Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich verstehe die Leute nicht. Früher dachte ich es gibt einen gewissen Satz an Tugenden und das ist es, woran sich die guten und schlechten Menschen brechen. Aber all diese Tugenden scheinen wegzusein. Ja, nichtmal mehr verstanden.
Loyalität wird entstellt als Unterwerfung und Versklavung, obwohl es damit überhaupt nichts zu tun hat. Ja, es ist sogar das Gegenteil davon. Ein Loyaler Freund ist der, der dich kritisiert, wenn er sieht du tust etwas Falsches. Ein loyaler Freund ist der, der sich dir in den Weg stellt, auch wenn du ihn dafür hasst, sofern es notwendig ist, um dich davor zu schützen einen Fehler zu machen. Loyale Menschen orientieren sich an Tatsachen und der Wahrheit, auch dann, wenn sie dir zuwider läuft. Sie haben einen Kodex andere anständig zu behandeln und dem bleiben sie treu, auch dann, wenn sie andere verärgern würden. Sie wollen tun was richtig ist, nicht was anderen gefällt und müssen dabei häufig sehr viel einstecken. Und weil sie das wissen, kostet es verdammt viel Mut und Größe sich dennoch dazu zu überwinden. Es ist nicht leicht loyal zu sein. Davon hat man selbst nichts, denn Loyalität ist ein Dienst für den anderen. Der einzige Dank, den man hat, ist das wissen, dass man sich richtig verhalten hat.
Mit Unterwerfung und immer einer Meinung sein, hat das gar nichts zu tun. Aber irgendwie haben das einige ganz furchtbar missgebildet wiedergegeben, die das Konzept nie verstanden haben.
In Wirklichkeit geht es hier um die klassischen Tugenden, die wir in Heldenfilmen so anhimmeln. Vergebung, Loyalität, Tapferkeit und so weiter. Was viele missverstehen ist, dass alle Tugenden schwer umzusetzen sind und sie sich nicht immer gut anfühlen. Dennoch sind sie immer erstrebenswert und bringen den Menschen mehr. Eine Beziehung, gleich welcher Art, die auf Loyalität fußt, ist so viel mehr erfüllend, stärkend und bereichernd, glücklich machend, als alle anderen.
Wer hat sich diesen Quatsch ausgedacht, dass gute Dine einfach und angenehm sein müssen? Wer kam auf die Idee so einem Beispiel von Schwäche zu folgen, in dermaßen großem Stil?
Versteh ich nicht. Und Loyalität ist nur ein Beispiel. Es gibt so unfassbar viele davon. Ich bin 33 und fühle mich wie eine alte Frau, die nicht mehr versteht, was aus der Welt geworden ist. Mein Herz schmerzt. Ich fühle mich einsam. Irgendwann, hoffe ich, begegnet mir einmal ein Mensch, der das versteht und es auch umsetzen kann.
Gemeint ist damit ein Ritual, welches man immer vor seinen kreativen Arbeiten ausführt. Ganz nach der Pawlowschen Konditionierung, soll das dann zukünftig automatisch in einen kreativen Zustand versetzen oder zumindest dabei helfen.
Spannend waren dabei besonders die Beispiele unserer berühmten Vorbilder. Schiller schrieb zum Beispiel nur mit den Füßen in kaltem Wasser. Brrrr! Stellt euch das mal im Winter vor! :D
Bei mir sieht das eher gegenteilig aus. Ich brauche es kuschelig, romantisch, eine echte Wohlfühlzone. Aber lest doch einfach selbst wie das läuft, in meiner kleinen Minigeschichte:
Vom Wachsen einer Pflanze
Gianna gehörte zu der eigenbrötlerischen Sorte Schriftsteller. Irgendwo hatte dieses Wissen schon immer in ihr geschlummert, aber so richtig bewusst wurde es ihr erst, als sie den Plan fasste nun endlich ihr erstes Buch zu schreiben. Professionell und veröffentlicht versteht sich. Mit den besten Vorsätzen beschloss sie, dass sie es satthatte auf den geeigneten Moment zu warten. Es würde diesen einen Moment nämlich nie geben. Irgendetwas war immer. Irgendetwas „Wichtigeres“. Aber wie, fragte sie sich gereizt, sollte dieses Buch entstehen, wenn es nie mit den wichtigen Dingen konkurrieren konnte? Wenn es immer nur dieses Hobby war.
