Dieter hatte seine Ahnentafel gepflegt, viele Jahre. Nun waren es noch 18 Monate. 18 Monate, bis endlich 10 Generationen in Deutschland geboren waren, sein Sohn würde 21 werden und damit der erste der Familie Meier, der sich Deutscher nennen durfte und auch von anderen fordern konnte, als solcher angesehen zu werden. Wie sehr hatte Dieter das ersehnt, sein ganzes Leben schien darauf fokussiert.
Jedes Gesetz hatte er befolgt, angepasster als er an die vermeintliche Mittenmeinung konnte man praktisch nicht leben. Seine Eltern hatten hier gelebt, seine Großeltern, seine Urgroßeltern, und deren Urgroßeltern. Aber nicht deren Ururgroßeltern, das war Dieters Problem. Diese waren 1780 aus Bulgarien und aus dem Nichts einfach hier erschienen, alles was davor war, ist nicht herauszufinden, da müsste man in der Zeit reisen können. Dieter hatte einiges versucht, aber es gab keine Spuren, die über den Brief eines Grafen an den Kaiser, in welchem der Ankauf von 13 bulgarischen Leibeigenen beschrieben wurde, hinausgingen.
Ende des Jahres gewannen die Hyperpatrioten die Wahl, Dieter selbst hatte sie auch gewählt. Das ist die Pflicht eines echten Deutschen, wurde ihm immer wieder eingeschärft, von anderen Deutschen und von entsprechenden Artikeln in Netz und Zeitung.
Das erste, was die neue Regierung tat, sie setzte den nötigen Zeitraum, den man nachweisen musste, auf 20 Generationen hoch.














