Narco-Thriller: “Die Königin des Südens” und ihr Drogenimperium
Den Guero, den „blonden“ Kokainschmuggler, hat es erwischt - und Teresa, seine Freundin im Norden Mexikos, weiß, dass sie nun um ihr Leben laufen muss, wenn sie nicht das Schicksal ihres toten Liebhabers teilen will.
Die junge Mexikanerin flüchtet nach Spanien, wo sie Höhen und Tiefen im kriminellen Milieu erlebt. Sie transportiert Drogen über das Meer, knüpft Kontakte zur russischen Mafia und steigt zur „Königin des Südens“ auf.
Als Teresa zwölf Jahre später nach Mexiko zurückkehrt, ist sie nicht mehr das verschreckte Mädchen vom Land, sondern eine mächtige Händlerin des weißen Stoffs. Klug, einfühlsam und kompromisslos zu Freunden und Gegnern. Und mit dem Wunsch nach Rache.
Wie sie zur gefürchteten Zarin der Unterwelt aufstieg, erzählt der spanische Thriller-Autor Arturo Perez-Reverte im rasanten Erzähltempo. Der einstige Kriegsreporter führt seine Leser in der Ich-Erzählung von Amerika nach Europa und zurück und zeichnet im Detail die Welt der Mafias mit ihren Ritualen und Verbindungen in Politik und Wirtschaft zu beiden Seiten des Ozeans.
Freundschaft, Betrug und Liebe prägen Teresas Werdegang in einer Männerwelt, in der die Taten der Drogenbosse in Liedern besungen werden.
Pérez-Revertes Werk ist keine pure Fiktion, inspiriert haben soll ihn die wahre Geschichte der „Königin des Pazifiks“, Sandra Ávila Beltrán. Die Mexikanerin war in den neunziger Jahren mit mehreren Drogenhändlern ihrer Heimat liiert und stieg im Schmuggel von kolumbianischem Kokain in die USA auf. 2007 wurde sie verhaftet. Wer also auf entsprechende Fernsehserien oder Don Winslows Klassiker „Tage der Toten“ steht, dürfte auch am Aufstieg der Königin des Südens Gefallen finden. Arturo Pérez-Reverte, Königin des Südens, Suhrkamp, 2016 deutsche Übersetzung











