Gottesdienst ROGATE - Betet vom 22.05.2022 in Frömern
ABLAUF 22.5.2022 – 11 Uhr
Musik zu Beginn
Begrüßung
Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – Amen.
Guten Morgen, liebe Gemeinde.
Besonders begrüßen darf ich Familie Y mit dem zu taufenden L.o und Familie X mit der zu taufenden L..
Der Wochenspruch lautet
Gelobt sei Gott, denn er hat meine Bitten nicht verachtet und mir seine Liebe nicht entzogen. ELB, Psalm 66, 20
Der heutige Sonntag heißt „Rogate“ – betet. Ja. Befehls- oder Bittform: Betet. Über das beten denken wir heute nach.
Corona verlangt derzeit noch das Tragen der Masken in den Reihen während des gesamten Gottesdienstes.
Wir singen nun das Lied mit der Nummer 39 auf dem Liederzettel. Halleluja, preiset den Herrn.
Text vorlesen
Melodie 1x vorspielen (gern schon mitsingen)
-Möge Gott uns diese Stunde und sein Wort segnen.-
– jetzt „richtig zum wachwerden“ mit Bewegung
Lied: Himmel und Erde: 39 Halleluja, preiset den Herrn
Psalmgebet (grob nach Psalm 95) – kein Ehr‘ sei dem Vater…
Lasst uns beten mit Worten nach Psalm 95. [zur Gemeinde]
Du, Gott, wir sind zu dir gekommen Und wir erweisen dir den Dank. Wir haben die Musik und die Glocken gehört.
Du, Gott, in Deiner Hand liegen die Höhen und die Tiefen der Erde.
Und dir gehört das ganze Land. denn Du hast es geschaffen.
Du, Gott, bringst uns hier zusammen, Wie ein Hirte es mit den Schafen macht. Und wir singen und freuen uns und lachen.
Eingangsgebet [zum Kreuz]
Du hast ein Ohr für uns, Gott.
Wenn wir jubelnd zu Dir rufen – dankbar für das Leben.
Wenn wir still klagen – bedrückt über den Zustand der Welt.
Wenn wir Dich suchen – voller Hoffnung auf Erbarmen.
Gott, wir bitten Dich: höre und erhöre uns, wenn wir beten.
Amen.
TAUFTEIL – GISBERT (außer Kinderevangelium)
Lied: Gottes Liebe ist so wunderbar – [Bewegungen + klatschen]
Lesungen
Taufbefehl
Kinderevangelium
Dass Jesus die Kinder dieser Erde ganz besonders am Herzen liegen, das erfahren wir aus einer Geschichte, die der Evangelist Markus für uns aufgeschrieben hat. Markus schreibt:
„Die Leute brachten Kinder zu Jesus, damit er sie berühren und segnen sollte.
Die Jünger aber fuhren diese Leute an und wollten sie wegschicken.
Als das Jesus sah, wurde er ärgerlich und sprach zu den Jüngern:
‚Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht; denn ihnen gehört das Reich Gottes.
Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt so wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.‘
Und Jesus umarmte die Kinder, legte die Hände auf sie und segnete sie.“ (Markus 10, 13-16)
KiGo-Glaubensbekenntnis
Lied „Danke“
[Sebastian übernimmt wieder]
Evangelium Predigtext – Lk 11,(1–4)5–13
Lesung und gleichzeitig Predigtext für den heutigen Sonntag…
Einmal hatte sich Jesus zurückgezogen, um zu beten.
Als er sein Gebet beendet hatte,
fragte ihn einer seiner Jünger:
Wie sollen wir beten?
Und Jesus antwortete:
»Stellt euch vor: Einer von euch hat einen Freund.
Mitten in der Nacht geht er zu ihm und sagt:
›Mein Freund, leih mir doch drei Brote!
Ein Freund hat auf seiner Reise bei mir haltgemacht.
Ich habe nichts im Haus, was ich ihm anbieten kann.‹
Aber von drinnen kommt die Antwort:
›Lass mich in Ruhe!
Die Tür ist schon zugeschlossen,
und meine Kinder liegen bei mir im Bett.
