Tierquälerei im Kaufhaus: Ein Eisbär namens Pizza
Sein Blick bricht das Herz. Eisbär Pizza ist ein Gefangener. Eingesperrt hinter einer Glasscheibe, als Selfie-Hintergrund benutzt, begafft. Eine Attraktion zwischen den Einkaufsbummeln in den Boutiquen der "Grandview Mall", einem Einkaufszentrum in der südchinesischen Stadt Guangzhou. Den "traurigsten Eisbären der Welt" nennen ihn Medien in Ost und West. Doch damit soll jetzt Schluss sein.
Mehr als 300.000 Unterzeichner hat eine Petition gesammelt, die den Betrieb des "Grandview Aquariums" beenden will. Pizza ist zum Gesicht des Tiermissbrauchs geworden, der den Betreibern vorgeworfen wird. Schon zu Beginn des Jahres hatten internationale Medien, wie die "Washington Post" über die fragwürdige Attraktion berichtet, nachdem die Tierrechtsorganisation Animals Asia die Betreiber angeklagt hatten.
Ein "Gefängnis für Tiere" hatten die Tierschützer die Schau genannt, in dem zwei weiße Bären, fünf Walrosskälber, sechs junge Belugawale und mehrere Polarwölfe untergebracht wurden. "Der Besitzer von 'Grandview Mall Ocean World' sollte für den Rest seines Lebens in ein Fischglas gesteckt werden", hatte schon damals ein wütender Nutzer der chinesischen Twittervariante Sina Weibo geschrieben.
Die Gehege und Becken der Tiere werden mit blauem Neonlicht ausgeleuchtet, viele Käfige sind heruntergekommen, die Tiere hausen auf bloßem Betonboden. In einer ersten Reaktion auf die Vorwürfe wiesen die Betreiber aber jede Schuld von sich. "Der Eisbär ist sehr glücklich", sagte der Manager Li Chengtang der Zeitung "Guangzhou Daily".
Nach einem Besuch der Tierschützer im "Grandview Aquarium" im April hatten die Betreiber sich laut der Tierschutzorganisation zwar erschrocken über die internationale Aufmerksamkeit gezeigt, eine Schließung sei aber nicht vorgesehen. Wie der "Guardian" berichtete, hätte das Management Animals Asia jedoch versprochen, die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern.
Doch das reicht den Tierfreunden nicht. "Das ist Folter.", kommentierte aktuell ein Nutzer von Weibo den Fall von Pizza und seinen Leidensgenossen. "Bitte boykottiert das!"
Quelle: Spiegel Online/Panorama









