I'LL BE WAITING
"Wir könnten ausgehen. Zusammen." Die Stimme der jungen Frau reiĂt mich aus meiner Lethargie und ich schlage die Augen auf. Wir liegen auf dem Sofa, vor uns nur die groĂe Glasfassade, die einen herrlichen Anblick auf die Skyline von Boston bietet. Ich merke, dass erst langsam wieder GefĂŒhl in meine Glieder zurĂŒckkehrt. SpĂŒre die WĂ€rme, die von ihrem Körper ausgeht, da sie eng umschlungen an mir liegt. Ein Ruck geht durch meine Gestalt, als ich den Arm um sie schlinge und versuche, in Ruhe meine Gedanken zu sammeln.
"Es sei denn, du willst nicht dass man dich mit deinem gröĂten Talent zusammen sieht." Das AmĂŒsement in ihrer Stimme ist nicht zu ĂŒberhören. Sie bringt sogar mich in meiner Nutzlosigkeit erneut zum LĂ€cheln. Es ist gequĂ€lt, voller Schmerzen, doch sie sieht es nicht. Weil die Schmerzen nicht ihr gelten. Ich sammle meine Kraft und lege auch den zweiten Arm um sie. Als meine Lippen ihre Nasenspitze berĂŒhren kichert sie so sanft, dass es mir das Herz nahezu aus der Brust reiĂt.
"Mein gröĂtes Talent, hm? Der nĂ€chste Stern am Pophimmel." Ziehe ich sie genau so auf, wie sie es mit mir versucht. Sie stöĂt mich spielerisch von sich, rafft das dĂŒnne Laken und hĂ€lt es sich vor den kleinen Körper. Divenhaft streckt sie die Hand ab und betrachtet ihre eigenen Fingerspitzen, um mit der geschauspielerten Wichtigkeit zu bedeuten, dass ich ihre Aufmerksamkeit nicht Wert bin. Dann wirft sie diesen einen, verfĂŒhrerischen Blick ĂŒber ihre Schulter und ich sehe ihr tief in die Augen. Mir bleibt nichts anderes ĂŒbrig als ihre Arme zu ergreifen und sie zurĂŒck zu mir zu ziehen. Das Laken gleitet von ihrem Körper, doch ich bedecke ihn mit meinem eigenen. Meine Finger wandern durch ihr Haar, nehmen es aus ihrem Gesicht und ich kitzele sie absichtlich mit den Bartstoppeln an der Stirn. Wieder kichert sie, drĂŒckt mir ihre Lippen auf den Hals. Ich werde schwach, nur fĂŒr einen kurzen Moment. Dann kann ich mich fangen, atme tief durch und nicke.
"Okay. Wir gehen aus. Mach dich fertig, ja?" Raune ich ihr leise zu. Sie hĂ€lt mein Gesicht fest wie ein Kind, kĂŒsst meine Lippen und schlĂ€ngelt sich unter mir hervor. Mit einer Hand zieht sie das Laken mit um sich zu verhĂŒllen, mit der anderen Hand winkt sie mir provokativ zum "Abschied" zu, dann entschwindet sie durch die TĂŒr in Richtung des Badezimmers. Ich atme wieder durch. Man kann sie hören, wie sie sich zurecht macht. Das Wasser in der Dusche anstellt um ihren Körper zu reinigen und sich mit der WĂ€rme vertraut zu machen. Wie sie auf leisen Sohlen zum Schlafzimmer schleicht, um sich in ein teures Kleid zu hĂŒllen und den Schmuck anzulegen. Die letzten Striche ihres Make-Ups anzulegen. Dann kommt sie zurĂŒck ins Wohnzimmer. Und ist allein. FĂŒr immer.