Mit einem Mal war das Wort Hobby tabu, ein rotes Monster der Unmöglichkeit. Sie änderte ihr Wortbild und pochte darauf, dass andere es ihr gleich taten. Fortan hatte sie nicht mehr frei. Sie „musste noch arbeiten“ und „arbeitete an ihrem Buch“. Wer der neuen Doktrin zuwiderhandelte, handelte sich auch eine Menge Ärger ein. An die bescheidene Bitte, endlich Beachtung für ihre Leidenschaft zu schenken, trat eine kompromisslose Forderung und Gianna begann endlich in die Tasten zu hauen.
Und die Szenen zu löschen. Neu zu tippen. Langsam. Und wieder zu löschen.
Sie hatte unter tausend Schwierigkeiten Kurzgeschichten an einem Tag rausgehauen, die vielen gefallen hatten. So schwer konnte das doch nicht sein. Oder?
Hier auf diesem weißen Blatt, wo sie geglaubt hatte, endlich angekommen zu sein, fing ihre Reise erst an. Sie las, lernte, versuchte und scheiterte. Sie gewann die Meisterschaft des Zweifelns, flog und fiel. Und allmählich begriff sie, wie sonderbar eigenwillig ihr jede Regel erschien, obwohl alle anderen damit prima zurechtkamen. Sie konnte aus Absolution keine Logik ziehen. Sie wollte doch fliegen. Was sollte sie denn da mit den Ketten? Vielfalt ist unendlich und erfüllt doch einen Selbstzweck. Wieso immer diese Urteile?
Nachdem sie alles wie ein Schwamm aufgesaugt hatte, presste sie letztlich jedes Bisschen wieder heraus, um „ihr Ding“ zu machen. Sie missachtete alle Regeln und brach lachend die herrschenden Gesetze. Sie sog nicht auf, sie spann fragile Fäden, wilder Geschichten. Mit jedem zarten Faden entstand auf dem leeren Blatt nach einem Jahr, endlich ein vages Bild. Das Bild einer strahlenden Knospe, die sich in sehnsüchtiger Abenteuerlust kraftvoll zur Sonne reckte. Von schwereloser Freiheit und faszinierender Vielfalt. Aber jenseits des Glanzes kauerte auch ein zartes Wurzelwerk, kompliziert und eigenwillig, das nur mit genauer Einhaltung seiner Bedürfnisse wirklich in der Lage war zu wachsen. Und was es pflegte, waren vor allem zwei Dinge: Wohlfühlzone und Ruhe.
Dieses Selbstporträt unter den Arm geklemmt, brach Gianna zu einer neuen Reise auf. Sie suchte Gefährten und neue, spannende Aufgaben, die sie in einer Gruppe Kreativus-Flunkulus fand. Jedes Blättchen schien hier ein wenig anders zu sein. Das eine klein und zart, wuchs in wundervollen Mustern. Ein anderes strahlte voller Farbenpracht. Wieder andere krochen überraschend auf den unerwartetsten Wegen an die Oberfläche. Manchmal waren die einen schneller und manchmal die anderen. Aber sie alle hatten gemein, dass sie wuchsen, jeder auf seinem Wege, dass sie lachten und ihre Vielfalt lebten.
„Überlege dir ein festes Ritual, dass du immer umsetzt, bevor du deine kreativen Arbeiten beginnst“, war eines Tages die neue Aufgabe. Und Gianna überlegte. Sie überlegte leise, auf das zarte Pflänzchen in ihrem Inneren horchend. Sie überlegte laut, mit Vorschlägen wie Schlafanzüge tragen, die sie gut und gerne für den Rest ihres Lebens um den Schlaf gebracht hätten, wenn sie immer gerade dann kreativ würde, wenn sie zu Bett ging. Und wieder leuchteten zwei Worte hell und deutlich vor ihr auf.
Wohlfühlzone und Ruhe.
