachrichtung Kommunikationsdesign / Visuelle Kommunikation. Kommunikationsdesign muss Botschaften sichtbar machen, Qualität, Überzeugungen, Philosophien. Es muss überzeugen, beeinflussen, inspirieren, verführen. Dazu können sich Kommunikationsdesigner vieler Hilfsmittel bedienen, zum Beispiel der Typografie, der Illustration, der Fotografie, der Zeichnung, des Films oder der digitalen Gestaltung. Eine Mappe kann sich überwiegend mit Schrift (Zeichen) oder der Textgestaltung (Typografie) oder Handschrift (Kalligrafie) beschäftigen, dann wäre das ein Mappenthema.
Man benötigt also keinen Überbegriff, der auf jedem Mappenblatt wieder auftaucht. Auch könnte man sich auch mit visuellen Phänomenen beschäftigen und dazu die Fotografie als Werkzeug einsetzen, zum Beispiel Spiegelbilder, Spiegelungen, Schatten, Licht, Farbe, Form und Schrift oder Bilder können aber auch in der räumlichen Gestaltung eingesetzt werden. Wenn mit einer oder mehreren dieser oben genannten Mittel ein einziges Thema bearbeitet würde, ist das möglich, aber es wird von kaum einer Hochschule vorausgesetzt oder gar verlangt. Ausnahmen sind Hausaufgaben oder vorgegebene Themen einiger weniger Hochschulen.
Ein Beispiel ist die Mappe von Anne Reisig, die das Thema "verhüllen" gewählt hat. Dann ist es wichtig, dass man dieses Thema auch beschreibt, am besten in einem druckreifen Text, kurz und verständlich (siehe Beispiel). Am besten auf der Mappe oder auf dem ersten Blatt in der Mappe. Man kann sich aber auch ganz ohne Thema eine Mappe erarbeiten, Hauptsache die Arbeiten dokumentieren, dass man versteht, wie Kommunikation funktioniert und wie man die gestalterischen Mittel richtig einsetzt.
Wer meint, dass eine Mappe für Kommunikationsdesign aus Zeichnungen von Turnschuhen und Händen, Handy-Fotos, Collagen aus Boulevardmagazinen etc. besteht, ist garantiert auf dem Holzweg.