Für unsere Reise durch Neuseeland haben wir uns dazu entschieden, wie in Australien einen Campervan zu mieten. Das ist nicht die günstigste Variante um hier zu reisen aber es ermöglicht uns dort anzuhalten wo wir wollen und man ist viel flexibler, genau das Richtige für uns. Dieser Campervan, den sie hier als „self-containment" bezeichnen muss also einen Grauwassertank sowie eine tragbare Toilette haben. Nur so können wir an ganz besondere Plätze halt machen und uns, von den vielen Campingplätze, welche umsonst sind, nütze machen.
Leider hatten wir dieses Mal nicht so viel Glück wie in Australien mit dem Van, obwohl wir mehr dafür zahlten. Mit 350`000km auf dem Zähler, nicht gerade das neuste Model und dementsprechend sieht auch die Ausstattung aus. Hie und da fehlt eine schraube, das Fach für den Stromkabel konnten wir nicht verschliessen so das es herausfallen konnten. Der Motor hört sich an wie ein Traktor an und man kann problemlos mit angezogener Handbremse fahren sowie mit etwas Kraft den Gang wechseln ohne die Kupplung zu drücken. Das sind aber die kleinste Übel...wir hatten einige sehr ernste Gespräche (hab Lukas noch nie so wütend auf Englisch reden gehört) mit denen von der Vermietung. Natürlich wussten sie, was wir für eine Schrottkarre bekommen haben und gaben uns Tips wie "kauft doch etwas Soda ein für den Grauwassertank so stinkt er nicht mehr"...das hat uns viel Nerven und Energie gekostet. Tja so ist es wenn man etwas so kurzfristig mietet, man weiss nie was man bekommt. Nun hoffen wir wenigstens ein wenig Rabatt zu bekommen.
Genug gemotzt ;) jetzt wollen wir euch aber von unsere Adventure mit unser Krüppel erzählen.
Unserer Start der Reise am andere Ende der Welt hat leider sehr nass und kalt begonnen. Wir steuerten Richtung Süden und unser Ziel war der Mount Taranaki. Da es aber höchstens für einige Stunden nicht regnete konnten wir nicht einmal von weitem die Spitze der erloschenen Vulkan sehen. Dafür haben wir an einen super schönen Strand angehalten, als sich mal die Sonne zeigte. Da befinden sich die drei Schwestern. Dabei handelt sich um drei abgetrennte Klippenformationen nebeneinander. Teilweise konnten wir sogar unten durch laufen, da es gerade Ebbe war und so haben sich interessante Fotomotive ergeben.
Das Wetter wollte echt nicht wirklich mitmachen, so haben wir die nächsten Tagen vor allem mit Shoppen (für zwei Merino Fans war das wie im Schlaraffenland vor allem weil es gerade Saisonende ist), Burger Full essen (Danke Maurus für dein Tip), Internet-Kaffe und Fahren verbracht. So erreichten wir die Ostküste von New Zealand...und tatatataaaaa die Sonne war da ;). Nach einer Nacht an einem wunderschönen freien Campingplatz am Strand, wo wir alleine waren steuerten wir Napier an. Dies hat vor allem für Flavia eine wichtige Bedeutung, denn sie hatte 2010 zwei Monaten hier eine Englisch Schule besucht. Natürlich wollten wir die ehemalige Homestay von Flavia für ein Kaffe treffen so das ich Lukas das Haus wo ich lebte zeigen konnte. Wer schon mal für längere Zeit mit Kiwis, so nennen sich die Einheimische hier, verbracht hat weiss dass es nicht bei einen Kaffe bleibt. Zuerst gab es ein Bier im Garten wo es schön sonnig war...nach drei Bier wechselten wir auf die Veranda, dann folgte das Nachtessen und den Abend liessen wir mit feinem Wein und guten Gesprächen ausklingen. Für die Nacht war selbstverständlich auch schon im voraus gesorgt worden. Am nächsten Tag haben wir die kleine Stadt Napier welche im Art Déco Style aufgebaut ist besucht.