Und Gianna entdeckte, dass sie ihr Ritual eigentlich schon längst hatte.
Hatte sie vor zu schreiben, begab sie sich erst in die Küche und organisierte ein leckeres Getränk. Das konnte alles Mögliche sein. Kaffee oder Eiscafé, eine Schorle oder ein Tee, was immer ihr Herz begehrte. Mit ihrem ersten Wohlfühlfaktor bewaffnet, zog sie sich zurück. An die liebsten und schönsten Orte. In die Lieblingsecke auf der Couch oder dem Bett, gemütlich angelehnt, verborgen unter einer flauschigen Decke im Winter. Unter strahlendem Sonnenschein in der freien Natur oder mit kalten Lappen im Nacken im Sommer. Sie hatte einst viel Energie darein gesteckt, die Atmosphäre in ihrem Buch nachzuahmen, um „in Stimmung zu kommen“. Aber das hatte nicht funktioniert. Die Stimmung machte sie nicht glücklich, nicht sorglos. Aber das, hatte Gianna irgendwann gelernt, war der Schlüssel. Sie tauchte ab, in ihre ganz eigene, entlegene Traumwelt - und würgte demnach auch das dämliche Telefon ab. Romantisch, kuschelig, versorgt und abgeschrieben. Das war der Schlüssel.
Und sie machte das sogar schon einige Wochen so, lange bevor die Aufgabe wirklich gestellt worden war. Aber es funktionierte und mit jedem Quäntchen ihrer eigenen Welt, spannte sich ein Bogen für eine neue. Irgendwo da draußen, in der Unendlichkeit grenzenloser Vielfalt.
Heute ist der letzte Blogbeitrag im Rahmen der KMM-Aufgabe (Kreative Mastermindgruppe). Für das Projekt könnte der Blog heute enden. Täglich eine Woche lang, mehr nicht.
Aber ich habe mich hier ehrlich gesagt sehr wohl gefühlt. Ich liebe das Design. Das ist so richtig “Ich”. Die Handhabung der Seite ist komfortabel und intuitiv. Auf dem Handy kann man es auch noch gut lesen. Einen Blog wollte ich schon länger für meine Webseite machen, aber die Plattform gefällt mir dort nicht. Alles, was mir hier fehlt, ist mehr Zeit für rundere, durchdachtere Beiträge. Also ein Postrythmus, der zu meinem Leben passt.
Der Blog wird fortgesetzt
Ich werde diesen Blog also nicht aufgeben. Statt täglich, werde ich allerdings nur wöchentlich posten. Habe ich mal etwas mehr zu erzählen, kann es auch Sonderposts dazwischen geben, aber regelmäßige Beiträge kommen definitiv nur noch wöchentlich. Täglich ist in meinem Leben einfach zu stressig und ich möchte die Beiträge gerne etwas fundierter gestalten. ;)
Kommende Themen:
Updates & Vorstellung meiner kreativen Projekte
Eigene Leinwandbilder, digital Art & Fotos
Einblicke in Schriftstellerei, Grafik Design, Lektorate und andere kreative Ergüsse
Einblicke in meine Arbeitsweise
Gedankensplitter, Politisches, Philosophisches
Was ist mit der KMM?
Natürlich berichte ich auch weiter über die KMM, denn diese ist ja eines meiner Projekte des Jahres. Erst 7 Wochen arbeiten wir zusammen und bei ein paar der wöchentlichen Meetings, konnte ich nicht dabei sein. Dennoch bin ich sehr froh, mich für diese Gruppe entschieden zu haben. Von spannenden Diskussionen darüber, ob Delphine und Reptilien nackt sind (nein, ihr wollt die Antwort nicht hören ;P), tollen Tipps zu Schreibproblemen oder einfach spannenden und kreativen Beiträgen. Wir haben so viele tolle Erlebnisse in dieser Gruppe geschaffen und ich freue mich auf alle Wochen, die noch auf uns zukommen.
