Zehn Lieder über eine kleine Stadt und die großen Themen des Lebens.
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@wegenachinnen
Zehn Lieder über eine kleine Stadt und die großen Themen des Lebens.
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Unten am Fluss
Unten am Fluss war früher mal ein Fußballfeld. Wir waren jung, wussten nichts von dieser großen Welt. Zwei Tore und ein Ball haben uns gereicht. Nach der Schule ging es runter - das war uns're Zeit. Es war sorglos, wir haben jeden Tag gespielt, manchmal auch übertrieben bis der Ball ins Wasser fiel. Und manchmal saßen wir auch nur so im Gras, haben Geschichten erzählt, uns über Schule beklagt. Doch ein Tages war die Grundschule zu Ende. Die Tore waren weg und die Wege war’n getrennte. Neue Schule. Kam mir vor, als ob ich noch nichts wusste hier. Und so ging nachmittags dann am Fluss spazier’n, Um nachzudenken bin ich hier her gekomm'. Einmal hab ich einen Stift und ein Papier mitgenomm'. Habe alles aufgeschrieben, was so in meinem Kopf war. Gedanken kam' im Fluss. Jeder Reim war für mich kostbar. Wir wohnten lang am Fluss, doch war'n nicht glücklich da. Im Winter sah ich vom Balkon die Kinder Schlitten fahr'n. Wir gingen weg, weil wir ne bessere Wohnung hatten, doch die Momente am Fluss haben mich nie losgelassen. Es ist immer wieder schön hier zu stehen. Später werden ich's meinen Kindern wie ein Märchen erzähl'n Unten am Fluss, wo alles begann mit ein paar Träumen und alle Freunde kamen zusamm'. Es ist ein Strom voller Hebungen und Senkungen. Begegnungen, die unser Leben stark verändern könn'. Unten am Fluss, wo alles begann. Und ich schick dir diese Nachricht, hoff sie kommt bei dir an.
Ich hörte dieses Lied das erste Mal mit fünfzehn hier. Der Dilla-Beat hat mich stark inspiriert. Schrieb zum ersten Mal den Song, bis ich ihn wieder verwarf, doch der schönste Moment am Fluss passierte erst danach: Sie lief ein paar Meter vor mir, unten am Fluss. Sie beugte sich herunter und gab ihrem Hund einen Kuss. Der sprang sie an, und sie lachte dann aus vollem Herz. Ich sah uns beide und ich dachte dran wie toll das wär’. Sie sah mich auch, blickte lächelnd nach unten. Und ich wusste, wenn ich jetzt nichts sag, ist sie verschwunden. Und wir redeten ein wenig, spielten mit dem Hund, denn wir brauchten nicht viel sagen, wir fühlten uns verbunden. Es wurde dunkler, Sterne fiel'n in den Fluss. Sah'n uns beide in die Augen und ich gab ihr einen Kuss. Und wir saßen auf der Bank, Hand in Hand, noch die ganze Nacht. Doch später ging sie in ne and're Stadt. Noch heute sitz' ich hier, wenn ich wieder mal Zeit hab. Nicht mehr am Ursprung. Es fliesst immer weiter. Vielleicht werden die tiefsten Gedanken niemals erreichbar, doch wenn ich mal verirrt habe, gibst du mir Heimat. Es ist immer wieder schön hier zu stehen. Später werden ich's meinen Kindern wie ein Märchen erzähl'n Unten am Fluss, wo alles begann mit ein paar Träumen und alle Freunde kamen zusamm'. Es ist ein Strom voller Hebungen und Senkungen. Begegnungen, die unser Leben stark verändern könn'. Unten am Fluss, wo alles begann. Und ich schick dir diese Nachricht, hoff sie kommt bei dir an.
