“Der einzige Weg, ein Objekt zu besitzen, das wir nie hatten, das von Anfang an verloren war, ist es, ein Objekt, das wir noch vollkommen besitzen, als bereits verloren zu behandeln.”
— Slavoj Zizek: “Was ist ein Ereignis?”, S.29
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“Der einzige Weg, ein Objekt zu besitzen, das wir nie hatten, das von Anfang an verloren war, ist es, ein Objekt, das wir noch vollkommen besitzen, als bereits verloren zu behandeln.”
— Slavoj Zizek: “Was ist ein Ereignis?”, S.29
"Das Gesicht ist für mich wie ein Schirm, der es ermöglicht, das Andere des Realen zu vermeiden. Ich sehe dich, du siehst mich, du lächelst mich an, die Sympathie - all das ist nur Schein. ...Warum sehen sich der Patient und der Analytiker während der Analyse nicht an? Weil das Von-Angesicht-zu-Angesicht für das Durchdringen des Realen des Anderen keinen Sinn macht. ...Was man in Wirklichkeit in der Burka sieht ...ist weniger der verschleierte Andere als der ...Andere, ohne die Maske des Gesichts,...der entschleierte Andere. ...Es ist das, was man vom Anderen sieht, wenn man das Gesicht selbst abnimmt. Es ist das brutale Reale des Anderen. ...Die Angst vor der Burka besteht nicht darin, dass der Anderer fern ist, sondern dass er, als Ding im Lacan'schen Sinne, zu nah ist. Die imaginäre Funktion des Schirms des Gesichts ist weggenommen. Trotz allem bin ich mit dem Tragen der Burka nicht einverstanden. Es ist ...etwas Schreckliches.
Es ist besser, das Risiko der Treue zum Wahrheitsereignis einzugehen, auch wenn diese Treue in die Katastrophe führt, als in dem utilitaristisch-hedonistischen, ereignislosen Zustand der Nietzscheanischen letzten Menschen dahinzuvegetieren. Was Badiou ablehnt, ist jene liberal-viktimistische Ideologie, für die Politik nur noch bedeutet, das Schlimmste zu verhindern, alle positiven Projekte aufzugeben und die am wenigsten schlechte Option zu verfolgen – oder, wie der jüdische Wiener Schriftsteller Arthur Feldmann bitter bemerkte: "Wir überleben größtenteils auf Kosten des Lebens".
Als sich nach dem Ende der großen, allumfassenden linken Fortschrittsnarrative die politische Aktivität in eine Vielzahl von Identitätsfragen auflöste, konnte sich der Exzess über diese partikularen Kämpfe um Identitäten nur in machtloser moralistischer Empörung entladen. Brown geht hier allerdings einen entscheidenden Schritt weiter und verfolgt sämtliche Paradoxien der Demokratie konsequent bis zum Ende
Gilt nicht dasselbe auch für Zuckerberg, Musk und andere falsche Propheten des Endes des Kapitalismus? Wir sollten ihnen schlicht antworten : : Warum erzählt ihr uns, dass der Kapitalismus an sein Ende kommt, wenn der Kapitalismus tatsächlich an sein Ende kommt? Kurz, ihre Fassung vom Ende des Kapitalismus ist die kapitalistischeı Fassung seines eigenen Endes, wo sich alles ändert, damit die grundlegende Herrschaftsstruktur gleich bleiben
Die Realität, die wir erfahren, ist niemals „alles“; damit die Illusion des „alles“ entstehen kann, muss sie um ein disparates künstliches Element ergänzt werden, das ihre Leerstelle beziehungsweise ihr Loch ausfüllt ... Die Realität, die wir erfahren, ist nicht-alles, inkonsistent, wir können kein Alles aus ihr machen, ohne in Antinomien zu geraten
Offiziell strebt er nach Gewissheit, eindeutiger Antwort, tatsächlich aber...klammert er sich an seinen unbestimmten, schwankenden Zustand. ... Die wahre Katastrophe die der Neurotiker um jeden Preis vermeiden möchte ist gerade das Erscheinen einer letzten eindeutigen Antwort DNdW85 ... Ungewissheit gewährt dem Neurotiker ein Minimum an ontologischer Konsistenz. (Die Nacht Der Welt, S. 84) ... Der Neurotiker klammert sich an seinen Zweifel, an seinen unbestimmten Status als die einzig sichere Stütze seines Seins -Die Nacht der Welt
Sie erzeugen das Bedürfnis: Wie es in der Werbung heißt: Sie werden Wünsche in sich entdecken, von denen Sie nicht ahnten, daß Sie sie haben ... Die libidinöse Ökonomie der kapitalistischen Konsumtion ist es das Bedürfnis, das die Produkte angeblich befriedigen überhaupt erst erzeugen ... Der Exzess der kapitalistischen Konsumtion fungiert immer als Reaktion auf einen fundamentalen Mangel [d.h.auf einen unausräumbaren Mangel] ... was gibt es 'in mir mehr als ich selbst', aufgrund dessen ich Objekt des Begehrens des Anderen bin? Diese Ungewissheit definiert das Subjekt
was ist die »Postmoderne«, wenn nicht die ultimative Niederlage der Aufklärung im Augenblick ihres Triumphes?
