Unsere bürgerliche Demokratie ist eine Farce. Wir dürfen zwar alle 4 Jahre ein Kreuz machen. Doch reicht das? Der Bundestag ist zu einem großen Teil gekauft. Der starke Einfluss vom Kapital auf Politik & Wissenschaft durch Lobbyismus ist nicht von der Hand zu weisen. Ein Großteil der Bevölkerung gehört zu einer ausgebeuteten Klasse. Menschen gehen über 40 Jahre lang für Chef seine Tasche malochen, zahlen 30-40% ihres Einkommens für die Miete und werden dann noch von Linksliberalen dafür diffamiert, wenn sie zu Billigfleisch greifen. Und in der Rente reicht das Geld dann kaum zum Überleben, an gesellschaftliche Teilhabe gar nicht zu denken. Und das soll unsere glorreiche Demokratie sein? Die Polizei ist die verlängerte Hand von Staat & Kapital und hat deshalb einen starken Hang zu faschistischen Methoden. Es werden nicht die Interessen und Wünsche der Mehrheit durchgesetzt. Und falls doch, dann nur um die Arbeiter:innenklasse mit Almosen abzuspeisen, um gefährliche Proteste zu verhindern. Die Polizei ist weder Freund noch Helfer, sondern Feind. Am Ende sind es immer die Prekarisierten (vor allem Frauen & Kinder), die die Gelackmeierten sind. Dann heißt es wieder für sie sei kein Geld da. Doch selbstverständlich ist genügend Geld da. Nur eben in den falschen Händen. Die Bundesregierung soll mir nie wieder erzählen bei Investitionen in Bildung oder Kultur müsste gespart werden, wenn sogar Mitten in einer Pandemie zwei Mrd € für Eurofighter, also für Krieg, ausgegeben werden können. Kaum ein Mensch befürwortet die (steigenden) Rüstungsausgaben oder die Waffenexporte und trotzdem passiert es. Drohnenkriege, die von Deutschland aus gesteuert werden, auch die will niemand. Oder Krankenhäuser die privatisiert und kaputt gespart werden, was den Menschen schadet. Wo ist da die Demokratie? In der Schule wurde uns stets die Mär der deutschen Demokratie und der Meinungsfreiheit eingebläut, wie toll unsere bürgerlichen Errungenschaften doch seien. Und alle haben es geschluckt. Man erzählte uns, um die Welt zu retten müssten wir alle nur unseren eigenen Konsum reduzieren und uns mehr in Verzicht üben. Weniger dies, weniger das. Das Narrativ war immer das selbe. "Wenn du nicht damit einverstanden bist wie etwas produziert wird, dann sollest du es nicht kaufen, sofern du an den Zuständen etwas ändern willst. Denn du als Konsument hast das in der Hand." Im Prinzip ist das eine Lüge, wenn dabei unerwähnt bleibt, das man als Konsument in der Realität kaum die Wahl hat. Großkonzerne vergiften aus Profitgier unsere Umwelt und beuten Arbeiter:innen aus, aber am Ende sollen wir dann wieder sparen und zurückstecken. Hinzu kommt das sehr einseitige Bild der DDR was in der Schule gezeichnet wurde. Im Unterricht wurde im Kontext von Kommunismus und Sozialismus immer alles total schlecht und verachtenswert dargestellt. Nie gab es eine vernünftige solidarisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Sozialismus. So konserviert man über viele Generationen ein negatives Bild von Ostdeutschland, was völlig unverdient ist. Nur wer es wagt wird sehen, dass der Osten weitaus schöner ist als sein Image. Wie wäre denn zum Beispiel ein Schüler:innenaustausch oder ein Besuch nach Sachsen anstatt in die USA. Schule ist die Grundlage für das spätere Leben der Kinder. Und wenn uns immer eingetrichtert wird, dass wir einfach nur mehr sparen und verzichten müssen und bloß keine Gewalt anwenden sollen, da man nur mit Worten Probleme lösen kann. Da wundert es nicht, dass der Zustand der Welt sich nicht zum Besseren wendet. Die Befreiung der Menschen kann es nur geben, wenn das kapitalistische System gänzlich zerstört und ausgemerzt wird. Denn so lange das Wirtschaftssystem auf Ausbeutung von Natur und Mensch und auf endlosem Wachstum beruht, kann es keine Freiheit geben. Außer natürlich für einen sehr kleinen Teil der Menschen, die der ausbeutenden Klasse zuzuordnen sind. Wir sind von multiplen Krisen bedroht. Es ist bereits noch später als fünf vor 12. Wir haben keine Zeit mehr für "das kleinere Übel", eine geringfügige Erhöhung des Mindestlohns oder Plastiktütenverbot. Das ist alles schön & gut aber die Zeit rennt uns davon. Für winzige Verbesserung im Detail ist die Zeit einfach zu knapp. Umfangreiche, notwendige Veränderungen können nur dann gelingen, wenn alle progressiven Kräfte sich radikalisieren und gemeinsam kämpfen. Gegen Kapitalismus, gegen Faschismus, gegen das Patriarchat, gegen Umweltzerstörung. Voraussetzung dafür ist eine breite Front aus Arbeiter:innen, Gewerkschaften, Fridays for Future, BLM, Mieterbewegung, etc. Die ewige Spalterei und der Widerstand der Kapitalistenklasse, die natürlich ihre Macht und ihr Geld nicht abgeben möchte, ist es was uns von der Möglichkeit auf eine bessere, gerechtere Welt trennt. Doch den Kopf in den Sand stecken und zu resignieren ist nicht die Lösung. Denn dazu ist die Lebensgrundlage unseres Planeten einfach zu wichtig. Außerdem wäre es schade, wenn die Menschheit so zu Grunde ginge. Und man muss sich klarmachen: Der Kapitalismus ist NICHT der Naturzustand der Erde. Wir müssen aufhören nur innerhalb der Grenzen des Systems zu denken. Denn vieles ist möglich. Der Kapitalismus ist keineswegs alternativlos. Jetzt schon gibt es anderswo auf der Welt Beispiele, wie eine gerechte und freie Gesellschaft mit nachhaltiger Wirtschaft und emanzipierten Frauen funktionieren kann (zum Beispiel die kurdischen Revolution in Rojava, Nordsyrien). Und noch ist es nicht zu spät. Noch wurde kein Kipppunkt überschritten, ab dem es kein Zurück mehr gäbe. Wir haben es alle gemeinsam in der Hand. Pessimismus des Verstandes - Optimismus des Willens! Amore Anarchia Autonomia! ☭