Unser nächstes Ziel war Taupo welches sich im Landesinneren befindet. Die Unmengen an Touristen dort haben uns etwas abgeschreckt so das wir lediglich die Nacht dort verbracht haben. Auf dem Weg nach Rotorua mussten wir beim Cerosine Creek halt machen. Das ist ein kleiner heisser Bach wo man baden kann. Ja ihr habt richtig gelesen, der Bach ist angenehm warm/heiss da es von heissen Wasserquellen gespeist wird. Diese heisse Erfrischung konnten wir uns nicht entgehen lassen. Danach ging es weiter nach Rotorua. Das ist das Vulkanische Zentrum von New Zealand. Schon wenn man in die kleine Stadt hinein fährt sieht man überall dampfende Erdlöcher und in der Luft liegt eine leichte Schwefelnote. Wir besuchten auch einen Maori Village (das einzige welches Flavia noch nicht gesehen hatte) wobei wir mehr Interesse dem grossen Geysir, welcher heisses Wasser bis 10 Meter in die höhe schiesst, schenkten als die Vorführung der Maori. In diesem Maori Village brodelt es richtig unter die Erde und überall sieht man Dampf aufsteigen, sogar die Steine und die kleinen Wege durchs Dorf sind sehr heiss wenn man die Schuhe auszieht.
Unsere Reise ging weiter nach Norden auf die Halbinsel Coromandel Penisula. Die Strasse dort hin ist in etwa so wie der Albula Pass. Wer dieser schon gefahren ist weiss was wir meinen, es ist einfach eng teilweise ohne Mittelstreife, ziemlich steil und mit dem Unterschied das hier auch Lastwagen darüber fahren und dass wir immer wieder einen Blick aufs Meer werfen konnten. Unser Krüppel kämpfte sich aber tapfer Bergaufwärts. In Hahei besuchten wir die Cathedral Cove. Wunderschöne bogenartige Klippenformationen die wir über einen kleinen Wanderweg erreichten. Es hatte hunderte andere Touristen aber die Stimmung war sehr entspannt. Über eine nicht Asphaltierte und sehr schräge Bergstrasse erreichten wir die andere Seite der Halbinsel. Von dort schlängelt sich die enge Strasse immer an der Küste, links die Hügeln und rechts das Meer...der Hammer.
Über Auckland sind wir dann noch weiter in den Norden gefahren. Immer wieder haben wir Fotostops eingelegt weil man hier sich einfach nicht satt sehen kann. Eine Bucht schöner als die andere, Faszinierende Berglandschaften oder Landschaften die an Auenland von "Der Herr der Ringe" erinnern aber auch tonnenweise Schaf, Schaf so weit das Auge reicht.
Leider ist unsere Zeit hier in New Zealand begrenzt so das wir es nicht geschafft haben bis Cape Reinga zu fahren, welches der nördlichste Punkt von New Zealand wäre...schade aber es gibt so vieles anderes zu sehen. Wir haben uns entschieden die letzten Tagen einfach entspannt an zu gehen und so viel wie möglich aufzunehmen, alles ohne Stress. Mit diesem Entscheid sind wir wieder Richtung Auckland gefahren.
Nach einer Nacht in ein überteuerten Campingplatz in Auckland haben wir an unseren letzten Tag den Krüppel zurück gebracht. Als wir nach ca. 1 Stunde Wartezeit endlich an der Reihe waren haben wir uns nochmals über die vielen Kleinigkeiten beschwert. Die Frau welche die Abnahme machte war alles andere als Professionell. Sie hat auf unsere Beschwerde bloss mit Kopfniken und "Okey" geantwortet. Als wir ihr die Quittungen der gekauften Sachen (Soda für den Grauwassertank ect.) gegeben haben, sagte sie uns das wir das Geld so schnell wie möglich bekommen werden. Keine Entschuldigung und nichts kam von ihr und es war auch kein Leiter der Firma zu sprechen. Leider mussten wir feststellen dass das Unternehmer eigentlich im Chaos versinkt, alle Mitarbeitende sind genervt und gestresst dazu fühlt sich niemandem Verantwortlich. Obendrauf sind die meisten Angestellten "Work and Traveler" nicht das es negativ ist aber sie fühlen sich nicht verantwortlich...würde ich auch nicht. Tja wir würden euch, falls ihr nach New Zealand geht davon abraten bei diese Firma einen Fahrzeug zu mieten.
Mit einen Shuttle sind wir dann am Flughafen gefahren um unser Flug zu erwischen. Denn unser nächstes Ziel ist Bali.