Daher will ich euch auch gleich die neue Wochenaufgabe verraten: “Schreibe eine Geschichte mit genau 6 Worten.” Die anderen haben gleich gestartet und da kommen sehr interessante Sachen bei raus. Ich werde mir noch etwas Zeit dafür nehmen. Spätestens am Ende der Woche, zeige ich euch dann auch das Ergebnis. :)
Bis dahin wünsche ich euch ein wunderschönes Osterwochenende! Hoppelt beim Suchen nicht zu weit raus. ;D
Heute ist ein mühseliger Tag. Auf mich stürmen überempfindliche Beschwerden von allen Seiten ein. Die sich ihrerseits zwar über furchtbar fiese Dinge beschweren, in ihrem eigenen Urteil aber selbst alle Grenzen sprengen und viel zu weit gehen. Solche sind mir am Liebsten. Besonders vor dem Hintergrund, dass ich mir stundenlang sehr viel Mühe für sie gegeben habe. Mehr als die meisten getan hätten. Ich tue das auch gerne, völlig ohne Gegenleistung. Aber dann möchte ich keine üblen Anschuldigungen hören, die unfair extrem sind und unter die Gürtellinie gehen. Fairness und Anstand hätten mich gefreut.
Ich hatte einen langen Beitrag über Kritikfähigkeit gestartet. Warum ist es eigentlich absolut nicht tödlich kritisiert zu werden? Warum ist es gut, mal was Schlechtes zu erleben, und wir werden sogar krank, wenn das nie passiert?
Dann fiel mir auf, dass ich das tat, was ich in den ersten Zeilen des Postes sagte, nicht tun zu wollen: Ich redete doch nur über dieses Thema. Und ich denke auch nicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, einen objektiv lehrreichen Beitrag über so ein wichtiges Thema zu schreiben. Immer nur politische und gesellschaftskritische Beiträge schreiben, will ich auch nicht. Das hier ist zwar auch ein Blog für Gedankengänge und Fragestellungen philosophischer Art, soll aber vor allem um meine Projekte und Kreativität gehen.
Alles gelöscht. Neuanfang.
Und jetzt?
Mein Kopf ist nicht wirklich fähig, sich viel Kreatives auszudenken, heute. Der Start in den Tag hat mich gleich schon ausgelaugt. Von solchen Leuten habe ich mich eigentlich ganz bewusst getrennt. Trotzdem sitze ich jetzt wieder so hier. Und ich ärgere mich darüber.
Aber ganz ehrlich: So ist es eben auch manchmal. Nichts überbewerten, weiter machen. Ist es nicht gerade das, worum es mir geht?
Für Kreativität sind solche Tage oft schwierig. Ich zähle definitiv zu den Leuten, die gefahrlaufen, sich von sowas aufhalten zu lassen. Früher hat mich auch das mehr geärgert und witzigerweise gilt dafür das Gleiche: So ist es eben auch manchmal. Nichts überbewerten, weiter machen. Nicht jeder Tag muss hoch produktiv sein.
Also ab eine Runde gedankenloses Videospiel spielen. Ich beende diesen Post zum Osterwochenende also mit einer Ode an freie Tage:
Heute kann ich nicht allzu viel sagen. Denn in meinem Kopf herrscht alles übertönende Euphorie! Die Mustermappe von der Druckerei kam an und es ist ein wirklich wundervolles Paket. Was für ein Service! 😍
Ich habe jetzt alle Möglichkeiten, von Papier, über Farbe bis hin zu Veredelungen und deren Anforderungen auf einen Blick. Zum Anfassen! Auch gefreut hat mich dieses schöne Lesezeichen als Sample. Das wandert doch gleich in mein neues Buch. ❤️
Was mich aber vor allem freut: In den Mustern war genau das dabei, was ich machen möchte. Es sah einfach fantastisch aus und ist offenbar tatsächlich möglich. Damit wäre diese Frage schonmal geklärt. Ebenso die Frage, welche Druckerei ich auswählen werde.
Die Sonne scheint, ich habe heute zwar nicht alles geschafft, was ich mir vornahm, aber dafür habe ich nächste Woche einen weiteren Tag Arbeit frei, an dem ich dann noch mehr schaffen kann. Denn die heutigen Überstunden für den Brotjob, kann ich Osterdienstag abfeiern.
