Jemand sagte mal zu mir "Die Jugend ist die schönste und unbeschwerste Zeit"
Meine Jugend lief wie folgt.
TRIGGERWARNUNG AN DER STELLE. WER MIT PSYCHISCHEN KRANKHEITEN UND DEREN SYMPTOME SOWIE TRAUMATISCHEN BELANGEN NICHT KLARKOMMT DANN NICHT WEITERLESEN.
Als ich 13 war wurde meine kleinste Schwester geboren. Seit Tag eins musste ich mich die meiste Zeit um sie kümmern. Also mit füttern, Windeln, Mittagsschlaf, rausgehen alles drum und dran. Nebenher hatte ich noch meine andere Schwester 12 für die ich auch verantwortlich war als älteste Schwester.
Mein Vater ist und war damals schon Alkoholiker. Meine Mum... Psychisch am Ende und abhängig von ihm, deswegen immer an seiner Seite, dass er keinen scheiß macht und wir ohne Vater aufwachsen.
Seit ihrer Geburt hat das auch mit der Selbstverletzung angefangen bis ich so 18 war.. Ich litt an Bulimie und hatte ja auch noch die Schule in die ich mich reinkniete. Seit ich 14 war habe ich Depressionen. Seit ich 17 bin leide ich an Verlustängsten und seit ich 11 bin habe ich ein schweres Trauma was mein Leben zwar kaum noch einschränkt, aber trotz dessen noch ein Teil von mir ist.
Als ich mit 15 mit meinen Geschwistern und Heim kam, hatte ich zwar diese Verantwortung nicht mehr, aber trotzdem fühle ich mich immer schuldig wenn einem den beiden etwas passiert ist. Egal ob sie betrunken heimkamen und alles bekotzt haben oder ob sie schlimm gestürzt waren und ins Krankenhaus mussten, immer fühlte ich mich schuldig, denn ich hatte mein ganzes Leben Schuld an allem...
Naja das eine war weg und die Bulimie ging dann auch, aber es gab noch andere Baustellen. In der Schule wurde ich schlechter. Ich war immernoch gut, aber nicht mehr so wie damals. Ich würde immernoch gemobbt und selbstverletzt hatte ich mich auch noch eine Weile
Die Zeit als ich merkte mir geht es besser als ich zu mir selbst fand und ich das Leben so richtig genießen konnte kam mit 22.
Die Jugend ist von vielen schlimmer. Ich habe nun auch nicht alles aufgeführt, aber das brauche ich auch nicht um zu sagen wie dumm diese Aussage ist. Ich kenne keinen der die Jugend besser fand als das erwachsen sein.
All das hat mir mein Vater versaut und trotzdem kommt meine soziale Intelligenz und versteht ihn.. Ich verstehe ihn und er würde mir trotzdem fehlen, wenn er geht, auch wenn ich keinen Kontakt zu ihm habe und er alles schlimm gemacht hat was man schlimm machen kann.
Durch ihn fühle ich mich hässlich, durch ihn bin ich mittlerweile fett durch ihn Werd dich mich nie gut genug fühlen und immer Mal wieder eine Hungerphase haben, ängste haben und mich ungenügend fühlen. Durch ihn habe ich dieses Trauma was mit viel in meiner Jugend zerstört hat. Trotzdem gibt es ein paar Dinge für die ich ihm dankbar bin. Als er noch nicht so viel trank war auf ihn immer Verlass. Er war da, er hat mich beschützt wenn er konnte und er hat uns trotz wenig Geld viel ermöglicht... Leider nicht genug für eine gesunde Vater Tochter Bindung...
Jetzt bin ich erwachsen. Ich genieße mein Leben und kann nun mit den richtigen Menschen und den richtigen Taten heilen und ein besserer gesünderer Mensch werden.