09. Juni
Heute fühlt sich alles ein bisschen zu laut an, selbst wenn eigentlich gar nichts passiert. Als würde mein Kopf die Geräusche der Welt nicht mehr richtig filtern können, sondern alles gleichzeitig ankommt und sich irgendwo hinter den Augen sammelt. Ich wache auf und bin schon müde, bevor der Tag überhaupt angefangen hat.
Auf der Arbeit ist es nicht unbedingt etwas Konkretes, das mich belastet, eher diese Mischung aus Stimmen, Erwartungen und diesem dauernden Gefühl, funktionieren zu müssen. Ich merke, wie schnell ich innerlich kippe, wie dünn meine Geduld geworden ist, und dass ich Dinge nicht mehr so leicht an mir abprallen lassen kann wie früher. Es ist, als würde ich ständig knapp unter der Oberfläche schwimmen und nie richtig Luft holen.
Danach sind es oft nur kleine Dinge, die mich durch den Tag tragen. Ein Döner, der sich kurz wie eine Pause anfühlt. Alte Spiele, die sich anfühlen wie Erinnerungen an eine Version von mir, die weniger schwer gedacht hat. Zelda, Spyro, Final Fantasy X – Welten, in denen alles irgendwie klarer war, selbst wenn es dort Probleme gab. Vielleicht ist es nicht wirklich Nostalgie, vielleicht ist es nur Flucht in etwas, das sich vertraut anfühlt.
Und dann kommt der Abend, an dem ich einfach nur noch funktioniere. Couch, Handy, irgendein Film im Hintergrund, den ich kaum richtig sehe. Ich frage mich nicht mehr groß, ob ich Lust auf morgen habe, weil die Antwort sowieso immer die gleiche ist. Ich gehe einfach weiter, irgendwie, ohne genau zu wissen, wie lange man das machen kann, bevor etwas in einem leiser wird oder ganz ausgeht.











