gestern
gestern noch,
deine Arme,
dir selber so lästig
und heute
versprechen
sie einem
anderen
plötzlich
Heimat,
die er gar nicht kannte.
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@weyaundxhenni
gestern
gestern noch,
deine Arme,
dir selber so lästig
und heute
versprechen
sie einem
anderen
plötzlich
Heimat,
die er gar nicht kannte.
morgenlärm
bei tagesanbruch
treibt der wind sein lied über die stadt und
haucht kalte sonne an die fassaden
/
das leben wiegt morgens ein wenig schwerer
und du liegst lange und lauscht
pandemie
alles scheint verändert,
die menschen, das leben (...)
und dennoch,
das fenster in deinem zimmer rahmt das
gleiche bild wie am gestrigen tag und
die tage zuvor;
ein vernachlässigter garten mit einer
schaukel, schon müde vom ewigen
vor und
zurück
winterwald
am wege kauernd fixiert er
ärmliche
zweige; sie
neigen sich zur erde.
der winter kommt jedes jahr
zur selben zeit und
dennoch;
die menschen nehmen es
ihm persönlich.
weltläufigkeit
(ein gewächshaus im norden)
ich fand halt in vergilbten
wänden und überwucherter
luft, stand angewurzelt zwischen
den fruchtbaren böden und
zum ersten mal, ich spürte es,
wuchs ich in der richtigen
geschwindigkeit
Lebenslüge
atempause;
die luft still und voller verheißungen,
die sonne gießt ihr licht über mich.
ich erahne ruhe und geborgenheit,
aber da ist chaos, wie ein takt,
der in mir schlägt.
ich bleibe nicht bei der wahrheit,
ich bleibe bewegungslos;
blind
funkelgrün
wassertropfen, wie
schwerer schmuck
auf dünnen grashalmen,
mit einem himmel,
der plötzlich in
neuen farben
zerfällt.
-
ist es der frühling oder sind
wir das ?
federleicht ich sprang von deinem leuchtturm in unbändiges gewässer, mein schatten tanzte schwebend in einem zelt aus wellen, ich tauchte in das rauschen und es trug deinen namen (…)
hingebungsvoll
er erblindete in der schwärze des
wassers und der fluss umhüllte
seinen glühenden körper, während er
eintauchte und auftauchte
und im rausche lebte
und zugleich starb
(...)
suche
eigentlich wusste ich es, wir hatten
hier nichts mehr verloren, wir waren
zu fremd und zu verschieden, wir malten
mit zu unterschiedlichen farben.
-
und dennoch, meine und deine
hände in der dunkelheit;
nach einem lichtschalter tastend
plusquamperfekt
in einer zeit,
in der ich viel zu sagen hatte
schrieb ich nichts auf papier
und nun fehlt mir
die erinnerung;
was wusste ich damals?
jahresringe
schwer wie blei
liegen zwei pupillen
in einem stillen gesicht
und darunter
tiefe ringe;
die augen meiner mutter
ausbrechen
seine sehnsucht
nach abschied und sein
gieriger blick nach draußen,
weil ihn hier alles lähmt und
dort alles lockt
und trotzdem bleibt er
sitzen, ruhevoll,
wartet, beobachtet, weiß, wenn er flieht
ist er weg, aber nicht
;
frei.
erschöpfung
weil ich bei
jedem anfang
bereits
an das
ende denke,
weil ich bei
jedem schritt
keinen
zweiten wage
sonnenwärts
ein verwobenes kleid
aus licht und wärme
lege ich ab
und warte
auf den winter
eintagsfliegen
beide wuchsen wir in der dämmerung
in den himmel und begriffen nicht,
dass wir ohne bedeutung waren,
ohne dauer
gefieder
nachts kam ein vogel
in mein zimmer geflogen
und sang mir etwas
von meinem leben,
er sang von einer
schrillen zeit und ich
bedankte mich
(...)
ich hatte sie vergessen