Letztes Wochenende waren Ana (meine Mitbewohnerin) und ich In Krakau. Wir haben bei einem Pärchen mit kleinem Hund übernachtet, die wir über Couchsurfing entdeckt und kontaktiert haben.
Am Freitagabend nach meiner Arbeit sind wir losgefahren. Von der polnischen Seite meiner Stadt dauert es mit dem Bus ca. 2,5 Std. bis nach Krakau. Am Abend haben wir nach nichts mehr gemacht, außer mit unseren Hosts polnisches Bier probiert. Ist ja normalerweise nicht so meins, aber da gab es etwas mit Honig, das war ganz okay.
Am Samstag sind wir dann in die Stadt gegangen und haben uns alles angeschaut. Das Schoss Wawel mit dem Drachen, den jüdischen Stadtteil und auch eine Synagoge, und gefühlt 100 Kirchen, die alle sehr kunstvoll gestaltet waren. Am Ende des Tages waren wir sehr müde, da wir wirklich den ganzen Tag herumgelaufen sind und alles sehen wollten. Die Stadt ist wirklich schön und alles ist nah beieinander und schnell zu erreichen. Wir überlegen evtl. im Sommer noch einmal nach Krakau zu fahren, weil die Stadt uns, wie gesagt, sehr gefallen hat.
Am Sonntag sind wir um 6 Uhr aufgestanden und sind mit einer Citytour nach Auschwitz gefahren. Dort war es sehr eindrucksvoll, bedrückend und traurig. Es war sehr interessant, sich das alles anzuschauen, was damals passiert ist und auch sehr komisch, wirklich an dem selben Ort zu sein, wo so schreckliche Dinge passiert sind. Auf dem einen Foto sieht man ganz viele Schuhe, die nach Ende des Krieges dort gefunden wurden und die den Gefangenen gehört haben. Das ist nur ein minimaler Ausschnitt. Es gab außerdem noch andere Ausstellungsräume mit Bürsten, Brillen, Töpfen, Kinderspielzeugen und auch mit Haaren. Massen von Haaren. Das war schon sehr krass, so etwas zu sehen. Außerdem waren wir bei den zerstörten und einem noch erhaltenden Krematorium und in Baracken, wo die Menschen eingesperrt wurden, um zu sterben. Diesen Besuch werde ich so leicht nicht vergessen. Ich denke, jeder sollte einmal so einen Ort Besucht haben, für mich war es jetzt der 3. Ort.
Wieder in Krakau angekommen haben wir schnell unser kostenloses Mittagessen zu uns genommen, da 45 Minuten später schon wieder die nächste Tour zu der Salzmine “Wieliczka” losging. 1976 wurde die Mine ins Landesregister der historischen Denkmäler und schon 1978 in die 1. UNESCO-Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbes eingetragen. Sie wird jährlich von mehr als eine Million Touristen aus aller Welt besucht. Und ein Besuch ist es Wert, denn es tief in der Erde bekommt man richtige Kunstwerke zu sehen. Wir haben Kronleuchter aus puren Salzkristallen gesehen, Statuen, eingemeißelte Bilder, Kapellen, Seen und vieles mehr.
Um ca. 1 Uhr nachts sind wir dann wieder Zuhause angekommen. Es war ein stressiges und anstrengendes Wochenende aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und diese neuen Erfahrungen und Eindrücke lassen sich gegen nichts eintauschen.