Manchmal fühlt es sich an, als würde ich mit einer Schicht zu wenig Haut durch diese Welt gehen. Überall, wo ich hinschaue, sauge ich es auf – das ungefilterte Leid, das in den Augen der Fremden in der U-Bahn flackert, die schwere Traurigkeit in meiner eigenen Familie, die sich wie ein Schatten über den Esstisch legt.
Ich sehe die Menschen an und ich sehe nicht nur ihren Schmerz. Ich sehe die Abgründe. Ich sehe die Abscheulichkeiten, die hinter manchen Masken lauern, das Dunkle, das diese Welt so oft unerträglich macht. Es ist, als würde ich Gesichter lesen wie offene Bücher, in denen Geschichten von Grausamkeit und Zerbruch stehen.
Wie soll man in einer Welt, die sich so wund und gleichzeitig so bösartig anfühlt, jemals wieder die Rüstung ablegen? Wie soll ich mein Herz weit machen, wenn ich doch weiß, was da draußen – und manchmal auch hier drinnen – wartet? Jeder Blick in die Augen der anderen erinnert mich daran, warum ich meine eigenen Mauern eigentlich immer höher bauen müsste.
Ich frage mich, ob es jemals wieder sicher sein wird, sich zu öffnen. Oder ob das der Preis dafür ist, die Wahrheit hinter den Blicken zu sehen: Dass man am Ende allein mit all diesem Wissen dasteht und versucht, die eigene Seele vor dem Ertrinken zu retten.