Kleinstadtgedanken
Zerstörte Träume, Zerstörte Fassaden egal ob Häuser oder Menschen sie tragen Egal ob hier noch ne Ampel oder Lampe blinkt Es sind dunkle Gedanken die hier entstanden sind Und jetzt bin ich wieder hier mit sovielen Gedanken, an dem Ort wo wir früher die Gefühle nicht kannten. Vorbei an seiner Wohnung. Sie ist leer in diesen Tagen. Alles vergeht und ich stell mir wieder diese Fragen: Was würd' mein Vater zu mir sagen, wenn wir zwei uns sehn, wär er enttäuscht oder könnte er mich gut verstehn? Hätte er angst um mich? Was würde er von mir halten? Und würde er es schaffen sein leben schön zu gestalten? Es sind Fragen, die der Einsamkeit entspring’, nachts in der Stille. Doch sie werden mich nicht weiterbring’. Zuviel gedacht und zu wenig gemacht. Zwanzig Jahre später die Erkenntnis: Leben verkackt. Nicht geliebt. Nichts riskiert. Keine schönen Zeiten. Nur Ängste und Zweifel, die mir meinen Weg bereiten. Ich sitz mit meinen Großeltern am Balkon und seh immer weiter zu, wie diese kleine Stadt verkommt. Seh in das leere Gesicht von diesen alten Menschen und frage mich was sie wohl hinter diesen Falten denken. Sind sie glücklich damit wie alles gelaufen ist? Wurden sie kalt mit der Zeit, weil es so traurig ist, dass die Vernunft gesiegt hat und nicht wahre Gefühle? Ha’m sie geliebt ohne angst sich darin zu verlieren? Ich war so oft allein. Ich hab mich dran gewöhnt. Hab mich von Rückschlägen nicht erholt und fand’s bequem. Hab mich so distanziert. Nehm nicht mehr am Leben teil. Alles zieht vorbei. Fühlt sich an wie starker Regenfall. Und ich seh meine Mutter wie sie ganz woanders ist. Wie sie sich immer wieder durchkämpft durch den ganzen Mist. Was sie ertragen musste und niemals sicher war. Wie schlimm es auch war, verdammt, ich war nicht für sie da. Zerstörte Träume, Zerstörte Fassaden egal ob Häuser oder Menschen sie tragen Egal ob hier noch ne Ampel oder Lampe blinkt Es sind dunkle Gedanken die hier entstanden sind Ich sitz in meinem Zimmer auf diesem Billig-Sofa. Ich weine wieder. An der Wand hängt jetzt ein Biggie-Poster. Regeln des Lebens, richte mich danach kaum. Ich schließe nur die Augen und flüchte in einen Traum. Die Nacht vorbei. Wir die letzten die noch da war’n. Ich kam zu dir, weil du grad irgendwie so gar nicht klar kamst. Du hast geweint. Du warst allein und wolltest nicht nach Haus’. Wir nahmen uns’re Räder und wir fuhr’n ins Licht hinaus. An diesem Sommermorgen, nur wir beide auf der Straße. An Wiesen vorbei, mit frischer Luft in uns’rer Nase. Wir haben nichts gesagt. Doch wenn ich zu dir sah, hast du gelächelt und ich wusste dann dass du mich magst. Ich wollte immer nur mit dir auf dieser Wiese liegen, Sterne gucken und hoffen dass wir uns nie verlieren. Und dennoch seh ich dich schon morgen verschwinden. War nie wirklich gut darin richtige Worte zu finden. Zerstörte Träume, Zerstörte Fassaden egal ob Häuser oder Menschen sie tragen Egal ob hier noch ne Ampel oder Lampe blinkt Es sind dunkle Gedanken die hier entstanden sind Könn' wir kurz ehrlich zueinander sein, ganz von der Angst befreit etwas zu verlieren wie zu oft in der Vergangenheit? Dann würde ich dir sagen, wie gern ich dich um mich hab. Aber die ehrlichsten Gedanken bleiben ungesagt. Auf dem Weg zum Glück kam ich kurz an mir selbst vorbei, grüßte freundlich, ging weiter und war dann schnell allein. Immer zufrieden sein. immer die Wahrheit sagen. Dem Ander’n zeigen was man fühlt, ohne zu hinterfragen. Nichts mehr sagen. Nichts erwarten. Richtig atmen könn'. Und nicht mehr blind durch die Straßen renn’. Ich lernte, dass es nicht um Äußeres geht, sondern darum, dass man vom Anderen die Träume versteht. Und ich wollt’ schon immer Schriftsteller sein. Schreib meine Gedanken hin. Dann sind sie nicht mehr allein.
Begegnung
Als wir zur Party kam' war ich schon angetrunken. Und die Anspannung war lang schon mit der Angst verschwunden. Ich wusste, dass du da bist. Hab nicht drüber nachgedacht. Und es traf mich wie ein Schlag, als ich sah wie du gerade lachst. Du hast dich dort mit Leuten unterhalten. Du trafst deine Freunde wieder - all die neuen und die alten. Hast sie lang nicht geseh'n und ich fand dich so schön und wollte selbst beim Tanzen neben keiner anderen steh'n. Und es ging mir wieder gut, denn ich wusste du bist da. Redete grad mit nem Kumpel, als du einfach zu uns kamst. Und wir redeten von früher: Über Lehrer oder Schüler. Weiß noch wie ich mich bei deinem Lachen jedes mal gefühlt hab. Die Gefühle war'n fremd. So intensive Momente hab ich lang nicht mehr gespürt dank all der tieferen Ängste. Doch für diesen Abend war ich frei. Ich würd' sie gerne wieder haben diese Zeit.
Begegnungen sind es, welche die Zeit hier ausmachen. Dieser Sommerabend war ein kleines Aufwachen. Doch es wird nie mehr danach so wie in den ersten Tagen und plötzlich merken wir dann wieder das wir Schmerzen haben.
Dann gingst du weg, denn du trafst ein' deiner Freunde. Und das war sehr schlimm für mich, weil ich bei dir sein wollte. Und die Party war schön. Jeder lachte, jeder trank. Keiner dachte mehr daran, wie der Tag heute begann. Ich war mit mein' gedanken bei dir und eigentlich gab es für mich auch keine Anderen hier. Ich machte Witze, hörte zu oder plauderte von früher. Immer wieder traf es mich und ich schaute zu dir rüber. Du warst glücklich, so laut und so mitreißend. Unglaublich für mich wenn deine Augen das Licht streiften. Wollt' noch einmal mit dir reden unbedingt. So ein Typ sagte dann einfach, dass er dich jetzt zu uns bringt. Du warst verwirrt, doch wir kamen ins Gespräch. Über deine Reisen, und zum Teil was grad so bei dir geht. Nach ner Weile warst du wieder weg. Begeistert vom Leben, ließt du dich halt treiben und mich dort alleine im Regen.
