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Die Aufklärung
Was ist Auklärung?
"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein." (Immanuel Kant)
Voraussetzungen: Empirismus und Rationalismus
Empirismus:Wurde von Francis Bacon erfunden und steht für die Erkenntnis aus Erfahrungen, insbesondere durch Beobachtung und Experimente.
Rationalismus:Die Welt basiert auf Vernunft, was es im Empirismus nicht gegeben hat. Es gibt Wahrheiten, die unabhängig von den Erfahrungen sind. Historische Beispiele dafür sind: Staaten, die ganz bewusst gegründet wurden und die Erfindung der Sprache und der Kultur.
Gegen politische Unmündigkeit:
Um gegen politische Unmündigkeit vorzugehen gab es drei "Teams":
Legislative: die Gesetzgeber (Regierung)
Exekutive: die, die im Recht gegen das Verbrechen kämpfen (Polizei)
Judikative: die Rechtssprecher (Richter)
Außerdem hatte der Herrscher die Pflicht, dafür zu sorgen, dass es dem ganzen Volk gut geht. Ist dieser dazu nicht in der Lage, darf das Volk ihn absetzen.
Aufklärung und Gesellschaft:
In der Aufklärung war es dem Volk sehr wichtig, seine Freiheit auszukosten. Grundsätzlich wurden alle frei geboren, waren aber überall in Ketten und aus diesen wollten sie ausbrechen. Außerdem spielte die Emanzipation eine sehr wichtige Rolle (Juden, die bäuerliche Bevölkerung sowie Sklaven und Sklavinnen).
Die tatsächliche Umsetzung der Aufklärung fand allerdings sehr langsam statt. Als zum Beispiel die Volksschulen von Maria Theresia gegründet wurden, gingen 1800 erst 25% der ganzen Kinder in die Schule.
Die Rolle der Frau:
Die Frau war während der Aufklärung im wesentlichen dafür bestimmt im Haushalt zu arbeiten, Kinder zu gebären und sich der Erziehung der Kinder zu widmen.
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 83 - 85
Hintergründe/Ursachen der Französischen Revolution
die drastischen Unterschiede der verschiedenen Stände (vor allem zwischen dem dritten Stand und den anderen)
Willkür der Steuern (Bauern/Dritter Stand mussten am meisten Steuern zahlen), die ein Wachstum von 25% hingelegt hatten und die Bauern somit immer unzufriedener wurden und dem dadurch drohenden Staatsbankrott
Wirtschaftskrise um 1780 (wurde vor allem durch die absolutistische Herrschaft und das verschwenderische Leben des Königs hervorgerufen)
teurer Lebensstil der Reichen
Missernten, Trockenheit
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 83 - 85
Frankreich im 18. Jahrhundert
Stände:
Die Bevölkerung in Frankreich war seit dem Mittelalter in drei Stände aufgeteilt:
Klerus (Geistliche)
Adel
Dritter Stand (Bauern und Arme)
Klerus:
Dieser Stand bestand aus den Geistlichen dieser Zeit. Sie kümmerten sich um die Armen und Obdachlosen, sie verwalteten Klöster, Kirchen, Krankenhäuser und Schulen und übernahmen die Verantwortung für die Registrierung von Taufen, Eheschließungen und Sterbefällen. Der Klerus war kein einheitlicher Stand, da sich die reichen Priester (Adelige) wesentlich von den armen Dorfpfarrern unterschieden.
Adel:
Dieser Stand war politisch führend. Mitglieder besetzten die wichtigsten Ämter in Verwaltung, Militär, Regierung und der größte Teil des Grundbesitzes gehörte auch ihnen. Auch dort gab es gravierende Unterschiede in Rang, Besitz und Leben.
Dritter Stand:
Dieser Stand setzte sich aus Kaufleuten, Juristen, Handwerkern, Kleinhändlern und Groß- und Kleinbauern dieser Zeit zusammen. Damals bestand die Bevölkerung in Frankreich zu 98% (ca. 24,5 Mio.) aus Bauern, was zeigt, dass der größte Teil der Menschen dem Dritten Stand angehörte. Dieser Stand war zwar am größten, hatte aber in jeglicher Hinsicht am wenigsten Einfluss. Die politische Mitbestimmung etwa, blieb ihnen fast gänzlich vorenthalten. Sie waren größtenteils an einer Steuerreform interessiert, da sie die meisten Steuern aufgehalst bekommen hatten.