Was soll ich sagen? Es läuft, ich bin glücklich! 😍
Die zu beobachtenden Entwicklungen, treiben mich manchmal auf die Palme. Manchmal machen sie mir Bauchschmerzen. Insgesamt stehe ich davor, ein bisschen sprachlos und frage mich wie man auf sowas eigentlich kommt.
Achtung, ab jetzt fühlt man sich alt.
Die Menschen wissen heutzutage einfach nicht mehr wie sie mit ihrer Freiheit umgehen sollen. Jeder schreit danach, aber eine Sekunde später treten sie diese mit Füßen. Dabei könnte es so einfach sein, wenn man bereit wäre nicht immer die egoistischste und bequemste Lösung zu wählen.
Ich habe von dem Begriff Tone Policing gehört. Und Silencing. Wie man das heute so macht, bekommt alles ein Label und einen englischen Namen. Weil - achtung boshaft - früher kam man ohne ja auch nicht aus. Dabei hat das Ganze früher durchaus besser geklappt. Dieses Labeln mit englischen Worten ist in vielerlei Hinsicht so exemplarisch für das was hier eigentlich schief läuft.
Willkommen in der Ego-Gesellschaft. In der Ich-Gesellschaft, in der jeder ein Prophet ist und nur noch Kapitalismus Gold. Einer Gesellschaft, die lieber polarisiert und catchy Titel findet, weil das mehr Klicks gibt, statt im Namen guten Umgangs zu differenzieren. Einer Gesellschaft, die nach Freiheit quäkt und schreit wie frisch Geborene und doch keinen Funken Respekt für die Freiheit übrig hat.
Aber werden wir doch endlich mal etwas genauer, statt auch nur zu wettern wie alle anderen. Wo liegt denn eigentlich das Problem?
Als ich großgezogen wurde, lernte ich einen ganz entscheidenden Satz: “Deine Freiheit endet da, wo die der anderen anfängt.” Und nicht zu vergessen: “Du hast deshalb niemals die Freiheit, die Unversehrtheit eines anderen anzutasten.”
Darin steckt eine gewisse Bescheidenheit. Das differenzierte Bewusstsein, dass jede Medallie zwei Seiten hat und alle Extreme davon negativ werden. Dass wir ein Recht auf Unversehrtheit haben, aber uns nicht benehmen können wie wir wollen. Dass wir Rücksicht nehmen müssen, auf die Unversehrtheit anderer und die anderen auch auf unsere.
Davon ist heute nichts mehr spürbar. Menschen werden fertig gemacht wie der letzte Dreck, nur, weil sie eine andere Meinung haben. Jeder kritische Einwand ist das Werk eines “rassistischen Querdenkers”, was synonym steht für Drecksschwein ohne Rechte.
Dabei bedeutet schon alleine Querdenker eigentlich etwas extrem Gutes. Googled man, findet sich folgende Definition: “jemand, der eigenständig und originell denkt und dessen Ideen und Ansichten oft nicht verstanden oder akzeptiert werden.“ Querdenker sind also weder Rassisten, noch Problemmacher. Es sind die Revolutionäre unserer Zeit. Menschen, die physikalische Teilchen erschaffen, Flugzeuge erfinden und behaupten, die Welt sei eine Kugel. Wie falsch kann man ein Wort denn gebrauchen? Kritiker der Corona-Politik sind keine Querdenker und auch nicht alle Rassisten.
Aber wie so vieles heutzutage, wurde auch das Wort missbraucht und entstellt. Ich ahne, dieses Wort hat für die nächsten hundert Jahre oder mehr seine eigentliche Bedeutung verloren. Weil die Medien das finanziell profitabel fanden. Weil die Bevölkerung das profilierend profitabel fand - oder einfach blind nachgerannt ist.
Woher kommt denn dieses blinde Gerenne und Gekeife heutzutage immer,
wie infantile Spinner?
Die Menschen sind doch nicht dümmer geworden?!
Die Antwort steckt wie immer,
viel leichter und viel schlimmer.
Das geliebte Social Media ist hier am Morden.
Die Idee jeder habe was zu sagen
und seine Meinung müsse man deshalb haben.
