Holz- oder Betonhaus (Massivhaus)?
Natürlich haben wir auch, wie so viele, über die Frage sinniert, ob wir eher klassisch massiv bauen wollen oder ob das Holzhaus nicht auch eine Option wäre - oder vielleicht sogar besser? Grundsätzlich war die wichtigste Voraussetzung, dass wir relativ frei planen können, was bei beiden Haustypen funktioniert (bei Fertighausanbietern nicht immer), und dass es alle sonstigen Anforderungen auf Dauer erfüllt.
Wir haben uns für ein Holzhaus entschieden. Durch gewisse Begebenheiten bot sich das an, daher werden wir tatsächlich wie angekündigt mit Gussek bauen. Unsere Gründe?
Gerade der wieder viel zu heiße Sommer dieses Jahr hat es gezeigt: Ein Massivhaus hat in der Standardausführung genau das Problem mit der thermischen Masse, die häufig als Vorteil angepriesen wird. Ja, die ersten zwei Tage mit 40° waren gerade noch angenehm, die weiteren Tage allerdings grauenhaft, und das, obwohl das Haus, in dem wir momentan wohnen, erst vor drei Jahren nach allen Regeln der Kunst gedämmt und nachts ordentlich gelüftet wurde. Und bis so ein Haus wieder abkühlt ... Und das, obwohl wir dieses Jahr die Hitze auf einzelne Episoden verteilt hatten und keine vier Wochen am Stück. Da war es gerade wieder etwas heruntergekühlt, da kamen die nächsten vier heißen Tage :(
Die Unterschiede zwischen den beiden Haustypen sind gar nicht so groß. Beim Massivbau versucht man, den reinen Stein durch irgendwelche Löcher in den Ziegeln mit einer isolierenden Eigenschaft zu versehen und den Rest mit einem fetten Vorbau von Styropor & Co. zu erschlagen, während man beim Holzhaus - also zumindest Gussek in diesem Fall - versucht, Stein an die Wand zu bringen, Stichwort Verklinkerung.
Der Umweltaspekt ist natürlich auch ein Teil, den man berücksichtigen kann und sollte. Hätte eines der beiden Konzepte große Nachteile, hätten wir darüber hinweggesehen, aber dadurch, dass sich die Konzepte heute tatsächlich gar nicht sooo stark unterscheiden ... Was die Betonherstellung an Ressourcen verschwendet (auch später bei einem Abriss), ist schon beeindruckend. Holz ist da natürlich top. Ach ja, bevor es jemand anmerkt: Wir hätten auch gerne ein gebrauchtes Haus gekauft, aber leider hat unsere Suche nichts gebracht - entweder es was viiieeel zu teuer (Renovierungskosten!) oder am A* der Welt. Oder einfach zu beliebt, so dass wir keine Chance hatten. Oder auch ein Grund: Unbrauchbarkeit. Da gab es einen Kandidaten, der wohl nicht umsonst nicht wie eine warme Semmel wegging. Der Markt an leerstehenden Bestandsimmobilien existiert einfach nicht, egal, wie häufig das manche propagieren. (Aber zugegebenermaßen sieht es bei den Grundstücken auch nicht gerade rosig aus, da fast alles von Bauträgern gekauft und mit Reihenhäusern ohne Garten bebaut wird.)
Das Wohnklima können wir (mangels fertigem Haus) noch nicht richtig beurteilen, aber von dem, was wir so in anderen Häusern erlebt haben, fühlt sich eine Holz-/Gipswand schon recht angenehm an (und Vorteile für Nägel etc. hat das ja auch). Generell sind Naturmaterialien tolle Baustoffe, wir könnten uns sicherlich auch vorstellen, im Lehmhaus bzw. mit Lehmwänden/Lehmputz zu wohnen, aber das dürfte generell schwierig werden :)
Ob die Entscheidung die richtige war, können wir natürlich erst später sagen. Aber nach den vielen Recherchen scheint wohl Holz die bessere Wahl zu sein, wenn man objektiv an die Sache rangeht.