Begegnungen sind es, welche die Zeit hier ausmachen. Dieser Sommerabend war ein kleines Aufwachen. Doch es wird nie mehr danach so wie in den ersten Tagen und plötzlich merken wir dann wieder das wir Schmerzen haben.
Ich wollte sein wo du bist. Wollt' Gedanken mit dir teilen. Wollte lachen, dumme witze machen, tanzen, nur wir beide. Leben nur mit dir für einen Sinn, den nur wir beide wissen. Doch du bist glücklich, darum bringt es nichts sich einzumischen. Dann kam das letzte Lied. Alle kam’ auf’s Parkett. Hab nie getanzt, doch egal, heute mach ich es. Es war so lustig, weil wir alle schon betrunken waren und alle wussten es im Saal, man das war unser Abend. Doch mit dem letzten Ton gingen die Lichter aus. Und alle sagten tschüss. Verdammt, ich wollt’ noch nicht nach Haus’. Bei unser'm Abschied hab'n wir versucht noch cool abzuklatschen. Und zum letzten Mal sah ich dich und dein warmes Lachen. Dann fuhrst du weg mit ner Freundin. Ich sah dir hinterher, dachte: alles cool, doch eigentlich war immer Inner'n mehr. Noch ein Blick auf den Platz, wo wir beide heut standen. Dann der Weg nach Hause mit so vielen kleinen Gedanken.
Begegnungen sind es, welche die Zeit hier ausmachen. Dieser Sommerabend war ein kleines Aufwachen. Doch es wird nie mehr danach so wie in den ersten Tagen und plötzlich merken wir dann wieder das wir Schmerzen haben.
Lebenslinien
Mein Opa schaut aus dem Fenster und ich sehe wie er traurig guckt, denn diese Stadt, in der er lebt, ist nur ein Haufen Schmutz. Seine Gedanken verharr'n dann in vergangenen Jahr'n. Bilder verschwimmen mit Zeiten als es noch anders war: Er ist im Krieg geflohen und als der Krieg vorbei war, ging er mit zwölf und ohne Schuh zurück in seine Heimat. Bekam nur wenig Essen von den Menschen die er traf. Hatte Durst und war nur unterwegs mit Fremden jeden Tag. Er sah Ruinen. Das ganze Land war zerbombt. Später baute er es auf, denn es gab eine neue Chance. Er kam in ne Fabrik und arbeitete hart, ging dann nachts halb tot nach Hause, doch bekam dafür paar Mark. Denn er wusste, er muss Kinder und ne Frau ernähr’n. Doch mit den Jahren wurden seine beiden Augen leer. Und heute wo die Stadt, in der er lebt, am Ende ist, wirkt auch dieser kleine Mann kaputt, wenn er am Fenster sitzt. Ich seh noch heute mein' Vater apathisch dasitzen. Meine mutter in der Küche, die sagt "Es gibt Abendessen". Mein Vater sagt nichts. Er blickt starr an die Wand und meine mutter weint mal wieder und sie schüttelt ihn dann. Er hört sie nicht. Sie sagt "Ich kann jetzt nicht mehr. Deine Angst ist wirklich schlimm, doch sie hat alles zerstört". Plötzlich sitzen wir am Tisch und es ist ewig still. Meine Eltern trennen sich und fragen mich zu wem ich gehen will. Dann kam die Polizei zu Mama und mir. Mein Vater wollte sich umbring’, doch es war gar nichts passiert. Bis zu dem Sonntag: Es war großartiges Wetter. Ich steh vor seiner Wohnung und seh’ den Notarzt an sei'm Fenster. Geh zu Oma, die schon panisch fragt was los ist. Dann bringt mein Onkel uns die Nachricht, dass er tot ist. Ein schwacher Mann, an den ich doch sehr geglaubt hab’. Denk dran wie er da sitzt und die Kopfhörer auf hat. Und diese dritte Strophe: die wid' mich dir. Es ist so lange her und eigentlich ist nichts passiert. Wir sind jetzt raus aus dem Dorf und der kleinen Stadt. Ich seh uns beide oft noch dort wenn ich träume nachts. Ich hab mich nicht verändert. Meine Welt dreht sich um mich. Ich denk nicht an dich und wenn dann nur grad, weil es mich zerbricht. Weil ich mich selbst nicht mag, voller Hass und voller Angst und will es dir zuschieben, denn ich weiß ja du bist tolerant. Du warst da, wir ha’m geredet - hundertfach, doch jedes mal scheiß ich auf dich und zieh ne Egonummer ab. Hab mich komplett isoliert, und häng jeden Tag nur rum. und fühle mich so krass allein, aber kenn wenigstens den Grund. Vielleicht hat es nie geholfen zu schreiben. Vielleicht hat es mich gehindert und ich wollte nur leiden. Hab Menschen verloren, denen ich was bedeutet hab’, weil ich ihnen nichts als nur jedes mal Enttäuschung gab. Jede Geschichte vergeht, egal wie schlimm sie ist. Und am Ende ist mein Leben nur ein Pinselstrich. In meinem Traum halten Zeiten mit dir ewig an. Meine Gedanken halten fest an dir, ein Leben lang.
