9. August. Sehr fragwürdig, mit welcher Rechtfertigung ich überhaupt dieses Datum schreibe. Das hier ist kein Tag, es ist etwas merkwürdiges dazwischen.

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9. August. Sehr fragwürdig, mit welcher Rechtfertigung ich überhaupt dieses Datum schreibe. Das hier ist kein Tag, es ist etwas merkwürdiges dazwischen.
8. August. Fliege mit den Kindern zurück nach Schweden. Tatsächlich mag ich diese lächerlich kurzen interkontinentalen Hüpfer, weil ich an dem Tag zwischen den beiden Flügen nichts anderes zu tun brauche als schlafen.
7. August. Wir hatten uns gefreut, heute abend auf die Baylander zu gehen, an unserem letzten Abend hier. Aber es gab schwere Gewitter. Wir hatten stundenlang die Unsicherheiten der Wettermodelle studiert, aber um etwa sechs Uhr abends verdunkelte sich der Himmel innerhalb weniger Minuten und der Wolkenbruch machte aus den Insektengittern in den Fenstern undurchsichtige Wände. Sind stattdessen zum japanischen Barbeque gegangen.
Das hätte früher sein können: Ich fragte die KI nach ein paar amerikanischen Autoren, die so ähnlich arbeiten wie ich, und war augenblicklich überwältigt.
6. August. Endlich rausgefunden, wie man drei Citibikes auf einmal mieten kann. Sind damit – es war schon dunkel – am Flussufer rauf bis zum Little Red Lighthouse gefahren. Holprige Fahrt, die Räder klappern wie New Yorker Taxis.
Dieser endlose Pfad mit seiner endlosen Folge von Teilen. Der Abhang durch den Park vom Riverside Drive, das langgestreckte Rechteck bis zum Cherry Walk, und dessen gewundene Kurven. Der Hohlweg, der auf die einzige Anhöhe herauf führt, und dann wieder herunter zu den West Harlem Piers.
Ich vermute, ich erinnere mich an all diese Teile so gut, weil ich die Strecke so oft gelaufen bin, und jedesmal entscheiden musste, ob ich das nächste Stück noch dazunehmen oder bleiben lassen würde. Hier ist diese Kurve, hier diese Markierung auf dem Asphalt, hier diese Straßenlampe, hier dieser Stein, auf den ich meinen Fuß setze, bevor ich auf der Elf-Meilen-Strecke umkehre.
5. August. Ein paar Achterbahn-Gedanken.
Es wird immer deutlicher, dass ich groß angelegte Bahnen mag, die sich weit in die Landschaft erstrecken. Was das betraf, war Millenium Force natürlich mein Favorit am Cedar Point, außerdem der große, in die Jahre gekommene Magnum, und der Gatekeeper. Das war die erste Bahn, die wir am ersten Tag gefahren sind, und die letzte am zweiten Tag. Der Unterschied war gewaltig – beim ersten Mal noch mit Spuren von Ängstlichkeit, das zweite Mal war reine, fast geometrische Freude.
Eine andere Kategorie sind die komplexen schnellen Bahnen auf kleiner Fläche, wofür Maverick ein legendäres Beispiel ist, aber für uns eine völlig unerwartete Überraschung war. Man schnappt nach Luft, wenn der Zug abbremst, und fragt sich, was da gerade passiert ist. Außerdem Siren's Curse. Alle konzentrieren sich, verständlicherweise, auf den spektakulären Anfang, wo die Bahn im Nichts endet und sich dann um neunzig Grad nach unten neigt, man für fünf Sekunden in der Luft hängt und dann in freiem Fall abstürzt. Was man nicht erwarten würde, ist der lange, komplizierte und gut abgestimmte Kurs, der auf diesen Absturz folgt und der ganz für sich alleine schon bemerkenswert wäre.
Eine Überraschung war, für mich, Steel Vengeance, legendär und für viele die beste Achterbahn der Welt. Ich war skeptisch, weil ich Achterbahnen aus Holz oder Hybride aus Holz und Stahl eher nicht so mag, aber Steel Vengeance kombiniert klaffende Abstürze mit der Geschmeidigkeit robuster Stahlschienen und der störrischen Tatsache, dass das alles von einem Gitter aus Holz gehalten werden muss. Und damit wird jede Inversion und jede Spirale zu einer Überraschung, weil es zusätzlich zu allem anderen unglaublich scheint – einen Sekundenbruchteil lang, während man hineinfährt – dass das in einem Gerüst aus Holz geht.
Ich habe mir ziemlich bewusst beigebracht, besser zu fahren. Erstens, ich habe es nicht mehr nötig, zu schreien, zu brüllen oder laut zu lachen, um mir einzureden, dass es Spass macht, und mir nicht zu erlauben, Angst zu haben. Ich habe ganz einfach vor nichts mehr Angst. Zweitens, ich konnte mir bewusst beibringen, mich nicht wegzuducken, wenn wir in einen Träger oder ein Gerüst zu krachen scheinen. Tun wir nicht. Ich kann mir das klarmachen und mich dazu bringen, der Konstruktion zu vertrauen. Ich finde ziemlich bemerkenswert, dass das auch in solchen Sekundenbruchteilen geht, die darauf angelegt sind, eine vorbewusste Angst auszulösen.
4. August. Noch ein halber Tag am Cedar Point in ganz anderer Stimmung: Verfeinerung. Dann zurück nach Pittsburgh.
3. August. Ganzer Tag Cedar Point, von zehn bis zehn. Ein Coaster Manhattan. Erweiterung meines Horizonts durch Weltklasse-Realisierungen von komplett unterschiedlichen Arten von Achterbahnen.
