El Chorro 2013 - Noch einmal Sonne tanken!
die ein oder andere schwere Route klettern
Das waren die Ziele, die ausgerufen wurden als ich Ende Oktober diesen Jahres mit dem Stützpunkt Rosenheim, dem Rock&Block Team Bettina, Lina, Pia Sophia, Maxi, Valentin, Vincent, Zeno und den Trainern Manni, Flo und Gerhard in die Sonne El Chorros reiste. Hier auch nochmals ein großes Dankeschön an die Truppe, die mich als Sonnesuchenden ohne Seilpartner aufgenommen haben – DANKE :-) !
Am Morgen des 24. Oktober ging es vom Flughafen München los und keine 10 Stunden später saßen wir schon in einer Tapas Bar kurz vor El Chorro und füllten unsere hungrigen Mägen mit leckeren Tapas. Schnell wurde der Führer rumgereicht und die ersten Pläne für die kommenden Tage gemacht: Desplomilandia, Makinodromo, Poema di Roca, alles klingende Namen von Gebieten, die mit ihren Routen für Kribbeln in den Fingerspitzen sorgten.
Gleich der erste Klettertag brachte die erhoffte Sonne, die sich im kalten Deutschland schon seit einigen Wochen nicht mehr richtig blicken lassen wollte. So stand das Schattengebiet Desplomilandia auf dem Programm und in den ersten Routen wurde sich gemütlich warmgeklettert. Der Fels war griffig und leuchtete orange, das war genau das, was ich mir vor unserer Abreise erhofft hatte!
Am nächsten Tag ging es mit einem Abenteuerzustieg durch Eisenbahntunnel zu dem wohl bekanntesten Gebiet El Chorros, dem Makinodromo.
Eine Wandhöhe von fast 40m und dazu auch noch Überhänge von bis zu 15m sorgten bei mir für Schnappatmung ab der Hälfte fast jeder Route. Super anstrengend aber auch verdammt geil war der allgemeine Konsens in der Truppe.
Diese langen Ausdauerhämmer zu klettern war für mich eine Erfahrung, die ich bisher noch nicht gemacht hatte. Jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern mal Routen jenseits der 35m geklettert zu sein und hier galten Routen mit „nur“ 20m schon als kurz! Ich war auf jeden Fall heilfroh, als ich beim letzten schweren Zug von Porrot (7c+) auf 36m hängen blieb und nach einem weiteren Zug die Umlenkung klippte. Bis da oben hin war es eine halbe Weltreise!
Am ersten Ruhetag wurden die nahen Sektoren zu Fuß ausgecheckt, um ein paar Routen zu begutachten, die uns bereits im Führer angelacht haben. So war dann auch schnell der Plan für dnie nächsten Tage gemacht.
Frisch gestärkt ging es am dritten Klettertag wieder nach Desplomilandia. Entweder war an diesem Tag die Erdanziehung geringer, oder jeder aus der Gruppe hatte einen der Tage, den man beim Klettern wirklich nur einmal im Jahr hat: Die Toprouten fielen reihenweise!! Es wurden die ersten 7a+en geflasht, die ersten 7b's geklettert und Maxi Karrer zwickte gleich mal drei 8a's an einem Tag. Mir selber gelang die sehr geile „Los Zauden“ 8a und eine weitere 8a, die aber eine Ecke leichter war und von uns allen eher als 7c+ eingestuft wurde. Der „Sending Train“ war also im Haus!
Am nächsten Tag wollte mir im Sektor Poema di Rocca einfach nicht die geniale Linie „Shark Attack“ 8a+ gelingen – der letzte schwere Zug in dem 15m Dach wurf mich wieder um wieder ab. Sehr schade!
Ein weiterer Ruhetag kam, diesen hatten wir alle auch dringend nötig . An diesem Tag stand der „Camino del rey“ das Wahrzeichen El Chorros auf dem Programm. Der Camino ist ein halb zerfallener Weg, der vor über 100 Jahren in die Schlucht El Chorros gebaut wurde, damit der damalige König sich diese anschauen konnte. Wenn ich sage, dass dieser nicht mehr wirklich gut in Schuss ist, wäre das noch maßlos untertrieben. Das macht aber auch den besonderen Reiz dieses Weges aus. Wann balanciert man denn schonmal mit 80m Luft unter den Füßen über eine alte Eisenbahnschiene, weil der Rest des Weges abgebrochen ist? War aber auf jeden Fall ein Erlebnis! Den Rest vom Tag wurde im See geschwommen und in der Sonne gelegen – manchmal muss man es sich halt einfach gut gehen lassen :-) .
Die beiden letzten Klettertage verbrachten wir wieder in Desplomilandia, die brennende Sonne (ja, es war wirklich so heiß!) ließ einfach kein anderes Gebiet zu. An ein Klettern in der direkten Sonne war nicht einmal zu denken. Hier hat es uns der kleine Sektor Triangolo besonders angetan – leicht überhängende Wandkletterei, die nicht zu lang war und trotzdem ordentlich die Arme aufpumpte. Hier gelang mir noch die „Conexion pelirroja“ 8a und die sehr schöne „Madre salvaje“ 7c. Damit war dann auch der letzt Klettertag vorüber.
Das Aufstehen am nächsten Morgen, bzw. Mitten in der Nacht, unser Rückflug ging um 7 Uhr morgens, fiel allen nicht wirklich leicht, ging es doch zurück ins kalte und nasse Deutschland, wo die Arbeit wartete.
Die 10 Tage in El Chorro waren auf jeden Fall der beste Seilkletterurlaub, den ich bisher erlebt habt. Sonne, Fels, eine super Truppe und absolut kein Stress – einfach super! Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder, nur länger!
Fotos: Florian Schiffer und Maxi Karrer