Ich kann jetzt nicht aufstehen
und dir etwas geben.‹
Das sage ich euch:
Schließlich wird er doch aufstehen und ihm geben,
was er braucht – wenn schon nicht aus Freundschaft,
dann doch wegen seiner Unverschämtheit.
Ich sage euch: - [hier hochgucken]
Bittet und es wird euch gegeben!
Sucht und ihr werdet finden!
Klopft an und es wird euch aufgemacht!
Denn wer bittet, der bekommt.
Und wer sucht, der findet.
Und wer anklopft, dem wird aufgemacht.
Welcher Vater unter euch gibt seinem Kind eine Schlange,
wenn es um einen Fisch bittet?
Oder einen Skorpion, wenn es um ein Ei bittet?
Ihr Menschen habt böse Seiten. Trotzdem wisst ihr,
was euren Kindern guttut, und gebt es ihnen.
Wie viel mehr wird der Vater im Himmel
den Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten.«
Lied: Asante Sana Jesu
Predigt
Bevor ich mit der Predigt beginne, würde ich mich freuen, wenn wir einmal gemeinsam klatschen. Na, ein bisschen lauter. Für die beiden Täuflinge. Einmal L.o Y. Und einmal L. X.
Danke.
Schauen Sie mal, die freuen sich.
Danke.
[zur Kanzel]
Sie konnten das jetzt nicht richtig sehen. Aber die Familien hier, die haben gerade ein wenig gelächelt.
Klatschen, Applaus, liebe Gemeinde, das ist ein Signal und eine Geste der Ermutigung. Bei Corona haben wir das ja für Pflegepersonal oft erlebt.
Und was für’s Klatschen gilt, das ist was, das auch das Beten stark macht.
In der Gemeinschaft können wir verbunden sein im Gebet, Wenn wir gemeinsam das Vater Unser beten, dann spannt das ein kleines Netz über die ganze Welt. Weil das in allen Sprachen den selben Rhythmus hat. Weil es überall mehr oder weniger gleich lautet.
Ich hab das selbst erlebt in unserer Partnergemeinde in Temeke. 3 Stunden Gottesdienst auf Kisuaheli. Im Grunde kein Wort verstanden. Aber beim Vater Unser – baba yetu auf Kisuaheli – da waren wir eng beieinander. Verbunden.
Und wenn wir das hier gemeinsam beten, alle gleichzeitig – dann holt uns das nah zusammen. Weil wir das gleiche sagen. Fast Gleich atmen. Ähnliches denken, und vermutlich fühlen.
Übrigens: Genau deshalb haben kluge Menschen aus Frömern und Temeke vor Jahren vereinbart, genau am heutigen Sonntag „Rogate“, betet, an die Partnerschaft zu denken. Weil sie wussten, dass das Gebet trotz tausender Kilometer Entfernung… wirkt.
Beten Sie? Wann beten Sie?
Ich erlebe eigentlich – obwohl ich in der Evangelischen Jugend und Kirche viel mache – wenig Gebet. Ich will fast sagen: erschreckend wenig Gebet.
Bei Sitzungen: Manchmal gibt’s vor der Tagesordnung ne Andacht. Einen Impuls. Ein Gebet schon nicht mehr so häufig. Wir haben ja keine Zeit. Gemeinsames Beten für einen guten Geist? Meist nicht.
Ich fasse mir da auch an die eigene Nase, denn ich leite oft genug selber Sitzungen an.
Und früher gingen meine Gebete oft so: Lieber Gott, es gibt da diese Lego-Eisenbahn. Oder: Lieber Gott: Kann ich bitte morgen eine 1 im Vokabeltest schreiben?
Gebet hieß dann: eher materielle Wünsche vor Gott tragen. Irgendwas möge bitte in Erfüllung gehen.
Oder: Lieber Gott, ich hab mich verliebt. Aber ich glaub, sie will mich nicht. Bitte mach da was. Oder: Meinem Opa geht es schlecht. Ich will nicht, dass er stirbt. Bitte hilf ihm.
Gebet heißt hier: Mir oder jemandem geht‘s schlecht. Bitte regle da was für mich. Mach, dass es gut wird.
Ist ja klar: wenn‘s uns nicht gut geht oder uns was fehlt, dann fragen wir uns eher: OK, wer könnte helfen? Taschengeld alle? Eltern stur? Dann braucht es Hilfe von oben.