2. August. Nach Cedar Point gefahren. Aber wir waren noch nicht im Park, das werden wir morgen und Dienstag machen. Langsam dämmert mir, dass das hier die Welthauptstadt der Achterbahnen ist. Am Ende dieser Reise werden wir auf den drei besten Achterbahnen der Welt gefahren sein, und auf sechs der besten zwölf. Ich beginne, wie ein Achterbahn-Kenner zu denken, ein Achterbahn-Kritiker, nicht nur ein bloßer Überlebender. Achterbahnen können Rekorde aufstellen, aber ist diese Achterbahn schön? Ist sie innovativ? Hat sie Stil? Regt sie die Fantasie an?
1. August. Mit meinem Sohn in der riesigen Lobby Billard gespielt. Ich erinnere mich gut, wie ich zum ersten Mal in die Nähe eines Billardtischs gekommen bin, wie ich nach irgendeiner Kugel gegriffen habe und die Erwachsenen mich wegscheuchten und flüsterten, dass ich das nicht machen dürfte. Wie ich das erste Mal ein Kö in die Hand genommen habe und versuchte, meine Finger irgendwie zu platzieren, wie lächerlich meine ersten Stöße daneben gingen. Heute, obwohl ich ein bisschen mehr Übung mit dem Kö habe, gehen die Hälfte meiner Stöße immer noch schief. Ich hoffe, dass mein Sohn irgendeine Erinnerung daran haben wird. Ein kleines bisschen erwachsen werden, ein kleines bisschen Bestätigung, ein kleines bisschen glauben, jemand sein zu können.
31. Juli, Pittsburgh. Als wir noch zuhause waren, fanden die Kinder heraus, dass dieses Gewerbegebiet auf dem Areal einer rätselhaften psychiatrischen Anstalt gebaut ist, und gestern gingen sie auf Erkundung und fanden das einzige, was davon noch übrig ist, ein alter Friedhof, der hinter einem der blitzblanken Bürogebäude liegt.
Kennywood. Ein paar sehr interessante Coaster. Nicht nur Steel Curtain, der höchste Coaster im Park und sein offensichtliches Aushängeschild mit neun Inversionen, sondern auch das kleine Oval von Jack Rabbit, konstruiert 1920 vom Erfinder der modernen Achterbahnen, mit dem kleinen Airtime-Hüpfer, der damals als eine überaus verstörende Errungenschaft gewirkt haben muss. Zu dieser Zeit war meine Großmutter fünf und die Titanic war vor acht Jahren untergegangen.
30. Juli. Diese achtstündige Fahrt nach einer rauhen Nacht für die Familie und wenig Schlaf – praktisch gar kein Schlaf für J – fühlte sich unwirklich an. Auf so langen Fahrten werde ich oft so müde, dass ich für ein paar Minuten Schlaf anhalten oder das Steuer abgeben muss. Diesmal nicht. Fuhr weitgehend wie auf Autopilot. Am Ende fühlte ich mich schwummrig, aber nicht müde.
29. Juli. Familiengewitter. Außerdem acht Stunden nach Pittsburgh.
28. Juli. Ich habe interessanterweise noch nie feindselige Antworten auf etwas bekommen, das ich online gesagt habe. Bis jetzt, bei etwas Gutem über KI. Und das auch noch unter Autoren.
27. Juli. Mein Sohn konstruiert Flugbahnen von Raumschiffen und verändert ihre Parameter, dreht und wendet sie in 3D – was für schöne Strukturen. Die Apollo-Missionen flogen auf solchen Bahnen, aber niemand konnte sie damals so sehen.
26. Juli. Ich war verblüfft über Knausgaard, weil ich dachte, er macht einfach das, was jeder Autor machen würde, wenn er sich nicht einer externen Kraft unterwerfen würde, die ihn von seinem natürlichen Instinkt abbringt. Und dafür wurde er als radikal und revolutionär angesehen. Ich bin nie auf die Idee gekommen, anders zu schreiben – okay, ich bin auf die Idee gekommen, und ich bin in eine Wand aus Nebel gerannt, der umso dichter wurde, je mehr ich in sie hinein gerannt bin. Aber anders als ihm ist mir das peinlich und ich zensiere mich selbst. Was in meinem Fall, da ich nichts anderes kann, dazu führte, dass ich glaubte, ich wäre "nicht wirklich ein Autor."
25. Juli. Die Nachbarn haben eine ihrer improvisierten Partys mit 12 zusätzlichen Autos, die um den Anger herum geparkt sind, und guter Musik – Musik, die die Grillen dazu bringt, mit ihrem sehr lauten, helikopterhaften Schnarren synkopierte Sechzehntelnoten über die Beats zu legen. Das Timing kriegen sie nicht ganz richtig hin: entweder sind sie unglaublich cool oder etwas unerfahren, was das Spielen in einer Band betrifft.
24. Juli. Dieser Tag fing nicht gut an. Ich hatte nach anderen Laufstrecken in der Gegend gesucht und Lake Chadwick gefunden. Wir sind um 8 Uhr 30 hingefahren. Wie sich herausstellte, ist das ein Park und man muss Eintritt bezahlen. Entweder eine Jahreskarte für 20 Dollar oder gar nichts. Cash only. Der Mann am Eingang blieb eisern. Also sind wir an eine andere Stelle gefahren, die laut Strava von Läufern frequentiert wird, nur um herauszufinden, dass das am Straßenrand ist, überhaupt kein Fußweg vorhanden. In eine Siedlung abgebogen, gerieten zwischen unglaublich große Villen mit Blick über den Hudson, und sie sahen grauenhaft langweilig aus. Danach fuhren wir nach Hause, nach einem Lauf von 1.25 Meilen.