Ein Samstagnachmittag mit Überraschungen
Ich war noch nie in Halberstadt. Bis Samstag jedenfalls. Dann nämlich haben wir uns zu zweit zu einem Spontanbesuch in Halberstadt entschlossen. Eben weil wir noch nie da waren. Unsere Überraschung war groß. Halberstadt ist definitiv eine Reise wert.
Fotos oben: Halberstädter Dom - nicht sichtbar der Domschatz, für den man unbedingt - anders als wir - mehr als 40 Minuten Zeit haben sollte (das ist der Nachteil von Spontanbesuchen, die sich dadurch auszeichnen, dass man die Öffnungszeiten von sehenswerten Orten erst am Ort der gewünschten Besichtigung erfährt.).
Ebenfalls seeehr empfehlenswert: Kaffeepause im Café Stephanus am Domplatz. Dort gibts wirklich hausgebackenen köstlichen Kuchen - aus besten Zutaten, wie die sehr freundliche Bedienung uns begeistert erzählte. Das war zu schmecken!
Gegenüber dem Dom am anderen Ende des Domplatzes wartet die Liebfrauenkirche darauf, entdeckt zu werden. Die größte Überraschung dort waren für uns die “Chorschranken” - für einen Obulus von 2 Euro durften wir uns an den hochgradig beeindruckenden Darstellungen der 12 Apostel sowie Maria und Jesus aus der Zeit von 1200/1210 erfreuen (Fotografieren war nicht erlaubt, Selberhingehen ist also angesagt). Einen solchen Schatz hatten wir nach dem ersten Eindruck, den wir von der Kirche erhascht haben, nicht erwartet.
Und nach dem zweiten Eindruck (siehe unten) erst recht nicht ;-)
Die dritte Kirche - die Martini-Kirche - haben wir nur von außen betrachtet - erstens waren wir nach einem ausgiebigen Rundgang durch Halberstadt bereits eindrucksgesättigt, zweitens hatte sie sowieso nicht mehr auf, als wir sie erreicht hatten.
Eine besondere Überraschung war auch der Rundgang durch die Altstadt - die wir trotz des unübersehbaren Schildes mit der Aufschrift “Altstadt” zunächst übersehen hatten. Weil sie im 2. Weltkrieg schwer zerstört wurde und die hübschen kleinen Fachwerkhäuschen darin eher Seltenheitswert haben.
Für uns besonders beeindruckend:
1. Die alten Fachwerkhäuser machten einen sehr gepflegten Eindruck,
2. Baulücken sind Lücken und bleiben ganz offensichtlich Lücken - sie sind hübsch bepflanzt (Gemeinschaftsgärten?) und haben den unschlagbaren Vorteil, dass man von überallher einen offenen Blick auf die zahlreichen Kirchen hat.
Mein Resümee: Halberstadt lohnt einen Besuch - es darf gern auch ein etwas weniger spontan sein, wenn man die zu entdeckenden Schätze angemessen würdigen möchte.