Diese bedürfnisorientierte Gebetsform kenne ich zu gut. Und die ist auch richtig und wichtig.
Über die Zeit habe ich die Erfahrung gemacht: Beten hilft.
Ja, nicht so, wie man das gern hätte: Tausche Gebet gegen Legoeisenbahn.
Nee.
Aber… das in sich gehen. Das sich fragen: Was will ich eigentlich? Was brauche ich? Und das in sich drin zu… fühlen und es vorm inneren Auge… anzusehen - das bündelt Kräfte. Das stärkt und ermutigt mich.
Ich kann nicht sagen, ob da Gott in mich hinein wirkt. Ich kann nicht sagen, ob er den Lauf der Dinge mit himmlischen Mächten beeinflusst, damit ich meinen Gebetswillen bekomme.
Aber ich fühle mich… etwas besser. Fokussierter. Und das ist doch allein schon wertvoll.
Es ist nicht so selten, dass Gott andere Pläne mit uns hat.
Wenn ich mir als Kind eine Legoeisenbahn gewünscht habe, die aber nicht zum Geburtstag im Herbst, als gerade viele Tests geschrieben wurden, bekam, sondern eben erst zu Weihnachten, wenn mehr Zeit ist – dann hatte ich das Teil zwar nicht so früh wie viele andere. Aber ich hatte es ganz bestimmt zum besseren Zeitpunkt. Die Erfüllung von Wünschen und wie sie sich erfüllen – das kann manchmal nicht direkt und geradlinig sein. Sondern um viele Ecke.
Wenn wir uns auf einen Wunsch fokussieren, dann wissen wir manchmal nicht, ob es vielleicht besser ist, wenn er nicht sofort… oder auch wirklich nie… in Erfüllung geht. Wieder kann ich nicht genau sagen, ob das was mit Gott zu tun hat.
-Aber warum eigentlich nicht?-
Beten wird mitunter als falsches Nichtstun abgetan. Doch Gebet ist – nicht nur im religiösen Sinne – eine Tätigkeit. Eine geistliche Art, sich am Leben zu beteiligen und etwas, was in uns liegt, Gestalt zu geben. Beten ist weniger Technik, eher Haltung. Man spricht ja auch von Gebetshaltung. Das kann man äußerlich sehen. Und innerlich fühlen.
Manche sagen, das Beten geht zurück. Ja, das könnte man vermuten. Das klassische Tischgebet zum Beispiel. Aber Gebet hat mehr Formen, als man so denkt:
Die inständige Bitte vor Operation. Das Stoßgebet vor der Prüfung. Das dankbare Ausatmen, nachdem es gut gegangen ist. Die stumme Klage während der Tagesschau. Das hüpfende Herz beim Nachtspaziergang. Die kaum greifbaren, nächtlichen Gedanken, weil man es vor Kummer und Sorge und Angst kaum aushält. Die kaum greifbaren, nächtlichen Gedanken, weil man es vor Freude und Liebe und Glück kaum aushält.
Gestammelte Herzensbitten. Seelensäufzer, nicht selten ohne Adressat.
Alles beten.
Beten braucht eben keine Form. Es braucht Haltung.
Und gleichzeitig gibt es Haltung. Weil es auch etwas in mir verändern kann.
Im Gottesdienst beten wir an unterschiedlichen Stellen.
In den Fürbitten füreinander. Persönlich formuliert. Manchmal tagesaktuell.
Und in den „alten“, klassischen Gebeten, die alle… naja oder viele… mitbeten können, bestärken wir uns gegenseitig. (Wie beim gemeinsamen klatschen.)
Betet, so wird Euch gegeben. So sagt Jesus in der Lesung heute.
Vielleicht nicht immer, das was Ihr wollt, so wie ihr es wollt. Aber am Ende…
[Ortswechsel, leiser]
Ich möchte gerne noch etwas ausprobieren. Und ich weiß, dass das jetzt etwas ungewöhnlich ist. Ich würde gerne nochmal das Vater Unser beten.
