The Dings – Teil II von III im W57
© ARTIG Zentrale für Culturelle Entwicklung, Foto: Merle Forchmann
Samstagnachmittag, strahlender Sonnenschein: Ich schlenderte durch die Worringer Straße und suchte die Location für Teil II der ARTIG Werkschau. Mit neogelben „The Dings“-Plakaten war die Fensterscheibe einer Galerie beklebt. Ich hatte das W57 gefunden.
Die meisten Vorbereitungen hatte das Aufbau-Team schon in der vorherigen Woche geleistet. So blieb mir sofort ausreichend Zeit, mich genau mit den Werken und den Künstlern der Ausstellung zu beschäftigen.
© ARTIG Zentrale für Culturelle Entwicklung, Foto: Merle Forchmann
Als ich die Treppe in den Ausstellungsraum des W57 hinunterkletterte, erinnerten mich der graue, staubige Boden und die weißen, unverputzten Wände auf den ersten Blick an den Keller meiner Eltern.
Das änderte sich jedoch schnell: Denn auf einmal hörte ich sanfte Klaviermusik, drehte mich um und entdeckte eine große Leinwand mit vielen kleinen Quadraten. Christian Hölter hatte mithilfe von speziellen Farb-Codes das Klavierstück, welches in der Ausstellung zu hören war, grafisch auf einer Leinwand dargestellt.
© ARTIG Zentrale für Culturelle Entwicklung, Foto: Merle Forchmann
Biografische Fragmente von Hannah Lahusen im Lager 3
Beim Blick um die nächste Ecke erregte bei mir die Soundinstallation von Hannah Lahusen besondere Aufmerksamkeit. In vier Teilen – bestehend aus jeweils einem Loop und Bildern - erzählt Hannah bewegende Fragmente aus Biografien, die jeder kennt oder sogar schon selbst erlebt hat.
„Zuerst sind die Sounds entstanden“, erklärte mir die Künstlerin, „dann hatte ich ein klares Bild von dem, was ich dazu noch visuell zeigen kann.“ Sie stöberte in alten Familienalben und im Internet nach passendem Bildmaterial – eines der Bilder hat sie selbst geschossen.
Auch wenn ihr Werk „Biografien“ heißt, sei ihr Werk nicht direkt autobiografisch: „Sicher kann ich mich mit den Fragmenten identifizieren, aber jeder andere mit Sicherheit auch.“
© ARTIG Zentrale für Culturelle Entwicklung, Foto: Merle Forchmann
Tanz- und Musik-Performances im W57 Studio
Untertage hatte ich im W57 schon viel erlebt. Ab 19 Uhr ging es aber auch im W57 Studio so richtig los. Zuerst mit zwei Tanzperformances und dann mit einem 45 minütigen Auftritt des Moving Places Collective, der jedem im Raum den Atem stahl.
Die musikalische Performance der insgesamt sieben Musiker begleitete eine Tänzerin mit stimmigen Choreografien. Die selbst geschriebenen Songs der Gruppe hörte ich zwar am Samstag zum ersten Mal, trotzdem fühlte sich ihr Sound sofort bekannt und freundschaftlich an.
Neben den beiden umwerfenden Stimmen von Abilaschan Balamuraley und Melody Awuah war der Auftritt von Lukas Leibfried mein persönliches Highlight. Ich hatte das Gefühl, dass er mit jedem meiner Augenschläge das Instrument wechselte. Von der Trommel sprintete er zum Xylophon, nur um dann zwischendurch noch einige Takte auf der Posaune einzuwerfen.
© ARTIG Zentrale für Culturelle Entwicklung, Foto: Merle Forchmann
Die Anmeldungen für das Culturlabor 2016 haben begonnen
Richtig umgehauen hat mich jedoch eine Freundin. Im Anschluss an die Performance des Moving Places Collective war sie so begeistert von der ARTIG-Atmophäre des Abends, dass sie sich sofort für das Culturlabor 2016 anmeldete.
Und ihr? Seid ihr nach der Werkschau auch inspiriert und möchtet tiefer in den neongelben Kosmos der ARTIG Zentrale eintauchen? Dann meldet euch zum Culturlabor 2016 an und entwickelt euch! Hier geht’s zur Anmeldung.
Sebastian Neef genießt die Einblicke in die junge Düsseldorfer Kunstszene über die ARTIG Zentrale. In seinem rheinischen Heimatdorf macht er Blasmusik und tanzt auf Schützenfesten. Mehr Gedanken des Politikstudenten gibt es auf seinem Blog johann-seppel.de.