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Janaina Medeiros

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he wasn't even looking at me and he found me
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They are home
My boyfriend’s workplace under police protection because of demonstrations in the streets. I am so sick of it. Just want to leave.
Just some thoughts 7.10
2 Jahre, seit wir im Livestream zusehen mussten, wie die Körper unseres Freundes von Maschinengewehren zerlöchert wurden. Stell dir das mal kurz vor, falls du das kannst. Du sitzt zitternd auf dem Boden deiner berliner Wohnung, am 7.10 um 7 Uhr morgens. Dein müdes Gehirn versuchst zu verstehen was da gerade 4.000km entfernt passiert. Deine Finger zittern, du siehst fast nichts auf dem Display, weil salzige Tränen deine Augen fluten. Du rufst panisch deine Eltern und Geschwister, deine besten Freunde an, versuchst dir vollkommen unter Schock einen Überblick zu verschaffen. Dein Handy hört nicht auf zu vibrieren, wer von deinen Freunden könnte in Gefahr sein, wer ist in Sicherheit. Und dann siehts du auf dem Hamas Live-Channel das fahrende Auto deines Jugendfreundes und siehst wie sie auf den Fahrer schießen, dabei singen und tanzen, selbst als sein Kopf schon längst zur Seite gesackt ist und sein Körper blutüberströmt ist.
2 Jahre, seit wir jeden Tag über Tod und Verlust sprechen und spüren. In denen man Momente hatten, in denen man nicht wusste auf welche Beerdigung man zuerst geht. 2 Jahre, in denen ich gelernt habe, wie Menschen Unmenschliches tun, nur um ihre Liebsten am Leben zu halten. 2 Jahre, in denen die Bilder junger, durchlöcherter Körper mein Innerstes heimsuchen und Tag und Nacht nicht mehr weg gehen. 2 Jahre, mit 62.058 Raketenalarmen auf dem Handy, die dich panisch die Familie und Freunde anrufen lassen. 2 Jahre, in denen ich gelernt habe, Abschied zu nehmen von geliebten Menschen, die in den Krieg ziehen mussten. 2 Jahre, in denen ich mehr über Krieg, Waffen, Religion, Strategie und Lobbyismus erfahren habe, als ich jemals wissen wollte.
2 Jahre, in denen ich erklären muss, dass Deutschland kein sicheres Land mehr für Juden ist – ganz im Ernst. 2 Jahre, in denen man zusehen muss, wie zahllose jüdische Menschen Europa verlassen/ fliehen – nach Israel. 2 Jahre, in denen ich Stück für Stück angefangen habe, meine eigene Stadt zu hassen und kopfschüttelnd durch die Straßen laufe. 2 Jahre, in denen ich begriffen habe, dass Frieden ein Privileg ist – und Europäer es nicht wirklich zu schätzen wissen. 2 Jahre, in denen ich gelernt habe, dass nicht alle Menschen an Grundrechte glauben und Gutes wollen. 2 Jahre, in denen ich hilflos zugesehen habe, wie Menschen mit den eigentlich guten Absichten, terroristischen Narrativen verfallen und es bis heute nicht einmal merken. 2 Jahre, in denen ich selbst verurteilt und ausgegrenzt wurde – für meine Reaktionen, meine Texte, meine Worte (Es ist ja nicht so, dass jemals jemand mal eine ernsthafte Diskussion mit echten Argumenten, Fakten und Zusammenhängen und nicht nur TikTok-Wissen angefangen hätte.) 2 Jahre, in denen ich versuche, Zusammenhänge zu schaffen – für die Menschen hier, und um für mich selbst zu lernen.
2 Jahre in denen ich verstanden habe, was ein gesamtgesellschaftliches Trauma ist und was es für Effekte haben kann.
2 Jahre, in denen ich gelernt habe, dass ich nicht allein bin, in denen ich verstanden habe, wie unersetzlich Familie und enge Freunde sind. 2 Jahre, in denen wir unsere Wohnung verlassen mussten, weil es dort für uns nicht mehr sicher war. 2 Jahre, in denen ich Menschen begegne, die nicht begreifen, wer ein Interesse an Antisemitismus hat – und warum das so entscheidend für unsere Demokratie ist. 2 Jahre, in denen nachts Stimmen unter unserem Fenster Terror-Parolen schreien. 2 Jahre, in denen kein Friseurbesuch für von meinem Freund ohne echte Angst und eine erfundene Identität möglich ist. 2 Jahre, in denen ich mir – beschämt – oft mein früheres privilegiertes Leben zurückgewünscht habe, in dem Prüfungsdruck, FOMO oder die Klimakrise die größten Sorgen waren.
2 Jahre, in denen die Familien von 47 Geiseln immer noch jeden Tag durch die Hölle gehen.
2 Jahre, in denen ich immer noch erklären muss, dass seit 2 Jahren immer noch 20 "lebende" Geiseln im Gazastreifen gefoltert und gefangen gehalten werden, ich mit den zivilen Opfern der Palästinenser leide, Netanjahu verabscheue, an die Zwei-Staaten-Lösung glaube, Israel liebe – und dafür laut meine Stimme erheben kann, ohne Terror oder Krieg zu verherrlichen.
2 Jahre, in denen ich mich über nichts davon beklagen möchte, weil ich gesund bin und in meinem warmen Bett liege. 2 Jahre, in denen ich weiterhin online teilen werde, was ich möchte – auch wenn ihr es nicht mehr sehen und ertragen könnt, blockiert und stumm schaltet und dafür lieber das nächste GenZ-Event mit Gratis Espresso postet . Denn leider ist Frieden und Freiheit auch im Jahr 2025 noch immer ein Privileg, dass ein Teil meiner liebsten Menschen aktuell nicht haben und deswegen höre ich nicht auf, mich dafür einzusetzen.
welcome- shalom- willkommen
Just a girl in love with an Israeli.
This will be raw. It won’t be politically correct. These are just my thoughts — to make sure my head doesn’t explode.