Privilegien und Ungleichheiten:
Verteilung des Landes:
40% gehörte Adel und Klerus, die aber nur 2% der Bevölkerung ausgemacht haben.
Der Adel und der Klerus hatten weitere Privilegien, wie viele Ehrenrechte und andere Sachen.
Steuersystem:
Das konnte von Region zu Region stark variieren, Fakt ist aber, dass die Bauern (der Dritte Stand) am meisten zahlen musste, der Adel gar nichts und, dass sich der Klerus von dieser Verpflichtung für einen geringen Preis freigekauft hatte.
Abgaben und Zehent:
Die Bauern mussten zusätzlich an ihre Grundherren Abgaben leisten (Getreide, Früchte, Gemüse,...). Der Grundbesitz-Zehent (10% vom Ganzen) ging an die Kirche.
Anstieg der Belastungen:
In den Jahren vor der französischen Revolution (1789) stiegen die sozialen Probleme drastisch an, da die Steuern eine Zunahme von 25% hingelegt hatten.
Lebenswelten:
Zwischen Stadt und Land gab es zwei Großlebenswelten, weil die Menschen im 18. Jahrhundert, durch die geringe Mobilität, fest an ihre Lebenswelt gebunden waren:
Agrarische Welt
Städtische Welt
Agrarische Welt:
Damals wohnten nur 16% der Bevölkerung in Orten, die mehr als 2000 Einwohner hatten, woraus man schließen kann, dass der Großteil der Menschen zur Agrarischen Welt (Bauern) gehörte.
Da den Bauern das benutzte Land aber nicht gehörte, gab es die sogenannten Seigneure (Grundherren aus dem Klerus, Adel oder reichere Großgrundbesitzer). Die Bauern mussten diesen immer wieder Abgaben leisten und Bauern, die nur einen kleinen Teil des Landes bebauten waren auf Zusatzverdienste angewiesen.
Dorfbewohner besaßen auch kollektive Nutzungsrechte, die vor allem für die unteren Schichten sowie für die Tagelöhner von großer Bedeutung waren.
Im Dorf gab es auch sowas wie eine soziale Hirarchie:
ganz oben: Pfarrer
größere ländliche Betriebe
Händler
Rentiers
und ganz unten: landlose Familien (Bettler, Gelegenheitsarbeiter, Vagabunden)
Diese Bauern waren weniger gebiltete Leute. Vor allem, weil es nur einen Grund für sie gegeben hätte, ihren Lebensraum zu verlassen: wenn sie kein Land mehr bebauen können. Die Bewohner waren meistens Analphabeten und konnten das gewohnte Weltbild oder die soziale Ordnung nicht in Frage stellen.
Außerdem war die Kirche das Bezugssystem für ihr Alltagsleben.
Städtische Welt:
Damals wuchsen die Städte stetig, da die Landbewohner auf Grund von Arbeitslosigkeit oft in die Städte zogen.
In der Stadt gab es wie in den Dörfern eine soziale Hirarchie, die aber weniger spürbar war:
ganz oben: stadtsässige Adelige
Inhaber der hohen kirchlichen, königlichen und städtischen Ämter
ganz unten: das restliche Volk (Handwerker, Verkäufer, Bettler,...)
Die Leute in der Stadt verdienten zu der Zeit gerade genug um sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. 50% mussten sie für Brot, das Hauptnahrungsmittel, einrechnen. Wenn also der Brotpreis spontan stieg kam es oft zu Gewaltakten und anderen Handlungen.
Paris war außerdem das politische, kulturelle und wissenschaftliche Zentrum dieser Zeit.
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 80 - 83
Merkantilismus
Der Merkantilismus war das Wirtschaftssystem in der Zeit des Absolutismus. Er wurde von Adam Smith erfunden.
Historische Hintergründe waren die Ausweitung des Welthandels und der Kampf um Kolonien, weil die Staaten Geld für Streitkräfte brauchten.
Frankreich wollte sich von anderen abheben und hatte sich schon als große Wirtschaftsmacht etabliert. Der Staat hatte vor allem viel Macht und Geld und kontrollierte, wie die Wirtschaft für Frankreich auszusehen hatte.
