Prag
Salut zusammen,
mit Verspätung hier nun mein letzter Bericht von meinem Sommerurlaub. Der Aufbruch nach Prag verzögerte sich am Donnerstag lediglich wegen der Beschaffenheit meiner Wäsche. Sie war noch nass, aber ich brauchte sie trocken. Zum Glück hat die Technik mitgespielt und ich konnte das Problem beheben. So ging es am Nachmittag mit einer kleinen Verspätung auf nach Prag. Abends nach dem ersten kleinen Einkauf und einem späten Abendessen, zog es uns nochmal raus an die Moldau. Die liefen wir tapfer bis zur Karlsbrücke entlang, um dort dann den Blick auf die Prager Burg zu werfen. Doch just in dem Moment, in dem ich mich danach umdrehte, war sie plötzlich weg. Scheinbar wird da wohl zu einer bestimmten Uhrzeit (0:50Uhr) das Licht ausgemacht und das Panorama verschwindet in der Dunkelheit. Nun gut, schlenderten wir also weiter in die Innenstadt. Auch nachts war die astronomische Uhr gut besucht, so dass wir nicht lange verweilten und uns lieber auf den Heimweg machten. Wir wohnten in einem Apartment nicht weiter vom Zentrum, direkt an der Burg Vysehrad. Sehr ruhig in der Nacht, was mir nach meinem Innsbruckerlebnis in die Karten spielte. Dass man das Zimmer auch richtig gut verdunkeln konnte, sorgte für einen tiefen Schlaf bis mitten in den Tag hinein.
Der erste richtige Tag in Prag begann am Freitag somit erst zum späten Mittag und als wir bereit waren uns ins Getümmel zu stürzen, fing es an zu regnen. Statt nun einfach wieder ins Bett zu gehen, gab uns das Internet den Tipp, dass Prag viele Mikrobrauereien hätte, in denen man auch gut sitzen und essen können. Also machten wir uns nächstgelegenen Brauerei auf. „Basta“ hatte ziemlich gutes Bier, tatsächlich sehr leckeres Essen und vor allem sehr gute Preise. Dort bin ich wohl auf den Biergeschmack gekommen. Mit vollen Bäuchen und guter Laune machten wir uns nun auf ins Zentrum. Vom Nationalmuseum liefen wir den Wenzelsplatz entlang in die Innenstadt mit dem Versuch nicht mit den großen Menschenmassen mitzuziehen. So sahen wir die ein oder andere schicke Gasse, die uns dann doch wieder mitten ins Getümmel führte. Als uns der Hunger wieder plagte, entschieden wir jeweils ein Trdelnik essen. Das ist ein süßer Hefeteig, der auf eine Stange gewickelt und gebacken wird, dann mit Zucker&Zimt und einer Wunschfüllung serviert wird. Dass die ganze Sache süß ist, war uns klar, aber dass es so süß war, dann auch nicht. Wir hatten schnell einen Zuckerschock und darauffolgend den Abfall des Blutzuckers, was uns etwas mürrisch zurück ließ. Zufälligerweise kamen wir genau zu dem Zeitpunkt an einer Craft Beer Bar vorbei, in der wir uns dann durch sechs verschiedene Sorten probiert haben. Danach ging es allen Beteiligten wieder besser. Gestärkt zog es uns Richtung Absintherie, in der man quasi genötigt ist beim Warten vor der Toilette Small-Talk zu halten. Ein Glück trug der Herr ein Wackenarmband, sodass ich gleich was zum Quatschen hatte. Den restlichen Abend wollten wir zwar das Gespräch weiterführen, es kam aber nicht dazu, da unsere beiden Reisegruppen andere Ziele hatten.
Am Samstag starteten wir nicht sonderlich früher, aber diesmal mit touristischeren Zielen. Die Prager Burg war das Ziel und nach einem Blick über Prag weiter auf dieser Seite der Moldau zu einer Brauerei am Wasser. Die Pivovar Marina versorgte uns mit guten Getränken und Kartoffeln in verschiedenen Formen zubereitet. Unser Bargeld war mit diesem Besuch auf die letzte Krone aufgebraucht, was wir als glückliche und der Kellner als witzige Fügung wahrnahm. Auf dem Weg zur nächsten auserkorenen Brauerei, machten wir einen ungeplanten Stopp an einer weiteren Brauerei. Hier konnte man durch große Gucklöcher in der Wand einen guten Einblick in den Braukeller gewinnen und sogar beim Essen seinem Bier beim Entstehen zugucken. Sehr eindrucksvoll. Weiter im Text ging es vorbei an der St. Ludmilla zur Pivovar Ossegg. Neben uns ein Pärchen vielleicht beim ersten oder auch dritten Date. Beide hatte sich durch die Biersorten probiert und waren bei guter Laune. Wie viel bei denen am Abend noch lief, bleibt fraglich. Süß waren sie trotzdem. Auch hier schmeckte mir das Bier und nachdem wir uns ebenfalls durchprobiert hatten, machten wir uns mit Pizzahunger auf den Weg. Nur um in einer Lokal einzukehren, was nicht nur klimatisiert war, sondern auch sehr leckere Vollkornpizza hatte, die wir viel zu schnell aßen. Der Abend endete auf der Burg Vysehrad von der wir an einem lauen Sommerabend die spektakulären Wetterleuchten mit der beleuchteten Pragkulisse beobachten konnten.
Das war also mein erster Kurztrip nach Prag, auf den sicherlich noch so einige folgen werden. Leipzig als Startpunkt macht es ziemlich angenehm zu den Tschechen zu reisen. Mittlerweile hat mich der Arbeitsalltag wieder, die erste Woche bei konstanten 30Grad habe ich irgendwie mit viel Eis und einem Ventilator überstanden und nun bleibt mir nichts anderes übrig als den nächsten Urlaub zu planen.
Bisous,
Anna