Aber... Bleiben Sie mal sitzen. Und lassen Sie uns das zwar gleichzeitig beten. Aber nicht so… aufgesagt… nicht so, auf Kommando und gottesdienstlich pflichtbewusst.
Und bitte: Wenn Sie es nicht auswendig können: kein Problem. dann hören Sie nur zu.
Also… etwas langsamer, etwas leiser. Und ich lade Sie und Euch ein, mal genau hinzufühlen. Vielleicht, vielleicht regt sich was, hier heute, im gemeinsamen Gebet.
…kurze Stille…
[hinsetzen, leise]
Vater Unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
Lied: Njoo Kwetu Roho Mwema - 2 Strophen
Bekanntmachungen
[Buch]
Fürbitten => Pat:innen [Mikro + Ständer]
Als nächstes halten wir gemeinsam Fürbitte und ich bitte die Pat:innen nach vorne.
Pat:innen von L. X:
1.
Herr, wir bitten dich, lass L. und L.o lernen mit eigenen Augen zu sehen und mit ihren eigenen Ohren zu hören, dass sie ihre eigene Meinung bilden und sich nicht vom Bösen beeinflussen lassen, dass sie für Überzeugungen mutig eintreten und ihre eigenen Wege finden werden. 2.
Herr, wir bitten dich, dass immer Menschen bei L. und L.o sind, die sie annehmen, wie sie sind, die sie lieben, denen sie vertrauen können, die für sie da sind und ihnen helfen - und dass L. und L.o auch lieben lernen mit ihrem ganzen Herzen.
Pat:innen von L.o Y:
3.
Guter Gott, gib L.o und L., dass Sie Dein Wort erkennen, das da heißt: „Sei mutig und stark. Fürchte dich also nicht, und habe keine Angst. Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem was Du tust.“
4.
Lieber Gott,
wir bitten Dich für L.o und L., dass Du für ihre Leben nicht an Deinem guten Segen sparst. Dass sie behütet sind, auf all ihren Wegen. Beschütze auch ihre Familien, damit sie die beiden beim Wachsen und Erwachsen unterstützen können.
Sebastian Richter
5.
Gott,
wir bitte Dich um Schutz und Segen für unsere Partnergemeinde in Temeke in Tansania. Gib uns die Gelegenheit, einander wiederzusehen und in die Arme zu schließen.
Und schütze auch die Menschen in den unseren Partnergemeinden Alzen in Siebenbürgen und Mahlsdorf in Berlin. Gib uns gerade in diesen Zeiten durch das Band des Gebets Verbundenheit.
Gisbert
7.
Und Gott, wir bitten dich für unseren Bruder Edgar Böhme, den du aus diesem Leben abberufen hast: lass ihn Geborgenheit erfahren in deinem Licht und Frieden. Und für alle, die um ihn trauern, bitten wir um Trost durch die Verheißungen deines Evangeliums.
Sebastian
8.
Gott,
Wir wissen oft nicht, was wir beten sollen. Ungeübt sind unsere Hände und Stimmen. Deshalb bitten wir dich: Gib uns deinen Geist, dass er uns zeige, wie wir zu dir sprechen und deine Antwort hören können.
All das bitten wir durch Gott, Jesus und den Heiligen Geist.
Amen
Lied: Himmel und Erde: 364 Gott Dein guter Segen
Segen
Wir legen unsere Hände auf unser Herz.
Gott segne unser Herz,
damit es fröhlich klopft,
Hoffnung bekommt -
und nach Verletzungen heilt.
Wir legen unsere Hände auf unseren Kopf.
Gott segne unseren Kopf,
damit er zu einer Werkstatt für gute Gedanken und Lebenswitz werde.
Und dass er es aushält, wenn wir mal auf den Kopf gestellt werden.
Wir legen unsere Hände auf unseren Bauch.
Gott segne unseren Bauch,
damit er nicht grummelt. Damit er Ärger gut verdaut.
Wir legen als letztes unsere Hände wie eine Schale
zusammen. Zum Zeichen, dass wir Gottes Segen empfangen.
Und so segne uns der befreiende Gott,
der hoffnungsspende und + auferstandene Sohn
und der + Heilige Geist.
Amen.
[Ansage]
Musik zum Ausgang: – Applaus Applaus
















