Wagemut
Worte die man zu sagen sucht
und sich traut
damit etwas etwas baut
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@vd-poetry
Wagemut
Worte die man zu sagen sucht
und sich traut
damit etwas etwas baut
Ich bin für immer 20, ich lebe für immer.
Du hast mich nie verloren,
denn du hast mich nie gekannt.
Wer nie den Mut zur Tiefe hat,
baut Liebe nur auf Sand.
Ich sehe, wer du warst.
Du wurdest, was du sahst.
Nachgelaufen.
Ist es Aberglaube
Die off‘nen Tür‘n des alten Hauses? –
Willenlos wie stiller
Mimikloses Schillern
Kalte Augen –
Ist es ein Nach-gelaufen?
Hinter Masken dein Gesicht
Hinter Augen währt dein Licht
Hinter Herzen seh ich dich –
Hinter Seelen wohnt der Frieden.
Deine Zeit verschwendet
Die Frage, wo es endet
Das Angekomm'n versäumt
Vom Halbmarathon geträumt
- Ein Ziel zu trennen? -
Seh mich rennen
Frieden.
Schweigen brechen
Eingeengt an deiner Leidensgrenze
weil ich deine Zeit verschwende
Zwei Verletzte
Schweigen, brechen
Frieden
„Ich komme zu spät.“
„Trifft sich gut.“
Gehe in Frieden. Lebe in Frieden.
Ein letztes Wachsen
Eine Mohnblume spricht zu einem Heer
„Osterglocken, Tulpen, Narzissen – kommt näh'r
Blüht so schön, wie es geht
Damit Mensch endlich versteht
Dies wird unser letzter Frühling
Bevor uns Totadern verschling'n
Sie nennen es Wandel, als wär es eine Wahl
Wir nennen es: Ein letztes Mal“
Ich stehe mich noch auf tausend Brücken und Bergen,
nur um einen Sonnenuntergang zu sehen.
Eine Standpauke erdrückt den Raum.
„Lass uns reden.“
„In 20’, Wo?“
Stille. Mit jeder Minute steigt mein Herzschlag ins Unerträgliche. Bekomme ich eine Panikattacke?
So gleite ich aus der Tür im 3. Stock in einen dunklen Flur. Am Ende des Flurs leuchten die Umrisse eines Zugangs zu einem kaputten Vorraum eines Fahrstuhls – eine einzige Baustelle.
Ohne Gewissheit stolziere ich zielgerichtet auf die leuchtenden Umrisse des Zugangs hin – Sie steht da.
Ein intensiver Blick, der nicht mehr abweicht.
„Willst du sitzen?“, blickend auf die mit Nadeln übersäten Holzbretter.
„Nein, ich kann auch stehen.“
Stille rauscht meinen Lungen entlang. Dann sprechen wir.
„Ich habe einen Fehler gemacht. Es war zu früh, dass..“
„Ich weiß.“
„Es braucht Zeit, die ich alleine brauche.“
Mein Körper neigt sich ihr zu. Meine Wahrnehmung, die Perspektive meiner Augen, fließt wie in ihr Gesicht hinein, sodass es sich anfühlt, als würden Seelen sich berühren:
„Noch eine Sache: In [einer Situation x y] sagtest du [x y, was mich in Tagen nicht mehr interessieren wird], weil ich weiß, wie du bist. Und das bist nicht du – “
"Du willst Sicherheit. Deshalb testest du mich mit Fragen. Du suchst die Nadel im Heuhaufen, nur um dich auf sie zu setzen."
Sie unterbricht mit einem fast schon demütigenden Blick zu Boden.
„Das ist mir auch schon aufgefallen. (Pause). Und ich weiß, du bist es.“
Du bist mein Frieden.
Brich das Schweigen, bevor du am Schweigen zerbrichst.
Du suchst die Nadel im Heuhaufen, nur um dich auf sie zu setzen.
Wir reden immer.
Denn mit Reden kann man Entscheidungen aus dem Weg gehen.