Wege nach innen
Spring' von Planet zu Planet wie der kleine Prinz. Ich will das Leben versteh'n und in Reime bring'. Begebe mich wie René Descartes in eine Meditation, um zu Erkenntnis zu gelangen auf nem Weg, der sich lohnt. Werde zu Franz Kafka, wenn ich unten am Fluss reim', denn jede Zeile kommt aus meinem Unterbewusstsein. Genau wie er schreib ich Texte auf in einer Nacht, gelenkt von einer Geisterhand, denn Rap ist meine Leidenschaft. Schreibe von Gedanken und von Träumen, die ich habe, aber kann ich passende Bilder erzeugen nur mit Sprache? Wieviel verliert man nur dadurch, dass man etwas sagt? Und Dinge, die verschwommen schön war’n, sind jetzt zu klar. Im Fotoalbum lächelt die Angst auf Familienbildern und ich fühle sie, wie ich sie sonst noch nie gefühlt hab’. Bin schauspieler. Die Ängste halten die Kamera. Halten mich fest und wenn ich fall’ dann einander mal. Bin distanziert. Kann nur von mir auf diesen Songs erzähl'n, denn meine Welt dreht sich um mich, weil die Sonne fehlt. Fotografie: halt Dinge fest, die vergänglich sind. Die einfach so vergehen, weil sie Menschen nicht zu Ende bring’. Als Ian starb, saß ich allein in meinem Zimmer. Hörte seine Platten um mich an ihn zu erinnern. Und ich dachte auch an dich und wie schnell alles zerbricht. Aber Liebe tut halt weh und das ich kann ich nicht verhindern. Bin in meinem kopf und ich kann dich nicht mehr seh’n. Benommen von Gedanken, die die Nacht nicht übersteh’n. Was mein Problem ist? Ich weiß es selber nicht. Nur ein Gedanke zuviel und meine Welt zerbricht. Ich ging mit Hesse eines morgens durch ne schöne Landschaft. Er erzählte mir dann zitternd, dass er sehr viel Angst hat. Dass er soweit rennen will, bis die Probleme verschwinden und er endlich zu sich findet auf den Wegen nach innen. Und auf einmal bin ich ganz weit weg. Hab mich viel zu lang schon hinter meiner Angst versteckt. Höre nicht mehr auf die Außenwelt. ich gebe mich hin und komm dann endlich bei mir selbst an auf den Wegen nach innen. Auf den wegen nach innen: Wo du mir begegnet bist und unter Tränen dann gingst. Auf den Wegen nach innen: doch ich nehme jetzt mein Leben und ich geb' ihm nen Sinn. Und ich laufe durch die Nacht-immer noch im Wanken. Ohne Ziel. Der Alkohol verschlimmert die Gedanken. Jede begegnung vergeht. Ich bin wieder allein, denn Menschen geh'n an mir vorbei. Ich kann Niemanden halten. Und so geh ich durch die Nacht , dein Gesicht vor mir. Wieder zu viel nachgedacht. wieder nichts riskiert. Wieder ne Rolle gespielt und damit Menschen enttäuscht. Wieder haben meine Ängste mir meine Grenzen gezeigt. Und ich schreie: "Bitte bleib doch", so als wärst du noch hier. Doch das Einzige was bleibt ist diese leere in mir. Plötzlich seh' ich bunte Lichter in der dunklen Nacht. Auf der ander'n Straßenseite ist ein Rummelplatz. Zwischen Leuchtreklamen und aufgeregter Musik stehen viele bunte Menschen. Ich glaub' das jeder mich sieht. Und sie nicken mir zu mit nem hoffnungsvollem Blick. So als wollten sie mir sagen, dass es doch was Gutes gibt. Sie bringen mich zu einer Hütte gleich neben dem Riesenrad. Ich mach die Augen auf - und du bist wieder da. Und du nimmst mich an der Hand durch die Nacht dieser Kleinstadt, in der ich ohne dich so oft gelacht und geweint hab. Doch plötzlich ist es anders hier, denn ich bin ganz bei dir und merke wie ich plötzlich all meine Distanz verlier’. Ich bin jetzt ganz bei mir. Ich seh die welt vergrößert und merke wie sich meine Angst grad von mir selbst gelöst hat. Keine Schranken mehr, keine tausend Gedanken mehr. Keine Zweifel, die auf mir lasten wie Elefanten schwer. Nur noch du und ich, ein Gefühl und ein Moment, eine wolkenlose Nacht und niemand der uns trennt. Die Lichterkette zwischen Bäume gespannt. Wenn ich dich nicht hätte, hätt' ich mich in Träumen verrannt. Aber plötzlich seh' ich im Leben die schöneren Dinge und nehm' sie mit auf eine Reise auf meinen Wegen nach innen. Und auf einmal bin ich ganz weit weg. Hab mich viel zu lang schon hinter meiner Angst versteckt. Höre nicht mehr auf die Außenwelt. ich gebe mich hin und komm dann endlich bei mir selbst an auf den Wegen nach innen. Auf den wegen nach innen: Wo du mir begegnet bist und unter Tränen dann gingst. Auf den Wegen nach innen: doch ich nehme jetzt mein Leben und ich geb' ihm nen Sinn.
