Lanzarote, Caldera Blanca

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@czieschla
Lanzarote, Caldera Blanca
Eine großartige Nachricht erreichte uns letzte Woche, die achtzehnjährige Straßenmusikantin Diana alias Naoko und ihr Freund Alexander, Gitarrist der Band „Stopptime“, wurden nach einem Monat in U-Haft in der Polizeizelle St. Petersburgs überraschend freigelassen und seien, wie kundige Menschenhelfer schrieben, „in Sicherheit“, d.h. sie haben das Land verlassen. Sie waren verhaftet worden, weil sie unerlaubte Lieder von bereits aus dem Land geflüchteten Musikern in der Öffentlichkeit gesungen hatten. Dem Staat war es diesmal nicht gelungen, wie üblich in solchen Fällen, ein Video mit ihren Entschuldigungen zu veröffentlichen, eine patriotische Stellungnahme der beiden Musiker zum Krieg in der Ukraine oder Ähnliches aus den jungen Menschen zu prügeln. Aber eins ist dem Staat bestimmt gelungen, dachte ich, der Jugend Angst einzujagen. Singt noch jemand in der Öffentlichkeit?
Um die Jahreszeit ist es sowieso schwierig, draußen zu musizieren, viel zu kalt, die Finger frieren ein. Und niemand weiß, was man singen darf in diesem neuen Russland, man weiß nur, was man nicht darf. Die Verbotslisten werden von Tag zu Tag länger, sie werden wie am Fließband angefertigt und fleißig veröffentlicht. Die langen Listen mit verbotenen Büchern, verbotenen Songs, verbotenen Filmen und verbotenen Menschen, die man nicht erwähnen und nicht zitieren darf. Die Listen der erlaubten Menschen und Werke werden nicht veröffentlicht. Ist schon das meiste an Songs verboten oder noch erlaubt?
Im Winter spielen nur Verrückte auf der Straße. Eine Freundin schrieb aus Moskau, vor ihrem Wohnblock stand neulich ein Kind mit Brille und Gitarre und sang grottenschlecht: „Sie werden uns nicht faaangen/ Wir laufen weg/Weit von allen entfernt/ Alles wird einfach sein/ Die Nacht wird hereinbrechen/ Der Himmel wird über uns fallen/Sie werden uns nicht faangen“.
Der Junge sang das Lied von der Band TaTu von 2001, ein Lied, das älter war als er. Damals waren es zwei Mädchen, die so taten als wären sie lesbisch. Sie küssten sich auf der Bühne. Und keiner wollte sie damals jagen, keiner wollte sie fangen. Die Luft roch nach Freiheit und alle dachten, es sei der normale Geruch der Welt. TaTu. Mir scheint, als wäre es gestern gewesen. Pass auf Dich auf, junger Mann.
Montag. Schule hat wieder begonnen. Discesa esclusiva.
Aussicht auf die Abgase der Stadt für $20. Locals zahlen $1. Nur gerecht.
Glücklicherweise wollen nicht alle dort hin.
Juli 2024
Keine intelligente Uhr
Wir sind in einem Hotel, wo für unseren Aufenthalt alle Mahlzeiten inkludiert sind. Man kann auch selbst Getränke holen und muss die Maschine dafür mit einem Chip, der an einem Uhrband ist, freischalten. In den Unterlagen nennt das Hotel das die AI Uhr.
G. und ich rollen mit den Augen. "Alles wird heutzutage Artificial Intelligence genannt, egal was wirklich für Technik drinsteckt", denken wir uns sinngemäß. Und dann nach ca. 12 Stunden schießt es mir ein: Es ist die All-inclusive Uhr! Das Hotel behauptet gar nicht, dass der Chip künstlich intelligent ist.
(verenka)
Ähnlich erging es mir mal auf einem internationalen Kongress. Ein Teilnehmer trug das Schild "IT Architect" am Revers und ich begann auf englisch ein Gespräch über Digitalstategien der EU-Länder. Der Mann hatte offensichtlich keine Ahnung davon und meine Vorurteile über die Teilnehmer waren bestätigt. Bis mir kam, IT Architect meinte: Architekt aus Italien.
Schon ab 60 km außerhalb von Berlin kann es passieren, dass einem zwei Stunden lang kein anderer Radler begegnet.
Oft ist es nicht der Ort, sondern der Zeitpunkt, der den Unterschied macht. Absolute Ruhe auf der Brunnihütte.
Santurin. Ein Zimmer mit Aussicht mieten? Und dann Schiffsdieselschwaden der Kreuzfahrtschiffe atmen, denen der Landstrom zu teuer ist. Also weitersegeln, die Insel mit dem geringsten Schiffsverkehr suchen.
Anafi gefunden.
"Geben sie einen frischen Kühlschrank in den Laptop Ärmel."
Wenn uns hochentwickelte Übersetzungsprogramme und AI diese kleinen Alltagsfreuden nehmen würden, wie schade wäre das!
Pfänder. Üppige Touristendichte. Parfümwolken, Kuhfotografierer, schwitzende Übergewichtige, Spielplatzüberfüllung. Jugendgruppen quälen sich den Berg zu Fuß hoch, schallmotiviert durch Bluetooth-Boxen.
5 Minuten weiter: Ruhe und dieselbe Aussicht.
#gehnichthinwoallesind
Fliegen ist schöner.
"NEW YORK 9/11 – Krieg in Zeiten von Frieden“ von Yadegar Asisi. Sehr beeindruckend, ohne spektakuläre Kriegsbilder gegen den Krieg. Bedeutsam die Stimmen und Perspektiven, die unseren eigenen Anteil an einer gewalttätigen Welt darstellen.
Die Tücken der Kommunikation @UrbanNation #Berlin
URBAN NATION präsentiert TALKING... & OTHER BANANA SKINS, kuratiert von Michelle Houston. Die lebendige und bunte Ausstellung fordert mit ur
Zum Glück ist es - zu Fuß - nicht weit hierher.