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Die weiße Stadt. Wien 1963
Qualtingers Wien: Donaufelder Kirche
CAFE PAPA JOE
Der Boden unter den Füßen
DIE MIGRANTIGEN
Josef Hader, der sonst immer in allen österreichischen Filmen die Hauptrolle spielt, hat hier nur eine kleine Nebenrolle. Er castet den Hauptdarsteller Faris Rahoma aka Benny und will ihn als Taxifahrer oder Security besetzen. Die Rache der Erniedrigten und Beleidigten folgt auf dem Fuß,vor allem weil genau der Text, den "der Moser, ein Österreicher" beim Casting spielen soll, dann die Rettung bringt und zwar für Benny und Marko in dem Film "DIE MIGRANTIGEN".
In einem Cameoauftritt sieht man den Regisseur Arman Tajmir-Riahi von einem Monitor im "videoüberwachten Senderaum" auf die Zuschauer schauen. So wie überhaupt der ganze Film eine kunstvolle Mise en abyme ist, denn wir beobachten ein Fernsehteam ständig beim Filmen und Tonaufnehmen. Und sehen die Szenen, die das Fernsehteam gefilmt hat, auf Fernsehbildschirmen und auf Handybildschirmen.
Und die Freundin der beiden Hauptdarsteller, Maddalena Hirschal aka Klara, die ihnen schlussendlich erklärt, wie sie in den "videoüberwachten Senderaum" kommen, der im Funkhaus angesiedelt ist, um klar zu stellen, dass alle Behauptungen des Fernsehteams nur Mythen sind, spielt die Nutte Olga so echt, dass man sie gar nicht erkennt.
Der Film spielt am "Rudolfsgrund"", einem fiktiven Migrantigenviertel, das in der Realität aus dem Hannovermarkt - die Brigittenauer Kirche ist kurz zu sehen - dem Schwendermarkt und dem Brunnenmarkt zusammengesetzt ist so wie Bennys fesches Patschworksakko, das aus lauter Identitäten zusammengeflickt ist.
PARA
Sonderangebote, Aktionen, Rechnungen, AMS, Mindestsicherung, Insolvenzverwalter, Pfändung, ein Lied, das alle Armen Österreichs auswendig kennen. Deshalb gibt es einen Packen Para, der von Hand zu Hand geht, bis er dort landet, wo er am dringendsten gebraucht wird: Der Vater von Marko Bilic hat sein ganzes Leben lang gespart und wird dafür noch ausgelacht und rettet so seinen Sohn aus der Bredouille.
(Fortsetzung folgt)
Contact High: Badeteich Hirschstetten
Hotel Praterstern
Die Wiener Hochschaubahn
Qualtingers Wien
Der Film beginnt und endet im Bieler Hof, hinter der Oberen Alten Donau. Es ist noch früh am Morgen, Alfred Dorfer als Hansi führt Vera Borek als Gucki im Rollwagerl aus dem Hof auf die Straße und sie begegnen allen späteren Protagonisten: dem Entführer, der gerade incognito aus einer Telefonzelle kommt, der Mörderin mit ihrem Ehemann, der sich gerade die Haare gefärbt hat, "blauschwarz wie der letzte Ruass". Die Straße geht übergangslos in die Simmeringer Hauptstraße über: Der Reigen geht weiter, sie begegnen dem Briefträger, der verhaftet werden wird, weil er den verdächtigen Entführer der Polizei melden will, sie begegnen der Hausmeisterin, deren Wunsch es schon als Kind war, Hausmeisterin zu werden, weil die Gasse dann ihr gehört und sie begegnen dem Nowak, der um viere heim kommt in den Bieler Hof: "Viere is und ogsoffn bist, wo woarst?"
In der nächsten Szene sehen wir dessen Ehefrau Stefferl, gespielt von Eva Billisich, mit Strupsi, einer Schulkollegin, im Café Heumarkt. Der Briefträger trinkt Schnaps und vergisst auf die Post, der Hofrat meint am Telefon: "Ach, Professor wollen Sie werden? Da reden Sie so lang herum? Das kann ich Ihnen in die Hand hinein versprechen! Auf baldiges Wiederhören, Herr Professor!" Es ist schon später Vormittag, wir sehen aus dem Fenster und begleiten den größten Ungustl des Films mit seiner Dritten ins Krankenhaus zur Ehefrau, die nicht nur Schlaftabletten genommen, sondern sich auch noch die Pulsadern aufgeschnitten hat, um ihn zu quälen. Die beiden verabschieden sich und er begrüßt die Ehefrau mit einem unterkühlten Servus, im Nebenzimmer erzählt die Patientin, gespielt von Andrea Händler, dem Arzt Roland Düringer von ihrem Leben, das eine Kette von Katastrophen ist, während beide im Krankenzimmer Kettenrauchen, aber glauben's nur nicht, sie sei Kettenraucherin, es beruhigt sie einfach.
Aus dem Krankenhausfenster sehen wir auf einen Friedhof, dort wird gerade ein Freund des Hofrats begraben, der Hofrat unterhält sich mit dem Staatsanwalt, gespielt von Karl Markovics, und dem Staatssekretär, gespielt von Fritz Muliar, über den Verstorbenen: "Er hätte keinen Urlaub im Reizklima machen sollen. Das ewige Ibiza!" Weiter geht der Hofrat und kommt am Wrenkh vorbei, dort will eine Runde von Menschen ein halbes Jahr nach dem Tod der Mutter des Polizisten, der später den Briefträger verhaften wird, ihrer gedenken, aber es ist niemand da: "Eigentlich ist es gemütlich, wenn niemand kommt und fragt, was man haben will." Leider kommt Monika Finotti nur einmal vor und meint: "Keiner will mehr arbeiten." Es tutet so laut, dass es weh tut und Hansi taucht mit Gucki wieder auf, er stellt das Rollwagerl vor einen Zug, wird aber von den Fahrern mit den Worten "Zarr ummi de Olte" daran gehindert, sie dort zu lassen. Der Weg endet im Prater, dem Herzstück des Films. Dort spielt eine Band, deren Gitarrist der Regisseur des Films Harald Sicheritz ist. (Fortsetzung folgt)
Qualtingers Wien