In dieser Grafik haben wir das nochmal vereinfacht:
Quelle: http://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/oeku/theogrundlagen/theogrundlagen-26.html
Grafik wurde erstellt bei: https://www.draw.io/
Ludwig XIV.
„Der Staat bin ich“, das war Ludwigs Rede. Der absolutistische Herrscher wollte, wo es auch nur ging, seine grosse Macht demonstrieren und das gelang ihm auch. Wie er das tat? Zum Beispiel liess er so viele Portraits von sich anfertigen, dass es von ihm überhaupt am meisten Bilder dieser Zeit gibt. Deswegen habe ich euch zwei dieser Bilder herausgesucht und zusammengefasst, was dort zu sehen ist. Wenn ihr diese Bilder in besserer Auflösung und noch viele weitere sehen wollt, geht auf: http://www.google.com/culturalinstitute/exhibit/louis-xiv/AR9JhTFH?projectId=art-project&hl=de&position=0%2C99
In diesem Online-Museum sind die verschiedensten Bilder von Ludwig in 5 Kategorien "ausgestellt" und es wird kurz erklärt, was zu sehen ist.
I. In dieser Kategorie geht es um Ludwigs "endlose" Macht und die Darstellung von ihm selbst.
Zum Beispiel ein Portrait, das sehr real aussieht, weil eine Perücke von dem König auf dem Bild angebracht wurde, sowie seine Kleidung.
II. In dieser Kategorie werden hauptsächlich Statuen von dem König ausgestellt, bei denen er als eine Art "antike griechische Gottheit" dargestellt wurde.
III. In dieser Kategorie wird das prunkvolle Leben des Königs dargestellt, aber gleichzeitig auch seine angsteinflössnde Macht. Ludwig hatte die Macht über alles, was zu einem bedenklichen Status führt und das wird in dieser Reihe von Bildern dargestellt.
IV. In dieser Kategorie wird Ludwig als DER Feldherr der Geschichte Frankreichs dargestellt. Kriege, Schlachten, Soldaten sind gemalt worden sowie Frieden und schöne Siegesmomente.
V. "König der Kunst und der Wissenschaft/Bildung". Diese Aussage wird in dieser Kategorie sehr stark zum Ausdruck gebracht. Bilder, in denen die Kunst und Bildung zur Geltung kommen.
Nun beschreibe ich euch zwei Bilder etwas näher:
Dies ist vielleicht das bekannteste Portrait von Ludwig XIV. Gut zu erkennen ist, dass er quasi davon besessen war, seine Macht zu offenbaren. Der prunkvolle, lange Mantel, bedruckt mit der Schwertlilie, einerseits und andererseits das Zepter, schöne Schuhe mit Absatz und der schöne purpurrote Vorhang im Hintergrund deuten auch deutlich auf den Barock hin.
Dieses Bild zeigt noch das Jagdschloss Versailles im Hintergrund, bevor es zum ersten Mal umgebaut wurde. König Ludwig kommt in einem noblen Gewand zurück, begleitet von hunderten Wachen. Es stellt wieder seine Macht zur Schau, dass er denkt für ihn sei nichts unmöglich, er ist berühmt und hat viel Geld. Ausserdem zeigt das Gemälde sehr deutlich, dass der König nie spärlich mit seinem Gepäck war. In diesem Bild wird eine eigene Kutsche für das königliche Gepäck verwendet.
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 79 - 80
Absolutismus
Ein Zeichen für Macht und Reichtum des Absolutismus war Versailles als Machtzentrum mit seinem prunkvollen Schloss und seinen Bällen. Es war ausserdem die Zeit des Barock (Perücken).
Absolutismus bedeutete für den Herrscher absolute Macht, d.h. er konnte wie ein Diktator leben.
Die Merkmale des Barock waren Vergoldungen, Säulen und Rundbögen. Alles war ziemlich prunkvoll, da die Herrscher und der Adel damit ihren Reichtum zeigen wollten.
