Russendiskonews August 2026
Die Angreiferarmee schrumpft. Der Plan für das laufende Jahr war, eine halbe Million neue Rekruten an die Front zu schicken, der Plan stockt.
Ob man es glaubt oder nicht, es gibt kaum noch freil herumlaufende Männer im kriegstauglichen Alter im größten Land der Welt. Das heißt, es gibt schon welche, aber sie sind hinter der Frontlinie unersetzlich. Die Konzerne und Militärfabriken brauchen ihre Arbeitskräfte, es sind ein Paar Millionen Menschen, die mit einer Befreiung vom Armeedienst gesegnet sind.
Das gleiche gilt für den über eine Million Kader zählenden Polizeiapparat, dazu kommen noch die Nationalgarde und andere Abteilungen der Sicherheitskräfte, die unantastbare russische Innenarmee, insgesamt auf vier Millionen Menschen geschätzt, die für ein autokratisches Regime unabdingbar ist, um die drohenden Gefahren von innen im Schach zu halten. Auch sie suchen Personal.
Dabei fehlen in der aktiven Armee an der Front Soldaten, darüber wird permanent von den Militärbloggern berichtet.
Die Kriegslehre besagt, dass eine Armee, die eine Offensive führt, dreimal so hohe Verluste haben kann wie die Seite der Verteidigung. Doch im Fall des russische-ukrainischen Krieges wird dieser Unterschied von mehreren unabhängigen Beobachtern mit 1 zu 7 berechnet, bei manchen sogar mit 1 zu 8.
Als Grund für solche hohen Verluste auf der russischen Seite wird gewöhnlich die Überlegenheit der Ukrainer in der Luft und ihre von den Drohnen geschaffene „Kill Zone“ genannt.
Doch es gibt bei diesem Rätsel noch einen anderen Grund, der kaum beleuchtet wird. Der russische Krieg ist in vielerlei Hinsicht eine Modernität.
Er wird mit Söldnern geführt. Die Willigen unterschreiben die Kontrakte und gehen an die Front, dafür bekommen sie sogleich für ihre Unterschrift einen runden Batzen Geld. Diese Unterschrift verwandelt arme Menschen in wohlhabende, umgangssprachlich in „Millionäre“.
Ihre diensthabenden Offiziere, die beruflich verpflichtet sind, bekommen nicht einmal annähend so viel wie diese Soldaten. Sie haben eine militärische Ausbildung absolviert, einen Eid geschworen; sie sind dementsprechend in der Pflicht zu kämpfen und wenn nötig zu sterben.
Wenn ein Oberleutnant oder ein Major unter seine Führung hundert „Millionäre“ hat, so möchte er, ob aus Gier oder Gerechtigkeitssinn, an ihrem Gewinn beteiligt sein, er will an deren Geld. Letzten Endes ist das Leben der „Millionäre“ ganz allein von ihm, seinen Handlungen und Entscheidungen abhängig.
Sein Businessplan sieht dementsprechend wie folgt aus: so viel wie möglich von den Soldaten zu bekommen und sie danach möglichst schnell zu entsorgen, um neue noch nicht verdroschene frische „Millionäre“ unter seine Fittiche zu bekommen.
Und je mehr Verluste ein Offizier meldet, als desto kampffähiger wird seine Einheit anerkannt. Daraus entsteht eine paradoxe Situation.
Möglicherweise ist diese vom Staat gekaufte Armee die einzige der Welt, in der die Offiziere ein großes Interesse daran haben, möglichst viele Soldaten zu verlieren.
Laut Berichten der überlebenden Deserteure hat diese Art Geschäfte ein phantastisches Ausmaß erreicht. Zuerst werden die Soldaten vor die Wahl gestellt: Sie können sich von einer aussichtslosen Attacke freikaufen. Für die Ausrüstung, für einen bevorzugten Kampfplatz...für alles wird ein Preis verlangt.
Wenn das Geld alle ist, müssen sie dran glauben. Die neuen Soldaten sollen von den Regionen Russlands zur Verfügung gestellt werden, doch weil die Masche sich inzwischen herumgesprochen hat, sind sie nicht aufzufinden. Angefixt von dieser kannibalistischen morbiden Turbokorruption dreht sich der Fleischwolf des Krieges immer schneller.










