Ich stehe noch
Ich stehe noch! Die Tage ziehen an mir vorbei wie ein Inferno aus Staub. Ich stehe noch. Gefangen im Nebel. Aber noch stehe ich! Ein Hagel der Blicke. Gelächter. Stehe ich noch?
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Ich stehe noch
Ich stehe noch! Die Tage ziehen an mir vorbei wie ein Inferno aus Staub. Ich stehe noch. Gefangen im Nebel. Aber noch stehe ich! Ein Hagel der Blicke. Gelächter. Stehe ich noch?
Kalte Wände
Die Wände waren kalt, als sie mich zerbrachen.
Kein Unikat
Kein Unikat. Alles gleich. Ohne Sinn erschaffen. Lieblos. Kalt. Meine Seele erkrankt.
Unterschreiben
Ich durfte nicht mit dem Notenschlüssel unterschreiben.
Blicke und Bewusstsein
Ihre Blicke machen mich krank. Zerstechen mein Bewusstsein. Ihr Grinsen macht mich dumm. Veröden meine Sinne.
Die anderen
Ich habe mich in den Anderen verloren, als gäbe es mich selbst überhaupt nicht.
Die Farbe Blau
Meine Farbe ist die Farbe Blau. Falls sie mich fragen, kann ich's sagen. Blau und nur Blau. Gleich bin ich dran.
Verzweifelt
Ich bin verzweifelt. Ich denke permanent an mich, meine Taten und Perspektiven. Ich frage mich was ich ändern muss, um glücklich zu werden und ob ich der bin, für den ich mich halte. Große Fehler erkennt man manchmal erst aus großer Distanz und selbst dann fragt man sich, woran man Fehler erkennt. Welcher Zustand in der Welt identifiziert einen Fehler? Und was ist an sich überhaupt richtig oder falsch? Solange ich diese Fragen nicht beantworten kann, werde ich mich ihnen immer und immer wieder stellen müssen, bis ich alle ihre Antworten inwendig und auswendig kenne.
Zweifelchen
Wie ein zweifelhaftes Zettelchen zweifelt ein Gedanke vorbei. Er verteilt die Lust nach Ungedachtem.
Hochmut kommt vor dem Fall
Als Herr Hochmut zu Besuch kam, verneigte er sich. Ich dankte ihm dann für seinen freundlichen Fall. "Ich habe meine Träume vergessen! Herr Hochmut, darf ich bitten? Ob ich nochmal dürfte?" "Wenn man im Blättermeer umherschweift wie Perlen auf Oktobertau, legt man einen Hauch Septembernebel auf sie und geht.", sagte er und ging.
Winterbaum
So wie ein alter Winterbaum an sich ganz ohne eine einzelne Träne traurig ist, bin auch ich starr und traurig. Ich kann die Trauer nicht festmachen; sie hat keinen Grund. Meine Trauer ist zu einer versteinerten Gewissheit geworden. Wie der Baum, bin ich der ewigen Trauer ausgeliefert.
Damals
Ich bin gezwungen durchzuhalten, obwohl ich mich immer noch so fühle wie damals. Es hat sich alles verändert und trotzdem ist alles beim alten. Die Bilder, die ich sehe, erinnern mich an damals und lassen mich in einem ständigen Traum zergehen. All die Hoffnungen, die genauso plötzlich enttäuscht wurden, wie sie entstanden.
Geschriebensein
Wenn Gedanken geschrieben stehen, kann man sie nicht mehr wegwischen. Es geht nicht. Sie sind geschrieben wie gedacht und in dem Moment, in dem sie gedacht wurden, müssen sie geschrieben stehen und umgekehrt. Es führt kein Weg vorbei an der Ewigkeit und Unauslöschbarkeit jedes einzelnen Gedankens.
Freuen lassen
Immer, wenn ich mich gefreut habe, wurde ich gefreut. Ich habe mich immer freuen lassen, weil der Moment mich zwang, mich freuen zu wollen. Etweder weil es angebracht war, sich zu freuen und ich deshalb gefreut wurde oder weil die Traurigkeit, den anderen zu enttäuschen viel größer gewesen wäre als die Traurigkeit, die von der Enttäuschung meiner selbst ausgeht. Es ging immer nur um der Freude Willen.
Schreie
Sie ist gekommen, um zu schreien. Sie schrie immer, wenn sie heim kam. Sie kontrollierte und schrie. Jeden Tag kam sie heim, nur um zu schreien. Die Gewissheit, sie würde heute wieder nach hause kommen, um schreiend zu richten, war schrecklich. Die Angst, die Ansprüche nicht zu erfüllen, war groß. Denn wenn sie nicht erfüllt wurden, schrie sie. So war sie jeden Tag gezwungen, zu schreien und wir waren gezwungen, dem täglichen Schreien ausgesetzt zu sein. Wir wussten nicht, was zu tun war, um das Schreien zu stoppen.
Beben
Das Beben beginnt wieder. Schlag um Schlag erschüttert es alles, was ich sicher geglaubt habe. Wohlwissend, was gerade passiert, bin ich dumm vor Angst und weiß nicht, was zu tun ist. Es ist schrecklich, grausam, verletzend. Ich habe vergessen, was in dieser Situation zu denken ist. Der einizig sichere Ausweg scheint der Tod zu sein. Nur er bringt die Gewissheit mit sich, dass das Beben für immer vorbei ist. Nur der Tod kann es garantiern und nur der Tod kann sein endgültiges Versprechen halten. Selbst wenn alles lügt und betrügt, ist der Tod noch da, um sein Versprechen zu halten.
Morgenträume
Wenn ich aufwache, beginnt das Pochen. Gedanken prallen auf mich ein und ich bin gezwungen, mich mit ihnen auseinander zu setzen. Sie sind unruhig und permanent. Sie nehmen mich ein; sie fordern mich schuldig.