Synergie
Ich saß mit ihr auf der Wiese. Sie hat mich fotographiert, während ich mich fragte wann sie mich wohl loslassen wird. Sie lächelte. Ich sah sie lange an. Ich wollte sie zeichnen. Wollte all ihre Gedanken, ihre Träume begreifen. Sie erzählte viel von irgendwelchen Typen, die sie um den Finger wickelte, bis die sich dann verliebten. Und ihr war scheiß egal ob einer eine Freundin hat. Sie wollte ehrliche Begegnungen und Leidenschaft. Ich hörte ihr gern zu. Ich liebte ihre Mimik, liebte jedes Wort und merkte, dass sie mir sehr viel gibt. In diesem Sommer fuhr ich oft zu ihr ins Dorf und dann saßen wir am See und manchmal sagten wir kein Wort. Und auf der kleinen Bank - genau da wo der Baum noch steht - saßen wir Hand in Hand und sie hat von nem Traum erzählt. Und ich wusste wie wunderschön es ist. Bis ich merkte, dass da grad die Liebe meines Lebens sitzt. Spürst du die Synergie? Ich war in sie verliebt. Schwäche zeigen, verletzbar zu sein. Es war immer mein größter Albtraum ersetzbar zu sein.
Der Sommer meines Lebens: Gemalte Gedanken. Seh uns beide noch heute durch diese Waldlichtung tanzen. Sonnenstrahlen auf ihr'n nassen Haar'n. Sie lachte so schön. Ganz egal was auch war, dacht ich, ich lass sie nicht geh’n. Wir waren uns so nah, haben uns oft gestreichelt. Und trotz der innigen Beziehung blieben doch die Zweifel. War verliebt, wollt mich verlier'n in unser'n Blicken und bekam stechende Schmerzen bei ihren Jungsgeschichten. Sie sagte schöne Dinge zu mir die besonders waren und an die ich oft dachte in diesen Sommertagen. Aber zu wem sagt sie das noch? Und die Angst ersetzt zu werden ging mir täglich durch den Kopf. Ich wollte nicht mit ihr reden, denn sie war glücklich mit denen. Mit ihrer Nähe konnte sie jedem das Richtige geben. Ich wurde eifersüchtig. Nein. Ich war egoistisch. Ist mir im Endeffekt nicht sie, sondern ich selbst mir wichtig? Was läuft nur in meiner Welt nicht richtig?
Spürst du die Synergie? Ich war in sie verliebt, Schwäche zeigen, verletzbar zu sein. Es war immer mein größter Albtraum ersetzbar zu sein. Sie wollte alles von den Menschen, die sie liebte: ihre Art, ihre Gedanken und auch sämtliche Gefühle. Ich treff Entscheidungen aus Wut und Angst vor Jedem und sie trifft ihre aus dem puren Drang zu leben. Sie ist ein purer Mensch, der alles nicht nur zerdenkt. Auch sie wurde oft verletzt, doch hat sich immer durchgekämpft. Weil sie lieben kann. Weil sie Mauern durchbricht. Weil sie schon so vieles gesehn hat, aber kaum davon spricht Sie ist offen und muss viele Dinge doch nicht sagen. Weil ihre Blicke schon die Tiefe in ihr offenbaren. Sie kann in allen kleinen Regungen die Schönheit begreifen und simple Momente so lebhaft gestalten. Ich hatte immer Angst sie zu verliern. Schützte mich durch die Distanz, dachte so kann mir nichts passiern. Ging nicht mehr auf sie ein, dachte nur noch an mich. Hab sie im Stich gelassen. Tat immer was gut für mich ist. Wollt mal das wir füreinander da sind, solang wir leben. doch hab wieder Angst und Selbstsucht den Vorrang gegeben.
Spürst du die Synergie? Ich war in sie verliebt. Schwäche zeigen, verletzbar zu sein. Es war immer mein größter Albtraum ersetzbar zu sein Spürst du die Synergie? Ich war in sie verliebt. Und jetzt weißt du von dem Mensch, der mir fehlt. Doch ich hoff' die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt.
