Wann hört es auf?
Wann wird aus Überleben
endlich wieder Leben?
Wann fühle ich mich wieder leicht,
ohne dass die Vergangenheit
an meinen Schultern zieht?
Wann vergesse ich
deine Hände auf meinem Körper,
deine Stimme,
die flüsterte:
“Ich bringe dich um.”
Wann verschwindet
das kalte Gefühl der Klinge
an meinem Hals?
Wann hört dieses Ekelgefühl auf,
das sich selbst nach neun Jahren
noch an meine Haut klammert?
Neun Jahre.
Eine Ewigkeit,
und doch reicht manchmal
ein Blick,
eine Berührung zur falschen Zeit,
eine Menschenmenge –
und ich suche dich noch immer,
aus Angst, dich wiederzufinden.
Ich erstarre,
wenn fremde Hände
die falschen Stellen berühren.
Mein Körper erinnert sich,
auch wenn die Zeit längst weitergezogen ist.
Und du?
Du gehst weiter,
als wäre nie etwas geschehen.
Als hättest du mich nie
immer wieder zu Boden geschlagen.
Als hättest du nie versucht,
mir das Leben zu nehmen.
Du trägst keine sichtbaren Narben.
Ich trage sie alle.
Und trotzdem
frage ich mich nicht mehr,
warum du weitermachen konntest.
Ich frage nur noch:
Wann hört es auf?