Kennzeichen des Absolutismus
nur in Europa
Herrscher hat nach aussen wie nach innen die volle Lenkfähigkeit
Herrscher hat die Kirche in der Hand, aber Gott steht dennoch über ihn
Zentralismus (alles geht über Paris)
Mittel des Absolutismus
der Herrscher zeigt seine Macht durch Prunk (kostspielige Bauten, Schlösser werden nach Versailles gebaut, z. B. die Loire-Schlösser)
Herrscher als "Trendsetter" (Barock war die Zeit, in der das meiste Geld herausgeschmissen wurde, denn der Herrscher wollte den Adel einschüchtern)
Fürsten und Adel gaben ihr Geld für die neuste Mode und für die teuersten Bauten aus, sodass sie kaum Geld hatten um ihr Militär zu bezahlen und so eventuell gegen den König vorgehen könnten
der Zentralismus ermöglichte dem König alles von Paris aus zu steuern
als Minister setzte der Herrscher Bürgerliche (Beamte) ein, um den Adel "auszubooten"
weitere Mittel: stehendes Heer, Verwaltung, Kirche, Justiz, Wirtschaft
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 78 - 79
Versailles
Ludwig der 14. wollte der ganzen Welt seine Macht beweisen und liess deshalb das Jagdschloss Versailles erneuern.
Dazu wollte er einen riesigen Garten haben. „Das Paradies auf Erden“ sagte er. Für diese Extrawünsche liess er den berühmtesten Gartenarchitekten von ganz Frankreich beauftragen dies auszuführen. Insgesamt wurden für alle Tätigkeiten am Schloss nur die Besten beauftragt. Doch weil Ludwig nicht ewig auf die schönen grossen Bäume warten wollte, musste eine eigene Erfindung erfunden werden, die schon ausgewachsene und grosse Bäume aus dem Boden heben und sicher nach Versailles bringen konnte.
Ludwig wurde immer bekannter und er feierte immer kostspieligere Feste in Versailles, wo er Adelige aus ganz Frankreich einlud. Die besten Zirkusartisten des Landes traten auf, Feuerwerk und noch viel mehr waren inkludiert. Seine Feste wurden zu Ritualen die niemand verpassen wollte.
Ludwig gefiel es in Versailles immer besser, sodass er den Königssitz dorthin verschieben wollte. Dies bedeutete aber, dass die ganzen Beamten und die Regierung auch nach Versailles kommen musste, was wiederum bedeutete, dass Versailles umgebaut werden musste um für die vielen Menschen Platz zu schaffen. Um das Jagdschloss wurde eine „Umarmung“ gebaut, was zur Folge hatte, dass das Schloss dann nicht mehr wie ein Schloss aussah, sondern einem Palast ähnelte.
Nach einiger Zeit wollte Ludwig auch den ganzen Adel zu sich holen und liess wieder einen Umbau in Auftrag geben. Der alte Architekt wurde ihm aber zu langweilig und es wurde ein neuer eingestellt, der in Planung hatte, die West- und Ostflügel auszubauen und unter anderem den Spiegelsaal zu bauen.
Als nun der ganze Adel in Versailles untergebracht worden war (die Umbauten waren unter anderem auch sehr gefährlich, da die Sicherheitsvorkehrungen noch nicht so ausgeklügelt waren wie heute) beschloss Ludwig, die alltäglichsten Dinge in einem speziellen Ritual auszuführen, um die ganzen Menschen bei Laune zu halten. Als er sich am Morgen anzog, suchte der Adel ihm die Kleidung aus, als er zu Mittag ass, stritten sie sich darum, wer ihm die Serviette reichen darf und als er am Abend wieder schlafen ging, wurde sich darum gestritten, wer dem König das Nachthemd reichen darf. Ausserdem wurde Ludwig bei seinen täglichen Spaziergängen von einem Schwarm Adeliger ständig verfolgt.
In dem Garten sind mittlerweile hunderte Fontänen errichtet worden, die nach den Wünschen des Königs dauernd Wasser spritzen sollten. Dies war aber durch den Mangel an Wasser in Versailles nicht möglich, und deshalb wurde, wenn der König an einer Fontäne vorbei lief, diese aufgedreht und sobald er wieder weg war, abgedreht.
Quelle: Zeitbilder 5/6, Scheucher, Alois; Scheipl, Josef; Staudinger, Eduard; Ebenhoch, Ulrike; ÖB Verlag Wien, 2015; S. 77 -78