Loslassen
Ich lag so oft in meinem Bett und ich dachte an den Tod: Endlich fliehen in ne and're Welt. Was ist mit mir los? Dachte an die Waffen, die mir letztendlich die Last nahmen. Wollte Ruhe vor den Gedanken, die in der Nacht kamen. Sah Bilder wo ich die Pistole an mei'm Kopf hab. Nichts ist wirklich wichtig, also wozu bin ich noch da? Ich sah das Bild, wo ich als Kind über die Wiese renn'. Sah viele Tränen und gescheiterte Beziehungen. Und ich war Schuld - ich bin ein schlechter Mensch. Bin überflüssig, also weg mit dieser Existenz. Meine Gedanken drehten sich nur noch um mich. Keine empathie mehr und auch keine Gefühle für nichts. Dachte an mein' vater und das ich nie wie er werden wollte. Und trotzdem war ich doch der Meinung das ich sterben sollte. Gefang' in Gedanken, fand keine Zuflucht. Krank von dieser Anspannung und der Angst vor der Zukunft. Doch ich bin immer noch hier. Und jede Zeile, die ich schreib ist ne Verbindung zu Dir. Mit Dir teil' ich meine Leiden und ich bring's zu Papier. Halte die Gedanken fest, die mich ins Innere führ'n. Ich wollt' immer nur schreiben, um mich der Wahrheit zu nähr'n und fand Sinn den Reimen, weil da sonst garkeiner wär. Hab keine Idee davon, wies dir grad eigentlich geht, aber schreib dir in jedem Song, damit du weißt, dass du fehlst. Dann kam Musik. Ich hörte hunderte Alben, die mir wunderbar halfen dabei nicht nach unten zu fallen. - Die mir zeigten, dass ich nicht allein war in mei'm Leben. Es geht scheinbar jedem so und ich teil' meine Probleme jetzt mit anderen Menschen, statt zu lang nachzudenken. Statt alles beenden zu woll'n und den Drang zu verschwenden, den ich in mir trug, der mir wieder irgendeinen Fokus gab. Jeder Text, den ich jetzt schrieb, war für mich eine große Tat. Ich konnte ehrlich sein: zu Anderen und auch zu mir. Schrieb von Gefühlen und hab viele Dinge ausprobiert. - Schrieb in Farben, wenn meine Welt wieder grau war. Wollte Dinge zu Papier bringen, die mich selbst überdauer'n. Wollte schreiben - nur für dich und für die Ewigkeit. Behalt Momente, nur ein Stück von dieser schönen Zeit. Hab dir geschrieben als wärst du immer noch hier und jede Zeile, die ich schreib ist ne Verbindung zu Dir. Und ich bin immer noch hier. Und jede Zeile, die ich schreib ist ne Verbindung zu Dir. Mit Dir teil' ich meine Leiden und ich bring's zu Papier. Halte die Gedanken fest, die mich ins Innere führ'n. Ich wollt' immer nur schreiben, um mich der Wahrheit zu nähr'n und fand Sinn den Reimen, weil da sonst garkeiner wär. Hab keine Idee davon, wies dir grad eigentlich geht, aber schreib dir in jedem Song, damit du weißt, dass du fehlst. Ich stand am Fluss. Noch ein kurzes Zögern. Ein Blick in die Tiefe: Die Ängste wurden größer. Dann der Sprung aus dem Boot in das Wasser rein. Keine Gedanken mehr haben. Ich lass mich fall'n. Schwerelos. Von Konstrukten befreit. Keine Erwartung. Kein Druck. Keine Zeit. Tausend Bilder - von Menschen, die ich kannte. - Gesichter, die jetzt verschwimmen zu einem Ganzen: Zu etwas Überirdischem, dass mir vertraut scheint. Dass mich in seine Arme nimmt und ich tauch' ein. Ich lass los von Ängsten, die mich fraßen. Alles scheint so klar jetzt. Endlich. Nach Jahren. Und ich dachte nicht mehr, dass ich noch so lieben kann. Ich schau dich an und sag: Vielen Dank. Ich bin nicht fort, sondern endlich bei mir. An einem Ort, wo man die Ängste verliert. Und ich bin immer noch hier. Und jede Zeile, die ich schreib ist ne Verbindung zu Dir. Mit Dir teil' ich meine Leiden und ich bring's zu Papier. Halte die Gedanken fest, die mich ins Innere führ'n. Ich wollt' immer nur schreiben, um mich der Wahrheit zu nähr'n und fand Sinn den Reimen, weil da sonst garkeiner wär. Hab keine Idee davon, wies dir grad eigentlich geht, aber schreib dir in jedem Song, damit du weißt, dass du fehlst.
Hinter der Wand
Sie kommt dann, wenn alle Lichter ausgehn. Sie weiß, dass ich immer da bin, weil ich nicht mehr aufsteh’. Denn ich war nie mit dieser ganzen Welt im Einverständnis. Sie ist die, die mir die Stangen hält in mei’m Gefängnis. Dann liegt sie hier und schaut mich von der Seite an. Spielt mit mir, weil sie weiß wie tief sie in mich eindring’ kann. Halt sie so fest, bis der Schweiß mir zeigt, dass wir vereint sind und sie diese Nacht wohl bei mir bleibt. So hält sie mich in vielen Abendstunden wach. Es wirkt familiär: Sie hat schon meinen Vater umgebracht. Sie macht mich einsam. Mir ist keine so nah, denn wenn ich jemand kennenlerne, ist sie gleich wieder da. Lass sie nicht los, weil ich alles in ihr sehe. Brauch sie bei mir, doch bin immer angespannt in ihrer Nähe. Ich red mir ein, dass es ohne sie nicht geht. So bleibt sie mein Begleiter, doch nur solange ich leb. Bin in mir gefangen, schneid mich von der Welt ab, doch hab’ immerhin die Angst und sie leistet mir Gesellschaft. Wann fing das alles an? Man, ich weiß nicht. Es ist seltsam. Leb’ hinter dieser Wand, gebaut aus Zweifel, Neid und Selbsthass. Ich kann lügen. Meine Blicke könn’ es nicht. Und dank dir krieg ich ein Stück von mir zurück (bis es mich zerbricht).
