In 5 Schritten zu echten B2B-Markenbotschaftern
„Wir brauchen keine Werbung mehr, wir brauchen Botschafter. Jene Menschen, die allen freiwillig erzählen, wie toll Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung ist.“
So leitet Rob Fuggetta einen interessanten Artikel im amerikanischen Wirtschaftsmagazin FastCompany ein, den ich hier in Auszügen mit meiner eigenen Expertise im B2B-Branding angereichert habe.
Facebook, Twitter, Zappos, Red Bull, The Body Shop: Wieder einmal sind es die coolen Marken, die als Beispiele dienen. All diese haben, nach Ansicht Rob Fuggettas, ihre Marken weitgehend ohne Werbung aufgebaut. Die Marketingabteilungen sind im Grunde ihre Markenbotschafter.
Man kann natürlich einige 100.000 Euro für aufwändige Marketing-Kampagnen ausgeben. Aber es gibt nichts Kraftvolleres als eine vertrauensvolle Empfehlung von einem Markenbotschafter.
Markenbotschafter sind die besten Vertriebsleute und die loyalsten, engagiertesten und wertvollsten Kunden. In der heutigen Zeit sind es die Markenbotschafter und nicht die „Mad Men“, die die Power haben, die Märkte zu bewegen.
Vertrauen rechnet sich. Der Grund, warum Markenbotschafter so wertvoll sind, ist Vertrauen. 9 von 10 Onlinekunden geben an, dass Empfehlungen von Freunden und Familienangehörigen die vertrauenswürdigste Form von Werbung sind. Nur 2 von 10 vertrauen Onlinewerbung. Somit sind Markenbotschafter die Treiber von Kaufentscheidungen und Markenwahrnehmung in nahezu jeder Produktkategorie, von Smartphones zu Software, von Hotels zu Haushaltswaren, von CDs zu Computern, von Finanzdienstleistungen zu Fitnessclub-Mitgliedschaften.
Social Media verstärkt den Botschafter-Effekt. In der guten alten Zeit war die Reichweite von Markenbotschaftern begrenzt auf den unmittelbaren Kreis von Freunden und Familie. Empfehlungen wurden am Arbeitsplatz und beim Kaffee mit Freunden weiter gegeben. Aber jetzt, verstärkt durch Social-Media-Kanäle wie Facebook, Twitter, XING, Linkedin usw. erreichen Markenbotschafter Millionen von Käufern mit vertrauenswürdigen Empfehlungen.
Botschafter sind mehr als Fans und Followers. Viele benutzen die Bezeichnungen „Fan“, „Follower“ und „Markenbotschafter“ synonym. Es sind jedoch unterschiedliche Menschentypen. Fans und Follower mögen Sie (Sie wurden ja von ihnen „geliked“), aber nicht alle von diesen würden Sie auch weiterempfehlen. Fans und Follower haben andere Motivationen als Markenbotschafter. Gründe, warum Menschen in sozialen Netzen eine Marke „liken“, ist um einen Rabatt zu genießen, um Informationen zu neuen Produkten zu bekommen oder zu zeigen, dass sie diese Marke unterstützen.
Markenbotschafter hingegen haben gute Erfahrungen mit Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung gemacht und haben Interesse daran, anderen mit ihrer Erfahrung zu helfen.
In 5 Schritten zum B2B-Markenbotschafter. Markenbotschafter gibt’s bereits. Und hier schlägt die große Stunde der B2B-Marketer. Weil erstens Investitionsgüter-Marken und -Dienstleister stark über persönlichen Kontakt statt über Werbung und Massenkommunikation verkaufen. Zweitens, weil B2B-Unternehmen oft mehr Mitarbeiter als Kunden haben, sitzen die Markenbotschafter sogar im eigenen Unternehmen.
Und wie machen Sie jetzt Ihre eigenen Mitarbeiter zu Botschaftern? Zu MarkenHelden des eigenen Unternehmens? Aus meiner Erfahrung braucht es dazu diese 5 Schritte:
Bieten Sie ein „wahnsinnig tolles Produkt“: So hat Steve Jobs immer von den Apple-Geräten geschwärmt. Niemand ist bereit, etwas Zweitklassiges zu empfehlen. Markenbotschaftertum beginnt mit Produkten und Dienstleistungen, bei denen Menschen erpicht sind, sie zu empfehlen.
Übersetzen Sie Ihr Leitbild in eine große und wünschenswerte Vision: Schärfen Sie Ihre Marke und definieren Sie die Markenwerte als Verhaltensrichtlinien für Ihre Mitarbeiter. Übersetzten Sie dies dann in ein großes, positives und wünschenswertes Zukunftsbild, an dem alle teilhaben wollen. Keine austauschbaren Texte in Mission-Statements sondern echte verständliche Handlungsanweisungen.
Zünden Sie Ihre Marke von innen nach außen: Erklären Sie durchgängig allen Führungskräften und Mitarbeitern, was die Marke bedeutet, wie die Werte die Kultur bilden. Und schaffen Sie die Rahmenbedingungen, damit jeder einzelne durch sein markenkonformes Verhalten dazu beitragen kann, die Vision zu erfüllen. Dies führt unweigerlich zu einem sprunghaften Anstieg der Motivation und Begeisterung für das eigene Unternehmen.
Bieten Sie bemerkenswerten Service: In einer Zeit, in der Produkte und Dienstleistungen immer ähnlicher werden, wird Service-Design zu einem wichtigen Unterscheidungsmerkmal. Hilti, Fronius oder Schönox sind Beispiele von B2B-Unternehmen, die durch außergewöhnliches Service Legionen von Markenbotschaftern schaffen.
Tun Sie das richtige, auch wenn es Sie Geld kostet: Selbst in Top-Unternehmen geht mal was daneben. Auch hier kann uns der Apple-Service als Vorbild dienen.
Wenn Ihr Unternehmen versagt hat, geben sie Ihren Fehler zu und lösen sie das Problem rasch. Im Social-Media-Zeitalter können eine Handvoll verärgerter Kunden Ihre Markenreputation schnell zerstören.
Einmal Markenbotschafter, immer Markenbotschafter. Wenn Sie in Zukunft Markenbotschafter erschaffen, haben Sie einen nachwachsenden Marketing-Hebel gefunden, den Sie jahrelang in Schwung halten können. Die Liebe von Markenbotschaftern zu Ihrem Produkt wird nicht weniger. Es ist keine Sommerromanze oder ein kurzes Marken-Liebesabenteuer. Wer kennt sie nicht, die überzeugten Apple-User der ersten Stunde, die HILTI-Profis und die Fronius-Enthusiasten? Und wenn Ihr Unternehmen einmal aus der Spur gerät oder einen Fehler macht: Es sind die Markenbotschafter, die Ihnen dann immer noch den Rücken stärken.