Die Idee ein jeder ist hier orriginell
und revolutioniere daher rasend schnell.
Dass jeder bei dem Schneiden seiner Zehe,
als erster endlich die echte Wahrheit sehe.
Und kein Wesen, Tier, Frau, Trans oder Mann,
auch grad bestimmt nicht falsch liegen kann.
Da muss ich schwer enttäuschen!
Für Erkenntnis braucht es immer noch Verständnis.
Und zum Verstehen, muss man lange in die Lehre gehen.
Selbst dann, wenn mann so vieles schon verstehen kann, täuscht man sich noch immer dann und wann.
Aber wer will das schon hören, unter einem Haufen selbst ernannter Propheten, die sich weissagen, der Ton mache eben nicht die Musik? Die es gewohnt sind, Themen nur zu 10% in polarisierenden Posts rauszubrüllen, damit die Klicks steigen, anstatt wirklich zu recherchieren und differenziert und ganzheitlich zu informieren. Die statt zu reflektieren, nur noch blind und instinktiv konsumieren, gesteuert nur von ihrer aktuellen Verfassung im Moment des Lesens.
Ob die jemals begreifen, dass die Ignoranz des Tone Policing keinen neuen Namen, sondern nur einen reflektierten Umgang braucht, dem klar ist, dass es gerade der richige Ton ist, den man dabei verpasst? Es ist das andere Extrem, das leise Extrem, eines schlechten Tons. Die Ignoranz, die es immer schon gegeben hat. Die gerade heute aber auch mit sehr viel anmaßender Forderung gepaart wird.
Ignoranz bei eingehender Kritik, anmaßende Forderung bei eigenen Anliegen. Psychologisch übrigens ein uraltes Phänomen. Taucht laut Psychologie immer bei Menschen auf, die soziale Defizite haben. Nämlich ein mangelndes Selbstbewusstsein und eine mangelnde Grunderziehung darin, sich statt auf diese unflätige Weise sozial anständig zu bewegen - völlig erfolgreich. Die alte Frage im Kindergarten: Wie schaffe ich mir stat mit Wutanfall, Beschimpfungen und Haareziehen denn anständig gehör? Welche anständigen Alternativen habe ich für Frust, Wut, Angst, um mich sozial verstädlich zu machen?
Wir blicken also auf eine sozial verkümmerte Gesellschaft, die den ganzen Tag von mehr sozialer Toleranz brabbelt und keift. Und dann auch noch behauptet man dürfe auf den falschen Umgangston nicht aufmerksam machen. Na gute Nacht.
Und nur damit es keiner falsch versteht: Natürlich gibt es diese Ignoranz. Natürlich ist sie falsch und natürlich muss man das ansprechen. Aber eben doch in einem angemessenen Ton, weil es nunmal genauso falsch ist anderen die eigene Meinung aufzuzwingen und sie bei Widerstand verbal zu zerstören. Und es ist ein Paar was man deshalb auch nur gemeinsam ansprechen kann, nicht polarisierend und einseitig. Man kann und sollte immer nur sagen, dass beides falsch ist, statt immer ein Verrücktenlager aufzustacheln. Oder fand den provokanten Ton des Textes einer angenehm?
Aber das wären ja Grenzen. Und wer soll das verstehen in einer Gesellschaft grenzenlos vieler Propheten, mit grenzenlosen Möglichkeiten?
Heute habe ich mein neues Grafik Tablet ausprobiert. Junge, das kann aber mehr als mein altes GT! Ist natürlich noch sehr ungeformte Schmiererei, denn bloß Testerei, aber dafür wird es umso schöner später in den Vergleich zu gehen. :D
Ich habe heute über Aktien, Fonds und ETFs gelesen. Da gibt es natürlich verschiedenste Theorien zu, aber vor allem blieben mir folgende Dinge im Kopf hängen:
Man soll unbedingt investieren. Aber vorsichtig. Man soll sich gegebenenfalls Hilfe holen - aber vorsichtig.
Da geht es um gute Überlegungen, ausgiebige Analysen und Streuung auf der einen Seite. Aber auch um falschen Rat und überteuerte Beratungsgebüren auf der andeten Seite, während nichtmal immer ein Rat nötig ist.