Und sie sagt mir, dass ich niemandem vertrauen kann. Will sie verdrängen, bis sie wieder in mein’ Traum gelangt. Und wegen ihr bin ich tief in einem Loch, denn sie macht Krieg in meinem Kopf. Und dennoch liebe ich sie doch. Sie ist der Grund, dass ich alles um mich herum verdräng’. Ich bau mir jeden Tag Grenzen. Sie ist das Fundament. Und sie sagt: Ohne uns gäbs keine große Kunst, sondern nur noch einen Todeswunsch. Wer wäre ich ohne sie? Vielleicht jemand mit einem großen Ziel. Doch durch die Zeilen ist die Liebe zu ihr unzerstörbar. Bin ich allein, schreib ich ihr Briefe, wie der junge Werther. Viele versprachen, dass sie immer für mich da sind, aber nur sie kommt noch mit bei meinem innerlichen Wahnsinn. Ich leb im Dunkeln. Sie hält Licht von mir fern und spricht so laut mit mir, außer ihr ist nichts mehr zu hör’n. Doch sie bleibt bei mir oft bis tief in die Nacht. Ich bin noch wach und ich spür wie sie mich wieder mal packt. Dann geht sie weg. Manche Spiele muss man mitspielen. Besser als die Einsamkeit - besser als nichts fühlen. Besser als keine kontrolle zu haben und jetzt kommt sie wieder zu mir und dabei wollt’ ich doch schlafen Sie steht mir nackt gegenüber sie guckt mich an und ich denk scheiß drauf, dann geh ich halt kaputt daran. Bin in mir gefangen, schneid mich von der Welt ab, doch hab’ immerhin die Angst und sie leistet mir Gesellschaft. Wann fing das alles an? Man, ich weiß nicht. Es ist seltsam. Leb’ hinter dieser Wand, gebaut aus Zweifel, Neid und Selbsthass. Ich kann lügen. Meine Blicke könn’ es nicht. Und dank dir krieg ich ein Stück von mir zurück (bis es mich zerbricht).
Revolution (Wege zu Dir)
Es ist die letzte Nacht des Jahres - ein kleiner Spaziergang. Ich hätt' nie gedacht, dass ich mich hier noch einmal verlier'n kann. Dabei kannt' ich das hier besser als alle anderen Orte. Lichter zerstreu'n sich am Himmel. Ich muss Gedanken neu ordnen. Denn vielleicht sind meine Wege nach innen der Weg zu Dir, den ich nicht find und dich dann immer mehr verlier'. Ich hab mir mal geschworen nur aus Liebe zu handeln, aber hab dich dann verloren, weil ich nichts fühle für and're. Und so geh ich durch die Stadt. Dein Gesicht vor mir. Seh überall deine Schatten, doch du bist nicht mehr hier. Hab versucht dich zu verdräng', mich nur um mich gekümmert. Aber nun muss ich erkenn': Alles liegt in Trümmern. Ich komm an dieser Fabrik vorbei, seh die graue Fassade. Denk sofort an meinen Großvater - wie traurig er war, denn diese tote Ruine war mal sein Lebenswerk, war mehr als Arbeit und ich seh wies ihn noch heut in seiner Seele schmerzt. Denn nichts ist von Dauer, sehs an sein faltigen Händen. Und ich lehn mich an die Mauer. Sie sind so kalt diese Wände. Auch der Schnaps in meiner Hand bringt keine Wärme in mich. Verdammt, er macht mich nicht zum Mann, sondern versperrt mir die Sicht. Ich wollt immer nur verschwinden, statt was großes aufzubau'n. Muss die Wände jetzt bezwingen, um von oben draufzuschau'n. Und so steige ich die Treppe rauf bis hoch auf das Dach und befrei mich von den Ketten. Schau wie groß du mich machst. Ich guck nicht mehr durch den Tunnel, nein, ich guck in die Sterne. Seh die Lichter von dem Rummel und den Fluss in der Ferne. Doch so als wäre mir bewusst, wie weit oben ich bin, schleicht die Angst sich wieder ein und nur der Tod macht noch Sinn. Und ich denke: wieso nicht? Denn wir sind nicht für immer hier. Doch dann blendet mich das Licht und ich hör Schritte hinter mir. Neuer Impuls, zerstör deine Welt, Bau sie neu auf. Der größte Krieg ist der mit mir selbst. Jedes neue Wort ist ein neuer Zugang zum Leben. Schreib sie auf Papier und du kannst wie ein Buch darin lesen. Und ich sehe dich und dachte du wärst nicht mehr in der Stadt, setzt dich neben mich und ich merk wieviel Glück ich mit dir hab. Muss dir jetzt noch soviel sagen. Hab viel falsch mit dir gemacht. Saß hier oben, wurde leiser und hab alles überdacht. Doch während ich so zitternd rede, fasst du mir ans Bein und sagst: Du musst nichts erklären, denn ich lass dich nicht allein. Schaust tief in mein Gesicht und heilst so meine Ängste und die Liebe kommt ans Licht, einfach weil ich nicht mehr denke. - Wenden die Blicke ab aufs Feuergewitter. Da steht in leuchtender Schrift, dass wir im neuen Jahr Glück ha'm und Während wir zufrieden lächeln, merk ich was mich hier hält. Es scheint als würd'st du nie zerbrechen an der Last dieser Welt. Als müsste dich niemand erbau'n, weil du stark genug bist. Als wüsstest du vieles, doch glaubst daran, dass da noch was ist wofür du lebst, oder träumst oder nächtelang wachbleibst. Du kannst geben, dich erfreu'n und es lässt dich nicht schwach sein. Kannst verletztlich sein und still. Es schafft Nähe zu mir. Und ich weiß endlich was ich will und suche Wege zu Dir. Ich geb mein Leben dafür, will es noch tiefer ergründen. Will deine Seele berühr'n um mich drin wiederzufinden. Verzerrte Blicke auf die schillernd bunte Lichternacht. doch plötzlich merke ich: Nur die Erinnerung hält mich noch wach Du bist nicht hier. Schon seit Monaten nicht mehr. Und auch wenn ichs dir niemals sage: Glaub mir Loslassen fällt schwer. Starke Erschütterung. Die Mauern reissen ein. Mir ist alles entglitten und ich Glaub ich bin allein. Dich zu berühren, hab ich niemals erreicht. Es wird schon frueh. Das Farbenspiel ist vorbei. Sitz in den Trümmern, Blick der Sonne entgegen. Nichts ist für immer. Dinge kommen und gehen. Doch seit du weg bist, ist das alles nicht das richtig Wahre. Hab mich nur versteckt bis die Gedanken mich zerrissen haben. Doch bin jetzt frei von dem Konstrukt, dass mich geleitet hat. Atme noch einmal ein und aus und guck auf diese kleine Stadt. Neuer Impuls, zerstör deine Welt, Bau sie neu auf. Der größte Krieg ist der mit mir selbst. Jedes neue Wort ist ein neuer Zugang zum Leben. Schreib sie auf Papier und du kannst wie ein Buch darin lesen.
