Er hatte meiner Freundin das Herz gebrochen.
Genauso wie du meines.
Mit dem kleinen Unterschied, dass ihr Kummer auf die Welt überschwappte. Er war laut und tosend, sie war voller Schmerz und ließ mich an ihren Tränen teilhaben. Ich litt still. Stand verstummt und regungslos, paralysiert, als die Welt über mir zusammenbrach. Meine Tränen waren ihre, nur sah man sie nicht. Ich war an ihrer Seite, teilte ihre Wut, ihren Schmerz – meine Gefühle verdrängte ich und gab ihr den Rat, ihn komplett aus ihrem Leben zu streichen. Sie sollte alle Bilder verbrennen, seine Nummer löschen. Ich sah, wie schwer es ihr fiel, wie weh es ihr tat, doch sie folgte meinen Worten. Wir waren uns einig, es sei besser so.
Dann war ich an der Reihe.
Angespannt vor meinem Telefon sitzend, flackerte deine Nummer auf, deine Bilder lächelten mich an. Und ich konnte es nicht, meine Finger bewegten sich kein Stück. Ich konnte meinen eigenen Rat nicht befolgen. Ich konnte dich nicht aus meinem Leben streichen. Kann es immer noch nicht.
Nach all der Zeit ist mein Schmerz langsam verebbt, manchmal bin ich sogar glücklich. Und doch verbirgst du dich unter unzähligen Schichten meiner selbst in mir.
Leise pochend. Abwartend.














