Fremde Finger greifen schüchtern in meine. Zaghaft streicheln Sie meine Handfläche, ehe Sie meine Hand umschließen und fest halten. Die Schienen kreischen, das Licht flackert und irgendein betrunkender schreit irgendwelche unwichtigen Worte, bevor er einen großen Schwall Mageninhalt auf den Boden klatschen lässt, während weiche Haare über meinen Hals streifen realisiere ich wo ich bin.
“Scheiß Touris” sage ich, nicht laut, aber deutlich. Sie kichert kurz und lehnt sich gegen meine Schulter. Kurz drücke ich Ihre Hand, um Ihr irgendein Zeichen zu geben. Das ich froh bin das Sie da ist, das ich Angst habe Ihr das nicht zeigen zu können, das Sie mich wahrscheinlich mehr mag, als ich Sie....
Es scheint ein gutes Zeichen gewesen zu sein, grinsend schließt Sie die Augen. Müde bin ich auch, aber ich muss aufpassen das wir an der richtigen Haltestelle landen, also quäle ich mich durch die nächsten Stationen und denke an die Tage, an dennen ich einfach einschlafe und mich der Fahrer wecken musste.
Ich zünde mir eine Kippe an und ziehe den giftigen Rauch in meine schwarze Lunge, zu dieser Zeit stört das niemanden mehr. Ich puste aus und schaue nach links, Sie schläft.
Ein Kuss auf die Wange und Sie wacht auf, schlaftrunkende, wunderschöne, rotunterlaufende Augen. Ein leichtes grinsen und wir treten ins Neonlicht, der Bahnhofstation. Langsam torkeln wir durch die hohen Häuser der Plattenbauten. Am Späti holen wir uns das Getränk der Verliebten, ein Sternburger für jeden. Wir stinken nach Kippen, Alkohol und unsere leeren Mägen rumoren im Sychronem Takt der Schmetterlinge, die das Gefühl der Übelkeit überdecken. Stinkend, lachend, lallent und fröhlich taumeln wir durch die Platten, stoßen mit den Vergessenen an und betreten den Turm der Einsamen Seelen.
Der letzte Tabak wird zusammengekratzt, um das letzte Gras zu vermischen. Auf der Couch sitzen wir aneinander gekuschelt und rauchen, während die rote Sonne aufgeht. Der letzte Zug, der letzte Schluck, das letzte bisschen Kraft, das wir nutzen um uns zuzudecken bevor wir einschlafen...
Vor meinem nächsten Bier hast du Dich bedankt, für die drei Tage, wo es nur ums trinken, feiern und lachen ging, für die Drogen, für den Alk, dafür das es nur beim küssen geblieben ist....
Du brauchtest Abstand... von Deinem Freund... Ihr habt euch gestreßt, Ihr wohnt zusammen, habt einen Hund, eine Familie, einen Garten, einen Job
Du gehst zu Deinem Freund, ich zur nächsten Bar... betrunken waren wir die Liebe unseres Lebens, und nun werden wir uns nie wieder sehen...