Im Traum
Ich stand da auf dem Bürgersteig, ganz nah an der Wirklichkeit. Als Du dann ankamst, so ganz langsam, wie am Anfang und mich ansahst, so als stirbst du gleich. Diese Unbedingtheit in deinem Blick, die mir jedes Mal versichern will: ich bin wirklich ich. Doch dann wach ich auf, alles grau, kann nicht raus, und will einfach wieder schlafen, und dich treffen dann im Traum. Diese Träume, die so klar schein', will sie bei mir halten, denn sie zeigen mir die Wahrheit. Ohne Angst, nur ein Augenkontakt, der mein Herz spüren lässt, dass ich den Glauben noch hab. Mit dem ich's über jede Grenze schaff, denn er spendet Kraft, und der mich unendlich dankbar macht, wenn du lachst. Zigarettenrauch in meinem Zimmer, macht die Leere sichtbar und ich glaub sie bleibt für immer. Wenn das Licht ausgeht, nachts auf meinem Sofa kann ich Gesicher sehn, von Papa und von Opa. Und wenn ich hör wie ihre Stimmen mit mir reden bleibt mir kurz die Hoffnung, es hält bis in alle Ewigkeit. Und wenn ich dich seh, bist du nah bei mir, in einem wunderschönen Traum, der den Tag einfriert. Was will mir das nur alles hier sagen? Es sind nur Bilder aus vergangenen Tagen. Und sie sagen nichts, denn bei Tageslicht bleiben mir nur fünf Minuten von dem klaren Blick. Dann verschwindet dieser pure Moment, denn von nem offenen Herz, bleibt oft nur der Schmerz. Dann vermiss’ ich diese reinen Gefühle, egal ob mit der großen Liebe oder meiner Familie. Mit allen guten Freunden, die am Ende durchschaun, dass ich mich nur schützen will und deshalb Grenzen aufbau. Die so weit weg sind, nicht weil sich Wege trenn, sondern ich einfach nie gesehen hab, was sie geben könn'. So bleibt es nur ein schöner Traum aus dem ich jeden tag aufwach und ins Leere schau. Ich weiß noch wie wir da zu zweit in meiner Wohnung saßen. In der kleinen Geisterstadt war’n wir die Totgesagten. Wegen Liebe geweint, über scheiße gelacht. Nur nen Plan fürs Leben ha'm wir zwei nicht gehabt. Ich weiß noch wie es damals war, als ich auf Opas Fahrrad saß und wie wir in seinen Garten fahr’n. Und als mein Vater starb, und Opa sah wie er da so lag, und wie er sagt: Heut’ ist ein Schwarzer Tag Ich weiß noch wie ich dich in meinen Armen hab. Wie wir auf deinem Hochbett lagen, und wir warn uns nah. Wie wir uns von unsern Träumen erzählen, es sind Verluste die mich heute noch quälen. Und ich seh meine Mutter: wie sie lächelt, wie weint, wie sie ihre Kraft verliert und wie sie kämpfte für uns zwei. Für die Liebe die sie letztendlich fand: Nach all den Kriegen halten wir noch zusamm', Ich hab jahrelang die Träume unterdrückt, hatte Chancen, aber sagte dann ich wollte sie nur nicht. Ich brauch nen Kompass für meinen Glauben. Kann nicht mehr in Spiegel schau’n, sondern in deine Augen. Denn mein Gefängnis heißt Egozentrismus, und bringt nur die Erkenntnis: Das Leben ist sinnlos. Und wenn man so den Tag beginnt, ja dann bleibt nicht viel, nur hunderttausende Gedanken, aber kein Gefühl. Und deshalb will ich raus aus diesen Wänden, doch hör die Ängste flüstern: Ich glaub es ist das Ende. Nur ein paar Meter, die ich gehen muss nach Hause, doch hab das Gefühl, ich würd ein Leben dafür brauchen. So find’ ich auf den Wegen nach innen noch keine Mitte, doch kann sie besser sehen jetzt und gehe kleine Schritte.