Vielleicht bin ich daran hängengeblieben, weil es im Leben irgendwie überall so ist. Egal was du tust, und wenn du nur existierst, jemand will sich daran bereichern. Vielleicht auch, weil unser Vermögensberater uns von ETFs ausdrücklich abgeraten hat und das Buch erklärte: "Bei ETFs gibt es keine Provision. Banken und andere provisionsbasierte Vermittler werden die Ihnen deshalb nicht verkaufen." Vielleicht auch weil meine Rentenerwartung eigentlich nicht mehr erwähnenswert ist, während die verantwortlichen Politiker sich mit verrückten Bonuszahlungen und Maskendeals zu Millionären machen.
Meine Eltern haben mich zu Freiheit erzogen. Freiheit, Demokratie, Verantwortung. Aber auch, dass meine Freiheit da endet, wo die eines anderen anfängt.
Auf Instagram lese ich heute irgendwas davon, dass man nicht sagen soll jemand vergreife sich im Ton. Man darf es nicht instrumentalisieren, um Klagen anderer zu ignorieren (der Beitrag drückte das nicht so schön aus). Kein Hinweis darauf, dass man sich allerdings auch nicht wahllos im Ton vergreifen darf. In einer Welt in der jeder über den anderen richtet und ihn nieder macht wie Dreck - nur, weil er eine andere Meinung hat - irgendwie nicht sehr angemessen, denke ich mir.
Was ist hier eigentlich los du Gier-Gesellschaft? Kannst alles nehmen und fordern, aber Bescheidenheit schon nicht mehr schreiben?
Meine Gedanken schweifen ab. Ich finde ETFs bisher gut, vor allem für den Start und der Ton macht bei mir sehr wohl die Musik. Ob keiner merkt, dass der kritisierte Missbrauch dieses Satzes ebenso ein schlechter Umganston ist und sie da gar nichts Neues entdeckt haben?
Wie gut, dass ich noch selber denken kann. Dass ich nicht jeden Ratgeber, jeden Post und jedes Gemecker nutzen muss wie ein Gesetz.
Wie gut, dass ich investieren kann, in ETFs, in Menschen, in guten Ton und Anstand - mit Vorsicht. Wie gut, dass ich meine eigenen Defizite erkennen und mir jeder Zeit Hilfe holen kann - mit Vorsicht.
Was für ein Geschenk, dass ich selbst für mein Handeln verantwortlich bin!
hier begegnen euch zukünftig die Funkensplitter meiner kreativen Arbeiten der verschiedensten Bereiche. Ich liebe Aesthetik, male, schreibe, bastle und lasse meinen Gedanken gerne freien Lauf. Meine Projekte sind zahlreicher als der Platz in diesem Blog. Dennoch gibt es da etwas, dass momentan die Hauptbesetzung meines Funkenspieles einnimmt:
1. Die Kreative Mastermindgruppe (KMM) mit der ich dieses Jahr 52 kreative Projekte nach dem Buch von Pam Grout erkunden werde. Jede Woche ein Projekt. Seit Februar sind wir schon dran und diese Woche wird ein Blog gestartet. Dieser spannenden Gruppe mit lauter wunderbaren Menschen verdankt ihr also diese Plattform. ;D
2. Mein Kriminalroman (Arbeitstitel: SIM), der inzwischen auf 5.395 Wörter kommt, sich den Platz aber immer mit einem zweiten Buchprojekt teilen muss.
3. Teil 1 meiner Urban Fantasy Serie (Arbeitstitel: DS). Aktuell bei über 11.721 Wörtern.
Ich weiß, man soll sich nur einem Projekt annehmen. Was bei vielen Menschen die Bedingung für Produktivität ist, bedeutet für mich aber den Langeweiletod jeder Form von Kreativität. Meine Funken brauchen Abwechslung, wenn sie nicht verglühen sollen. Deshalb ergänzt sich all meine literarische Arbeit immer wieder durch grafische Projekte.
Neugierig geworden was hierdraus wird? Ich auch! :D