"Unglaublich" sei, wie "differenziert und gegenwartsdurchlässig" Svenja Liesau ihren Hamlet anlege – "ein Ereignis", jubelt die Kritikerin [Christina Wahl vom Tagesspiegel]. Maxim Gorki Theater, 2020
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"Unglaublich" sei, wie "differenziert und gegenwartsdurchlässig" Svenja Liesau ihren Hamlet anlege – "ein Ereignis", jubelt die Kritikerin [Christina Wahl vom Tagesspiegel]. Maxim Gorki Theater, 2020
“Der fortschreitende Realitätsverlust Hamlets, seine Desorientierung, die Manipulation von Wirklichkeit und Identität finden so ihre Entsprechung in einer Spielweise, die die Strategie der Verstellung zum Grundprinzip erhebt.” R: Ostermeier D: Eidinger Schaubühne Berlin. Foto PR Schaubühne / Arno Declair
Die Verwesung heiße ich meinen Vater und die Würmer meine Mutter und meine Schwester: Hiob 17:14
King James Bible I have said to corruption, Thou art my father: to the worm, Thou art my mother, and my sister.
Walt Whitman
Dan Flavin bei der Arbeit
Die Testperson [Hamlet/Christopher Nell] strebt nach Anerkennung und Aufmerksamkeit Anderer, fühlt sich JEDOCH überlegen und hat einen hohen Autoritätsanspruch.
Matthias Ziegler 2013, Prof. für Psychologische Diagnostik an der Humboldt-Universität Berlin, in: Hamlet, Programmheft 153, Berliner Ensemble, Premiere 23.11.2013
So eine epische Tragödie scheint heutzutage, in einer Epoche, in der, um unsere Aufmerksamkeitsspanne aufrecht zu erhalten, die ganze Zeit Ereignisse am Bildschirm explodieren müssen, in der die einzig zulässigen Dialoge mehr und mehr clevere oder lustige Einzeiler sind und der einzig akzeptable große Entwurf mehr und mehr eine konspirative Geschichte ist, zur Gänze unangebracht.
Zizek, Slavoj: “Hamlet vor Ödipus. Die Postmoderne als Mythos der Moderne”. In: texte, Heft 2 / 2001, Wien: Passagen Verlag, S.92-116
http://sammelpunkt.philo.at:8080/1791/1/09Zizek.pdf
Das dritte Hamlet-Quarto (Q3) von 1611 ziert ein Emblem des Druckers Iohn Smethwicke. Der entenartige Vogel ist ein Zwergsäger-Weibchen (Mergellus albellus) mit einem Spruchband im Schnabel: „Wick“. Das zusammen ergibt den Namen des Druckers! Zwergsäger, im heutigen Englisch Smew, damals Smethe, und Wick, der Übernahme der römischen Ortsbezeichnung Vice, im Deutschen -wick, -witz = Smethwicke.
Das Motto „Non altum peto“ ist im Wortsinne nicht hochtrabend und lässt sich mit „Flieg’ nicht so hoch, mein kleiner Freund“ oder „Ball flachhalten“ übersetzen. Im Gegensatz zu den Sokratischen Singschwänen fliegen die Zwergsäger nicht hoch in der Luft, sondern recht flach über der Wasseroberfläche. Biologisches Grundwissen, das wir nicht mehr haben.
Der untherapierbare Leander Haußmann (55, »Sonnenallee«) inszeniert »Hamlet« am Berliner Ensemble. Premiere ist am 23. November 2013. Karten sind bestellt. Ausverkauftes Haus. - Gymnasiastenfrage: Warum zögert Hamlet? Antwort A.W. Schlegel: Hang zu krummen Wegen!
Black Beauty - Die Novemberstimmung der Pelle Heddeby
Ein übles Machwerk!
Krak des Chevaliers, Syria, struck by missile, heavily damaged.
> Krak des Chevaliers on S:B.
> Via.
Comment by fludblud on YT:
Looks like history isnt done with Krak des Chevaliers yet, once again this famous fortress serves the purpose it was built for. War may not be pretty and its always sad to see history get bombed like this, but war is the reason this fortress was constructed and I’m sure a Knight’s Hospitaller would be extremely proud to know his fortress was still being fought over a thousand years after its construction. The fort will survive, it will be rebuilt and it will have another battle to its name.
Auch nach über 1000 Jahren widersteht die Tempelritterburg den Angriffen
SANTIGOLD “LOOK AT THESE HOES” - LOCATION: “CLUB LOS ANGELES” MEXICO CITY, 1999 - CAMERA AND EDITING: FREDRICK SPENDLOVE
Schön, metzeliger Mittelaltercomic, da wo im kalten Wikingerland die Männer alle große Schwerter und Pelzmäntel tragen und die Frauen knapp sitzende, Copacabana-Bikinis und hoch geschlitzte Lumpen
Wer freute sich nicht über Post, doch man sollte nicht leichtfertig Internetbekanntschaften eingehen, schon gar nicht, wenn Katzen im Spiel sind! Jedenfalls führte Letzteres zu einem Päckchen mit köstlichen Bildbänden, wovon ich heute einen vorzustellen mich genötigt sehe: Den ersten Band mit dem Titel Kriss de Valnor - Ich vergesse nichts! aus der Reihe Die Welten von Thorgal.
Den Text schrieb Yves Sente, der von Tanja Krämling ins Deutsche übersetzt wurde, die Zeichnungen fertigte Giulio de Vita an und das Cover malte Grzegorz Rosinski. - Ich kannte bis dahin keinen von denen.
Achtzig Seiten hat der Bielefelder Splitter-Verlag drucken lassen, davon sind die letzten den Befragungen der Autoren gewidmet: Es gibt einen Blick in die Ateliers der drei und man hat den Eindruck, dass es sich um einen Haufen fröhlicher Scherzbolde handelt, die mit Freude an der Arbeit dieselbige verrichten.
Das Thorgal-Universum war mir bislang gänzlich unbekannt. Ich mag kein Fantasy, diese ausgedachten Namen, die so schwülstig klingen und doch so simpel sind, dass man keinen Siegmund Freud braucht, um hier kapitale Klatschen zu diagnostizieren.
...
Ich komme zum Schluss: Kriss de Valnor * Ich vergesse nicht! ist ein hübsches Genrestück, es lässt sich leicht durchblättern, erfordert aber ein stark gefestigtes, christliches Weltbild, um nicht auf dem nächsten Mittelaltermarkt als Gaukler (schauder) anzuheuern oder in einem Kino Schlimmstes anzurichten.
Und um den Bogen zu Hamlet zu schlagen: Während bei Hamlet lange gefragt wurde, „Ja, warum rächt er sich nicht schon im 3. Akt?" stellt sich diese Frage bei der zwielichtigen Heldin Kriss de Valnor eher als „Warum rächt sie sich nicht gleich im ersten Panel?“
Mein Dank geht an Herrn Quitzi für diese inspirierende Lektüre. Dem Groben Unfug, der Deutschlands beliebtester Internetkatze seit 13 Jahren Obdach gewährt und ihr einen allzeit vollen Napf beschert. Und dem Splitter-Verlag, der solch aufwendige Bändchen immer noch auf Papier druckt. (tbc)
© Sandra Autukaite
Blue Crow, 1512, Albrecht Dürer
Sieht aus wie eine Blauracke (Coracias garrulus)
Milla Jovovich
Aus der Rubrik: der Künstler und sein Modell im Atelier