Die eigentliche Täuschung beim Stehlen besteht darin, daß dadurch die Tatsache verschleiert wird, daß es letztlich nichts zu stehlen gibt
Ein Hysteriker ist nicht bereit, jenen Teil von sich selbst zu opfern, der den Anderen komplettieren und die Lücke ausfüllen würde. ... daß die Angst der Hysteriker besteht in einer Beziehung zu dem grundlegenden Mangel im Anderen der den Anderen zu einem inkonsistenten macht ... Hysteriker: Ich weigere mich, das Agalma in mir zu opfern, weil es nichts zu opfern gibt, weil ich außerstande bin deinen Mangel auszufüllen ... Ein Hysteriker erkennt den Mangel im Anderen, seine Ohnmacht, Inkonsistenz, Fehlerhaftigkeit ... Sublim ist nicht die kalte, entrückte Figur der Dame die unerreichbar für uns bleiben muß, denn stiege sie vom Sockel würde sie sich wandeln
Das Opfer ist die Geste, durch die wir versuchen, jene Schuld zu kompensieren die uns durch das unmögliche Gebot des Über-Ich auferlegt wird
Bei der »moralischen Mehrheit« fördert das Vom-Anderen-Fasziniertsein den neiderfüllten Haß auf die exzessive jouissance des Anderen zutage
Wesentlich schwieriger, als die Realität als Fiktion zu entlarven, ist es, in der »realen« Realität den Anteil der Fiktion zu erkennen. ... den harten Kern des Realen können wir nur dann aushalten, wenn wir ihn fiktionalisieren. ... um privat Zyniker sein zu können, muß er/sie die Existenz der naiven ander(en) voraussetzen, die »wirklich glauben«. ... Insgeheim glauben wir alle an den »großen Anderen«. ... bin ich von meinem Glauben, meiner angerufenen symbolischen Identität, nicht überzeugt,..kehrt..dies..als..Ich-Druck der Schuld zurück.
die Künstler konstruieren einen Ort an dem die Menschen auf ekstatische Weise den traumatischen Exzeß betrachten um den sich ihre Leben drehen ... was ist der »Trieb«, wenn nicht Name für einen exzessiven »Druck«, der den biologischen Lebensrhythmus stört, einer Sucht nach einem ''? ... Der Mensch, wegen des göttlichen Funkens in sich kann nie ganz Mensch werden kann ... weit entfernt, das Höchste im Menschen zu sein,..ist die »Göttlichkeit«...jenes..X aufgrund dessen man nie ganz selbst-identisch werden kann ... weit entfernt, das Höchste im Menschen zu sein,..ist die »Göttlichkeit«...jenes unergründliche X, aufgrund dessen man nie völlig Mensch wird ... Christus ist nicht »Mensch plus Gott«, das, was in ihm sichtbar wird, ist einfach nur die göttliche Dimension im Menschen »als solchem«.
wenn jemand behauptet, er sei von jeglichem Glauben kuriert, frag ihn: Nun gut aber wo ist der Fetisch, der es Ihnen ermöglicht (so zu tun)? ... Fetischisten sind in der Lage, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, da sie ja ihren Fetisch haben, an den sie sich klammern können ... ein Fetisch kann für uns eine sehr konstruktive Rolle spielen, indem er uns erlaubt, mit der brutalen Wirklichkeit zurecht zu kommen
Das menschliche Leben ist nie »einfach nur Leben«, es wird immer von einem Exzeß des Lebens aufrechterhalten ... Das Subjekt transformiert die Wiederholung, bei der es die object cause nicht mehr los wird, in die ewige Suche nach dem Objekt des Begehren ... "Daß es so etwas wie ein sexuelles Verhältnis nicht gibt impliziert daß jouissance ihrem Wesen nach was Idiotisches & Einsames ist." (Zizek, DgL) ... jouissance »als solche« ist ein Exzeß ... obwohl es sich um Erscheinungen handelt, die immer hinter der eigentlichen jouissance hinterherhinken, wird objet a als exzessiv erfahren. ... die Objekte a stellen nie »das Ding selbst« dar, sie werden dennoch als exzessiv erfahren, so fällt das »nicht genug« mit dem Exzeß zusammen